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Erarbeitung einer Digitalstrategie für die Stadt Baunatal (Zielbild 2035)
Ergebnis unbekannt
| Typ | Antrag |
| Gemeinde | Stadt Baunatal |
| Datum | 2026-09-17 |
| Datenstufe | Nur Dokumente |
| Quelle | Quelldokument herunterladen → |
Zusammenfassung (KI, experimentell)
Die SPD-Fraktion beantragt die Erarbeitung einer umfassenden Digitalstrategie mit Zielbild 2035 für die Stadt Baunatal. Die Strategie soll interne Verwaltungsprozesse und externe Bürgerdienste nach den Prinzipien „Digital First" und „Once-Only" optimieren, mit Schwerpunkten auf OZG-Umsetzung, KI-Einsatz, IT-Sicherheit und digitale Barrierefreiheit. Der Magistrat soll bis Q2 2027 einen Zwischenbericht und bis Q4 2027 einen fertigen Fahrplan vorlegen, dabei externe Stellen und Bürgerbeteiligung prüfen sowie Fördermöglichkeiten recherchieren. Ein Beschluss der Stadtverordnetenversammlung ist vorgesehen.
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Dokument
Extrahierter Text
STADT BAUNATAL Antrag
PB 1007 Städtische Gremien / Wahlen
SPD-Fraktion
Datum Vorlagen-/Antrag-Nr.
07.09.2026 27-2026
Beratungsfolge Termin Zustimmung Unterschrift Bürgermeister / Erster Stadtrat
Ausschuss Digitale Zukunft, 17.09.2026
Mobilität und Energie
Stadtverordnetenversammlung 28.09.2026
Betreff:
Erarbeitung einer Digitalstrategie für die Stadt Baunatal (Zielbild 2035)
Sachdarstellung:
Die Digitalisierung ist eine der zentralen Zukunftsaufgaben für Kommunen. Sie betrifft nicht nur die
Außenwirkung gegenüber Bürgerinnen und Bürgern, sondern in mindestens demselben Maß die
internen Abläufe der Verwaltung selbst. Beide Ebenen, die interne Organisation und der externe
Bürgerservice, hängen eng zusammen: Nur eine intern konsequent digitalisierte Verwaltung kann
nach außen verlässlich digitale Leistungen anbieten.
Die Stadt Baunatal verfügt bislang über keine von der Stadtverordnetenversammlung
beschlossene Digitalstrategie, die Ziele, Prioritäten und einen zeitlichen Rahmen verbindlich
beschreibt. Einzelne Digitalisierungsschritte wurden und werden zwar umgesetzt, es fehlt jedoch
ein übergeordnetes Zielbild, an dem sich diese Einzelmaßnahmen ausrichten können.
Es geht dabei ausdrücklich nicht um einen kurzfristigen Anlass oder ein Einzelprojekt, sondern um
eine grundsätzliche, vorausschauende Weichenstellung. Ziel ist ein Zielbild 2035, das aufzeigt, wie
sich die Verwaltung der Stadt Baunatal bis dahin entwickeln soll. Leitend sollen dabei die
Prinzipien „Digital First“ und „Once-Only“ sein: Digitale Verfahren sollen grundsätzlich der
Standardweg sein, und Bürgerinnen, Bürger sowie Unternehmen sollen der Verwaltung Daten und
Unterlagen nur noch einmal vorlegen müssen.
Im Mittelpunkt steht dabei die Verwaltung selbst, sowohl nach innen als auch nach außen. Nach
innen betrifft dies etwa die durchgängige elektronische Aktenführung und digitale Arbeitsabläufe,
eine zeitgemäße IT-Ausstattung sowie die Digitalkompetenz der Mitarbeitenden. Nach außen
betrifft dies insbesondere den Ausbau digitaler Antrags- und Formularstrecken im Sinne der
Umsetzung des Onlinezugangsgesetzes (OZG). Ergänzend ist durchgängig auf IT-Sicherheit,
Datenschutz und digitale Barrierefreiheit zu achten: Digitale Angebote der Stadt müssen für alle
Menschen zugänglich sein, auch für Menschen mit Behinderungen und für Menschen mit geringer
Technikerfahrung.
Besondere Bedeutung kommt künftig dem Einsatz Künstlicher Intelligenz (KI) zu. KI-gestützte
Werkzeuge entwickeln sich derzeit mit hoher Geschwindigkeit und bieten erhebliche Chancen für
die Verwaltungsarbeit, etwa bei der Erstellung von Textentwürfen, der Beantwortung von Anfragen
oder der Unterstützung interner Prozesse. Zugleich wirft ihr Einsatz Fragen auf, insbesondere im
Hinblick auf Datenschutz, Vertraulichkeit, Urheberrecht, die Verlässlichkeit der Ergebnisse und die
Transparenz gegenüber Bürgerinnen und Bürgern. Der Umgang mit KI sollte daher frühzeitig und
klar geregelt werden, bevor sich eine ungeregelte Praxis verfestigt. Der verantwortungsvolle
Einsatz von KI soll deshalb als eigenes Handlungsfeld in der Digitalstrategie verankert werden.
VorlagenNr 27-2026 Seite - 2 -
Die Stadtverwaltung verfügt bereits über digitale Werkzeuge, etwa ein
Dokumentenmanagementsystem und digitale Antragsstrecken. Diese werden bislang nicht in
vollem Umfang genutzt. Vor der Anschaffung neuer Systeme sollte daher zunächst geprüft
werden, wie die vorhandenen digitalen Werkzeuge konsequenter und in größerem Umfang genutzt
werden können.
Digitalisierung gelingt nur mit den Beschäftigten. Die Einführung und Veränderung digitaler
Arbeitsmittel berührt regelmäßig Beteiligungs- und Mitbestimmungsrechte. Die Beschäftigten und
der Personalrat sollen daher frühzeitig und fortlaufend in die Erarbeitung und Umsetzung der
Digitalstrategie einbezogen werden.
Für Vorhaben im Bereich der Verwaltungsdigitalisierung bestehen grundsätzlich
Fördermöglichkeiten des Landes Hessen, unter anderem im Rahmen des Programms „Starke
Heimat Hessen“ beziehungsweise der Förderung smarter Kommunen und Regionen sowie
ergänzender Angebote zur Digitalisierungsberatung und zur Umsetzung des
Onlinezugangsgesetzes. Ob und in welchem Umfang die konkreten Vorhaben der Stadt Baunatal
förderfähig sind, ist im Einzelfall zu prüfen; die Fördervoraussetzungen, Förderschwerpunkte und
Antragsfristen unterliegen zudem regelmäßigen Anpassungen.
Mit der Digitalisierung befassen sich zudem bereits spezialisierte regionale Stellen, etwa das
SmartCity-Büro der Stadt Kassel. Es ist sinnvoll zu prüfen, ob die Stadt Baunatal auf vorhandenes
Wissen und bestehende Strukturen zurückgreifen kann, statt eigene Doppelstrukturen aufzubauen.
Eine Festlegung auf eine bestimmte Stelle erfolgt mit diesem Antrag nicht.
Die Digitalstrategie soll zudem nicht allein „top-down“ aus der Verwaltung heraus entwickelt
werden. Es soll daher geprüft werden, ob und in welcher Form Bürgerinnen und Bürger in
geeigneter Weise in die Erarbeitung einbezogen werden können.
Der vorgeschlagene Zeitrahmen ist bewusst realistisch gewählt. Ein Zwischenbericht zum Ende
des zweiten Quartals 2027 ermöglicht eine frühzeitige Rückkopplung mit der
Stadtverordnetenversammlung. Der fertige Fahrplan zum Ende des vierten Quartals 2027 gibt der
Verwaltung ausreichend Zeit für eine sorgfältige Bestandsaufnahme und die Abstimmung mit
möglichen externen Stellen.
Beschlussvorschlag:
Die Stadtverordnetenversammlung möge beschließen:
1. Auftrag an den Magistrat
Der Magistrat der Stadt Baunatal wird beauftragt, eine Digitalstrategie für die Stadt Baunatal zu
erarbeiten. Die Strategie soll ein Zielbild 2035 beschreiben, wie sich die Verwaltung der Stadt
Baunatal im Bereich der Digitalisierung mittel- und langfristig entwickeln soll. Leitend sollen dabei
die Prinzipien „Digital First“ und „Once-Only“ sein. Die Strategie soll konkrete Ziele,
Handlungsfelder und Meilensteine enthalten und in Form eines zeitlich gegliederten Fahrplans
dargestellt werden.
2. Handlungsfelder
Der Fahrplan soll insbesondere folgende Handlungsfelder umfassen:
• eine Bestandsaufnahme des derzeitigen Stands der Verwaltungsdigitalisierung, sowohl
nach innen (interne Prozesse und Arbeitsabläufe) als auch nach außen (Bürgerservice),
• den Ausbau digitaler Antrags- und Formularstrecken im Sinne der Umsetzung des
Onlinezugangsgesetzes (OZG),
VorlagenNr 27-2026 Seite - 3 -
• die konsequentere Nutzung und den Ausbau bereits vorhandener digitaler Werkzeuge,
insbesondere des bestehenden Dokumentenmanagementsystems und bestehender
digitaler Antragsstrecken, vor der Anschaffung neuer Systeme,
• den verantwortungsvollen Einsatz Künstlicher Intelligenz (KI) in der Verwaltungsarbeit,
einschließlich geeigneter Einsatzfelder, klarer Grenzen und der erforderlichen Schulungen,
• eine zeitgemäße IT-Ausstattung und IT-Infrastruktur der Verwaltung,
• die Digitalkompetenz der Mitarbeitenden, einschließlich eines etwaigen Schulungs- oder
Fortbildungsbedarfs,
• IT-Sicherheit und Datenschutz,
• digitale Barrierefreiheit als Querschnittsanforderung aller digitalen Angebote,
• konkrete Meilensteine mit einer zeitlichen Einordnung (Zeitstrahl),
• eine Einschätzung des erforderlichen Personal- und Ressourcenbedarfs sowie der
voraussichtlichen Kosten, einschließlich möglicher Einsparpotenziale.
Die nähere Auswahl und Gewichtung der Handlungsfelder obliegt dem Magistrat im Rahmen
seiner Zuständigkeit für die Verwaltungsorganisation.
3. Prüfung der Einbindung externer Stellen und Bürgerbeteiligung
Der Magistrat wird gebeten zu prüfen, ob und in welchem Umfang externe Stellen in die
Erarbeitung und spätere Umsetzung der Digitalstrategie einbezogen werden können. In Betracht
kommt insbesondere das SmartCity-Büro der Stadt Kassel beziehungsweise vergleichbare
regionale Stellen. Eine Festlegung auf eine bestimmte Stelle erfolgt mit diesem Antrag nicht.
Der Magistrat wird ferner gebeten zu prüfen, ob und in welcher Form Bürgerinnen und Bürger in
geeigneter Weise in die Erarbeitung der Strategie einbezogen werden können.
4. Beteiligung der Beschäftigten und des Personalrats
Bei der Erarbeitung und Umsetzung der Digitalstrategie sind die Beschäftigten der Stadtverwaltung
und der Personalrat frühzeitig und fortlaufend einzubeziehen. Beteiligungs- und
Mitbestimmungsrechte nach den geltenden Vorschriften bleiben unberührt.
5. Prüfung von Fördermitteln
Der Magistrat wird gebeten zu prüfen, ob für die Erarbeitung und Umsetzung der Digitalstrategie
beziehungsweise einzelner daraus folgender Vorhaben Fördermittel des Landes, des Bundes oder
der Europäischen Union in Anspruch genommen werden können. Zu prüfen sind insbesondere
Programme im Bereich der Verwaltungsdigitalisierung, etwa das Programm „Starke Heimat
Hessen“ beziehungsweise die Förderung smarter Kommunen und Regionen sowie Angebote zur
Digitalisierungsberatung und zur Umsetzung des Onlinezugangsgesetzes. Da sich
Förderprogramme, Förderschwerpunkte und Antragsfristen ändern können, obliegt die konkrete
Prüfung der Förderfähigkeit dem Magistrat im jeweiligen Einzelfall.
6. Berichterstattung und Zeitrahmen
Der Magistrat wird gebeten, der Stadtverordnetenversammlung bis zum Ende des zweiten
Quartals 2027 einen Zwischenbericht zum Stand der Arbeiten und zur geplanten Struktur der
Strategie vorzulegen. Den fertigen Fahrplan soll der Magistrat bis zum Ende des vierten Quartals
2027 vorlegen.
Strube
Text aus PDF extrahiert