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Sachstandsbericht zum Antrag der Ratsgruppe Bündnis 90/Die Grünen - Die PARTEI - hier: Pilotprojekt zur Einführung eines kommunalen eSports-Angebots in Wolfenbüttel
Ergebnis unbekannt
| Typ | Antrag |
| Gemeinde | Wolfenbüttel |
| Datum | 2026-09-07 |
| Datenstufe | Nur Dokumente |
| Quelle | Quelldokument herunterladen → |
Zusammenfassung (KI, experimentell)
Die Ratsgruppe Bündnis 90/Die Grünen – Die PARTEI beantragte ein Pilotprojekt für ein inklusives E-Sport-Angebot ab 14 Jahren in Wolfenbüttel. Die Verwaltung recherchierte vorhandene Angebote und stellte fest: Der Rallye-Sport-Club betreibt seit 2022 erfolgreich SimRacing, die Turngemeinde organisiert jährliche LAN-Partys, die Stadtjugendpflege bietet „Freizeit-Gaming" an. Aufgrund fehlender Raum- und Personalkapazitäten schlägt die Verwaltung vor, ein mobiles Angebot („Add.Mobil") zu entwickeln und Vereine über Sportförderrichtlinien zu unterstützen. Ein finaler Beschluss zu Finanzierung und Umsetzung steht aus.
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Dokument
Extrahierter Text
S TADT WOLFENBÜTTEL 0080/2026/1
Der Bürgermeister Wolfenbüttel, den 25.08.2026
AZ:
Kenntnisnahme öffentlich
In den Zuständigkeit Sitzung
am:
Ausschuss für Sport und Freizeit Kenntnisnahme 07.09.2026
Verwaltungsausschuss, ratsöffentlich Kenntnisnahme 14.09.2026
Sachstandsbericht zum Antrag der Ratsgruppe Bündnis 90/Die Grünen - Die PARTEI -
hier: Pilotprojekt zur Einführung eines kommunalen eSports-Angebots in Wolfenbüttel
Kenntnisnahme:
Der aktuelle erste Sachstandsbericht der Verwaltung zum E-Sport in Wolfenbüttel wird zur
Kenntnis genommen.
Finanzielle Auswirkungen:
Kostenträger-/Investitions-Nr.
keine finanziellen Auswirkungen
Gesamteinnahmen* in Höhe von €
Gesamtausgaben* in Höhe von €
* Bei unbefristeten/lfd. Angelegenheiten ist die Jahresangabe erforderlich.
keine einmalige laufende Folgekosten/-leistungen i. H. v. €/Jahr
(Auswirkung i. d. Folgejahren einschätzen)
[Folgekosten = positiver Betrag, Entlastung = negativer Betrag]
Klimaschutz: In der Begründung werden klimafreundlichere Alternativen aufgezeigt.
Nein, die Vorlage hat keinen Bezug zum Klimaschutz.
Nein, der Beschlussvorschlag ist bereits besonders klimafreundlich.
Ja, die Alternative ist jedoch nicht wirtschaftlich.
Ja, die Alternative steht jedoch in Konflikt zu anderen Zielen und Vorschriften oder ist
aus sonstigen Gründen nicht geeignet.
Begründung:
1. Einleitung
Mit dem Antrag der Ratsgruppe Bündnis 90/Die Grünen – Die PARTEI vom 22.03.2026
(Vorlage 0080/2026) wurde die Verwaltung durch Beschluss des Verwaltungsausschusses vom
01.06.2026 beauftragt, ein Pilotprojekt „E-Sport in Wolfenbüttel“ zu konzipieren und im Rat
vorzustellen, das jungen Menschen ab 14 Jahren ein inklusives und niedrigschwelliges E-Sport-
Angebot ermöglicht. Mit dem Pilotprojekt soll die Stadt Wolfenbüttel erste praktische
Erfahrungen sammeln und prüfen, ob und wie E-Sport dauerhaft in die lokale Sport- und
Jugendförderstruktur integriert werden könnte.
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2. Aktueller Stand der Recherche vorhandenerAngebote
Eine überregionale Abfrage bei größenähnlichen Städten wie Peine, Celle und Gifhorn zu
dortigen E-Sport-Angeboten und -Nachfragen hat ergeben, dass in diesen Städten keine
finanziellen Förderungen zur Initiierung oder Durchführung von E-Sport Angeboten seitens der
städtischen Sportförderung existieren. In Celle und Peine gibt es Vereinsaktivitäten mit einer
eigenen E-Sport-Sparte bei der „ESV Fortuna Celle“ bzw. den Verein „Playing Ducks e.V.“ in
Peine.
Lediglich in Peine wurde, unter Anpassung der Ehrungsrichtlinie, der Verein „Playing Ducks
e.V.“ als Mannschaft des Jahres geehrt, und die Peine-Marketing plante 2024 zusammen mit
dem Verein die Ausrichtung einer E-Soccer Stadtmeisterschaft, die jedoch mangels
Teilnehmerzahlen abgesagt werden musste. Im Rahmen der Förderung bzw. finanziellen
Beteiligung hätte die Peine-Marketing bei Stattfinden einen Veranstaltungsraum kostenlos zur
Verfügung gestellt.
Unter allen Wolfenbütteler Sportvereinen sind der Verwaltung bisher
- ein etabliertes E-Sport-Angebot und
- eine wiederkehrende Veranstaltung
bekannt.
Der Rallye-Sport-Club Wolfenbüttel e.V. (RSC) ist bereits seit 2022 sehr aktiv und erfolgreich
im kompetitiven SimRacing unterwegs und hat seit 2022 auch eine eigene SimRacing-Sparte,
die derzeit ca. 15 Mitglieder umfasst (jung and alt). In Niedersachsen ist der RSC einer der
ersten Vereine, die SimRacing angeboten haben und mittlerweile auch einer der
erfolgreichsten. Ein besonderes Veranstaltungs-Highlight des Vereins ist die Teilnahme an drei
24-Stunden-Rennen auf der Nordschleife (Teil der Rennstrecke Nürburgring), die auf Full-
Motion-Simulatoren in der Bowling Base in WF-Halchter absolviert wurden.
Der Verein nutzt als PC-Simulationssoftware
- iRacing,
- Assetto Corsa
- Assetto Corsa Competizione
- Le Mans Ultimate
und nimmt an diversen Rennserien/-ligen teil, wie z.B.
- ADAC Simracing Cup
- ADAC Digital Cup
- CARLAR Series (Newcomer Cup, Porsche Cup)
- AbA 24h-Rennen auf der Nürburgring Nordschleife.
Die Turngemeinde Wolfenbüttel e.V. bietet als wiederkehrende Veranstaltung jährlich eine
LAN-Party in der Aula des THGs als Multi-Game-Turnier (u.a. GeoGuesser, Spellsworn, Darwin
Projekt, Fall Guys, League of Legends [Aram], Rainbow Six Siege, Wheelchair Wizard) an, die
in diesem Jahr bereits zum 4. Mal am 24. Oktober von 12.00 bis 02:00 Uhr durchgeführt werden
soll. Eigene Computer und vorinstallierte Spiele müssen dafür mitgebracht werden. Die
Teilnahme ist auf 60 Spielerinnen und Spieler ab 16 Jahren begrenzt.
Diese Veranstaltung der Turngemeinde Wolfenbüttel e.V. wird entsprechend der städtischen
Richtlinien zur Förderung der Kinder- und Jugendarbeit bereits gefördert.
Auch der Wolfenbütteler Schwimmverein von 1921 e.V. (WSV) setzt sich schon seit längerer
Zeit mit dem Thema E-Sport als perspektivisch ergänzendes Vereinsangebot auseinander.
Dazu hat der WSV bereits ein Veranstaltungskonzept erarbeitet, bei dem der Verein und die
Stadt in Kooperation als Ausrichter angedacht sind: In der Umsetzung würde die Stadt
Wolfenbüttel die Bereitstellung der Liegenschaft sowie die Sicherstellung der technischen
Infrastruktur stellen. Der WSV würde federführend verantwortlich für die inhaltliche Konzeption
sein. Angedacht wäre ein eintägiges, öffentliches Live-Event in Wolfenbüttel, bei dem – gestützt
auf eine mehrwöchige Online-Vorqualifikation – ein Finale ausgetragen wird, dies wiederum in
einem noch festzulegenden Spiel, das mit Messe- und Community-Elementen verbunden
werden soll. Streaming, Bühnen-Programm und Ausstellerflächen würden die Veranstaltung
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zugleich zum Erlebnis vor Ort und im Netz machen. Mit diesem Veranstaltungskonzept
verfolgt der Verein das Ziel, Interesse für E-Sport zu wecken, Vorurteile abzubauen, Talente zu
entdecken und eine lokale Community in Wolfenbüttel aufzubauen.
Als städtisches Angebot findet im Rahmen des pädagogischen Angebots der
Stadtjugendpflege (Abt. 402)
- im Medienraum des Jugendfreizeitzentrums
- und vor allem im Jugendtreff „Add.Lantis“ (mit medienpädagogischem Schwerpunkt)
„Freizeit-Gaming“ statt.
E-Sport im engeren Sinne als organisierter, wettbewerbsmäßiger Leistungsvergleich zwischen
Spielerinnen und Spielern von Computer- und Videospielen mit gezieltem Training und
strukturierten Regeln findet jedoch eher selten statt. Eine Teilnahme an Wettkämpfen, Turnieren
oder Ligen-Wettkämpfen erfolgt nach bisheriger hiesiger Recherche nicht.
Insofern gibt es bereits städtische E-Sport-Angebote im weiteren Sinne für Kinder und
Jugendliche unter Einhaltung der Altersbeschränkungen als Bestandteil des freizeit- und
medienpädagogischen Angebotes der Stadtjugendpflege. Eine Ausweitung des Angebotes
wäre vor allem im „Add.Lantis“, dem Jugendtreff mit medienpädagogischem Schwerpunkt,
denkbar, jedoch müssten dafür die erforderlichen finanziellen und personalen „Leitplanken“
geschaffen werden bzw. vorhanden sein.
Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass das kommerzielle Angebote SimRacing in der
Bowling Base, in Halchter aktuell nicht angeboten wird.
3. Mögliche Erweiterung der vorhandenen Strukturen des städtischen Angebots
Aufgrund des sehr begrenzten Raumangebotes müssten weitergehende E-Sport-Angebote
- überwiegend in Zeiten außerhalb der Öffnungszeiten des „Add.Lantis“ stattfinden,
oder
- es müssten die bisherigen allgemeinen Öffnungszeiten des „Add-Lantis“ zugunsten des
E-Sports entsprechend verringert werden,
oder
- es müssten weitere Räumlichkeiten für den E-Sport akquiriert werden.
Einschränkend ist allerdings zu ergänzen, dass der im „Add.Lantis“ zur Verfügung stehende
Raum (ca. 80 m² möbliert, u.a. 6 PC´s) recht knapp bemessen ist.
Soweit ein kommunales E-Sport-Angebot nicht ausschließlich auf die Begeisterten der Gaming/-
E-Sport-Szene oder andere dazu bereite ehrenamtlich Engagierte übertragen werden soll, ist
die Personalsituation in den Blick zu nehmen.
Der über den beschlossenen Stellenplan festgeschriebene Personalumfang und auch das
Personalbudget (Personal-Aufwendungen) lassen die Übernahme einer weiteren zusätzlichen –
und dabei freiwilligen – Aufgabe nicht zu. Jedoch haben gerade die bisherigen
Beteiligungsprojekte bspw.
- des Trash-Parks (Skater)
- der Veränder.Bar (Jugend- und Kulturcafè)
- des Summertime Festivals
gezeigt, dass eine Einbeziehung der Mitarbeitenden der Stadtjugendpflege sehr sinnvoll ist.
An dieser Stelle ist zu erwähnen, dass es erste/anfängliche Ideen gibt, das für die städtischen
Kinderspielplätze (KSP) vor Jahren beschaffte Spielmobil, das nicht mehr von KSP zu KSP
umgesetzt werden kann, durch einen Kleinbus mit medienpädagogischer Einrichtung zu
ersetzen, um weiterhin flächendeckend im Stadtgebiet unterwegs zu sein und Angebote zu
unterbreiten.
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Ein „Add.Mobil“ (so der bisherige Arbeitstitel innerhalb der Besprechungen) wäre
unkompliziert variabel im Stadtgebiet einsetzbar und könnte so ein Medien- und auch ein E-
Sport-Angebot in allen Ortsteilen anbieten.
Angesichts der vorgegebenen begrenzten Personalressourcen und des Umstandes, dass das
Spielmobil und damit auch die im Spielmobil stundenweise eingesetzte Person an einem
Standort bleibt, beinhaltet die vorgenannte Projektidee des „Add.Mobils“, Ehrenamtliche zu
befähigen, dieses Angebot zu unterbreiten. Damit wäre zudem der stark partizipatorische
Anspruch der Arbeit der Stadtjugendpflege erfüllt:
Kindern und Jugendlichen werden ressourcenorientiert
Mitwirkungs- und Freiräume zur gelingenden positiven,
demokratisch-sozialen Persönlichkeitsentwicklung angeboten.
Die Jugendpflege würde hinsichtlich der Zielgruppe ihrem gesetzlichen Auftrag entsprechend
die 6- bis 18-Jährigen, max. 27-Jährigen fokussieren.
Bewertung der Verwaltung:
Die Verwaltung ist bestrebt, Synergien zu nutzen, um Prozesse und/oder Aufgaben zu
optimieren und den Spagat zwischen immer neuen, sich regelmäßig verändernden
gesellschaftlichen Herausforderungen einerseits und der Beachtung einer notwendigen
Haushaltsdisziplin andererseits zu erreichen.
Durch das medienpädagogische Angebot der Stadtjugendpflege im „Add.Lantis“ besteht bereits
ein niederschwelliges Angebot für E-Sport, das durch fehlende personelle und räumliche
Kapazitäten jedoch aktuell nicht ausgebaut werden kann.
Die Anschaffung eines Kleinbusses („Add.Mobil“) und die entsprechende Medienausstattung
könnte ein erster Weg für ein kommunales E-Sport-Angebot unter enger, bedarfsgerechter
Begleitung der Stadtjugendpflege sein, würde jedoch eine entsprechende umfängliche
Investition und die erforderliche Sicherstellung der Finanzierung der Aufwendungen für den
laufenden Betrieb voraussetzen. Entsprechende Fördermöglichen werden dazu recherchiert
und zu gegebener Zeit – bei vorliegender Beratungsreife – den städtischen Gremien mit einer
separaten Vorlage vorgestellt.
Schon jetzt ist - unter dem Aspekt einer kommunalen Förderung - ein zweiter Weg dahingehend
möglich, aus Mitteln der städtischen Sportförderung und bei entsprechender Antragstellung
sowie unter der Voraussetzung eines entsprechendem Gremienbeschlusses dem RSC, dem
WSV und auch weiteren diesbezüglich aktiv werdenden Vereinen eine finanzielle Unterstützung
beispielsweise für Veranstaltungen überregionaler Art (gemäß § 6 der städtischen
Sportförderrichtlinien) oder für die Initiierung besonderer, spezieller Sportangebote (gemäß §
12) zu gewähren.
Die Verwaltung wird neben dem Vorgenannten prüfen, ob es noch weitere Wege der Initiierung
eines kommunalen E-Sport-Angebots unter Berücksichtigung der inhaltlichen, finanziellen,
personellen und räumlichen Rahmenbedingungen gibt, und wird in den Gremien entsprechend
berichten.
Um Kenntnisnahme dieses 1. Sachstandsberichts wird gebeten.
gez.
Lukanic
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