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Antrag der Grünen-Fraktion hier: Umbenennungen und Umwidmungen von Straßennamen in Baunatal

Ergebnis unbekannt
TypAntrag
GemeindeStadt Baunatal
Datum2026-09-16
DatenstufeNur Dokumente
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Zusammenfassung (KI, experimentell)

Die Grünen-Fraktion beantragt die Umbenennung von drei Straßen (Agnes-Miegel-, Heinrich-Nordhoff-, Wernher-von-Braun-Straße), da die Namensträger Anhänger oder Unterstützer der NS-Diktatur waren und Kriegsverbrechen begingen. Für zwei weitere Straßen (Porsche-, Heinrich-Mohr-Weg) sollen Zusatzschilder die Namen auf andere Bezüge (Automobilmarke, Sportverein) umdeuten. Die Stadt soll Umzugskosten für Anwohner tragen und weitere verdächtige Straßennamen überprüfen. Bei Neubenennung sollen Opfer und Überlebende berücksichtigt werden, Frauen verstärkt vertreten sein. Abstimmungen finden am 16. und 28. September 2026 statt.

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STADT BAUNATAL Antrag PB 1007 Städtische Gremien / Wahlen GRÜNEN-Fraktion Datum Vorlagen-/Antrag-Nr. 07.09.2026 28-2026 Beratungsfolge Termin Zustimmung Unterschrift Bürgermeister / Erster Stadtrat Haupt- und Finanzausschuss 16.09.2026 Stadtverordnetenversammlung 28.09.2026 Betreff: Antrag der Grünen-Fraktion hier: Umbenennungen und Umwidmungen von Straßennamen in Baunatal Sachdarstellung: Die Personen, nach denen die oben genannten Straßen benannt sind, waren in verschiedener Form an der Diktatur der Nationalsozialisten beteiligt. Sie verkörperten Ziele, Handlungen und Wertvorstellungen, die dem Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland und der Verfassung des Landes Hessen zuwiderlaufen. Ihre Ehrung, durch die Benennung einer Straße nach ihnen, schadet dem Ansehen der Stadt Baunatal. Zu den einzelnen Personen: Agnes Miegel: „Miegel, Agnes. Balladendichterin, genannt Mutter Ostpreußens. *9.3.1879 Königsberg. 1920-1926 Leiterin des Feuilletons der Ostpreußischen Zeitung. Danach freie Schriftstellerin. 1933 Treuegelöbnis für Adolf Hitler, NS-Frauenschaft, Mitglied Preußische Dichterakademie. Hymne An den Führer: »Übermächtig/füllt mich demütiger Dank, daß ich dies erlebe,/Dir noch dienen kann, dienen den Deutschen/mit der Gabe, die Gott mir verlieh.« 1936 Herder-Preis, 1940 NSDAP und Goethe-Preis in Frankfurt. Laut Axmann Lesungen bei Reichsjugendführung. Goldenes Ehrenzeichen der HJ. Nach 1945 Wohnsitz Bad Nenndorf. Von Vertriebenenverbänden verehrt, 1957 Ehrenplakette des Ostdeutschen Kulturrats, 1961 Westpreußischer Kulturpreis. Ehrensold durch die Städte Hameln und Duisburg. Laut Axmann bis zum Tode von BDM-Führerinnen betreut. †26.10.1964 Bad Salzuflen. Zum 100. Geburtstag Sonderbriefmarke der Bundespost. Lit.: Sarkowicz.“ aus: Ernst Klee: Das Personenlexikon zum Dritten Reich. Fischer-Taschenbuch- Verlag, Frankfurt am Main 2005, S. 411. Heinrich Nordhoff: „Seit 1942 leitete er [Nordhoff] mit Geschick und Erfolg das Opel-Lastkraftwagenwerk in Brandenburg, das größte seiner Art in Europa. Dass seine Laster für die Wehrmacht und für Hitlers Krieg bestimmt waren, bekümmerte Nordhoff nicht. Seine Verantwortung endete am Werktor, mit der ordnungsgemäßen Auslieferung des Produkts. Was das Regime dann damit machte, lag jenseits seines Horizonts.“ aus: Nina Grunenberg: Die Wundertäter. Netzwerke der deutschen Wirtschaft1942-1966, Siedler Verlag, München 2006 „Nordhoff war nie Mitglied der NSDAP, aber wie nahezu jeder Leiter eines Rüstungswichtigen Betriebs erhielt er automatisch den Titel „Wehrwirtschaftsführer“. Die Amerikaner stuften ihn bei der Entnazifizierung deshalb zunächst als „Hauptschuldigen“ ein, bis sie ihn Anfang 1947 schließlich als entlastet einstufen. Ende 1947 treten die Briten an ihn heran, die Führung des Wolfsburger Werks zu übernehmen, das unter seiner Leitung dann zum größten Automobilhersteller Europas avanciert. Bis zu dieser Offerte hat er sich bei einem Hamburger VorlagenNr 28-2026 Seite - 2 - Opelhändler recht und schlecht in der Kundendienst-Annahme durchschlagen müssen.“ aus: Väter des Wirtschaftswunders mit brauner Vergangenheit Wernher von Braun: „Braun, Wernher von. Raketenspezialist. *23.3.1912 Wirsitz bei Posen als Sohn eines Bankdirektors. Ingenieur. Ab 1932 beim Heereswaffenamt. 1937 NSDAP, Leiter des Raketenprojekts Peenemünde, zuletzt im KZ Dora-Mittelbau in Nordhausen. Bau der Vergeltungswaffe V2. 1940 SS, Sturmbannführer. Bei Brauns Raketenproduktion wurden Tausende von KZ-Häftlingen zu Tode gequält oder ermordet, er selbst will jedoch »nie einen Gefangenen«gesehen haben. September 1945 mit insgesamt 115 Raketenspezialisten im Rahmen der Aktion Paperclip nach El Paso in Texas ausgeflogen. 1950 US-Bürger. 1960 Direktor des Gerorge C. Marshall Space Flight Center in Huntsville, beteiligt am Mondflugprogramm Apollo. 1970 Leiter der Planungsabteilung der NASA. †16.6.1977 Alexandria (USA). Lit.: Wagner.“ aus: Ernst Klee:Das Personenlexikon zum Dritten Reich. Fischer-Taschenbuch-Verlag, Frankfurt am Main 2005, S. 72.Ferdinand Porsche: „Porsche, Ferdinand. Konstrukteur. *3.9.1875 Maffersdorf in Böhmen al Sohn eines Spenglermeisters. Ab 1923 Tätigkeit bei Daimler in Stuttgart, 1928 Vorstandsmitglied. 1931 eigenes Konstruktionsbüro. Von Hitler mit Bau eines Massenfahrzeugs beauftragt, mit 50 Millionen Reichsmark durch Deutsche Arbeitsfront gefördert. 1938 Geschäftsführer der Volkswagen GmbH, zu Hitlers Geburtstag Vorstellung der KdF [Kraft durch Freude]-Wagens, später Volkswagen genannt. 1938 von Hitler mit Nationalpreis für Kunst und Wissenschaft geehrt. Im Krieg Panzerkonstrukteur. 1940 Honorarprofessor Technische Hochschule Stuttgart- Hans Mommsen (Gall, S. 50 f.) »Namentlich im Zusammenhang mit der Untertageverlagerung seit Oktober 1943 scheute sich Porsche nicht ... 3500 KZ-Häftlinge durch die Vermittlung Himmlers direkt bei Oswald Pohl anzufordern.« Laut Oswald Pohl 1944 Bitte Porsches um Übernahme eines unterirdischen Produktionsbetriebs von Geheimwaffen (V 1) als Konzentrationslager-Betrieb (BA NS 19/3800). Nach 1945 Sportwagenbau. †30.1.1951 Stuttgart.“ aus: Ernst Klee: Das Personenlexikon zum Dritten Reich. Fischer-Taschenbuch-Verlag, Frankfurt am Main 2005, S. 470 Heinrich Mohr: „1930 besuchte er [Mohr] in Offenburg eine NS-Wahlversammlung, bei der Hitler sprach. 1932 unterschrieb er einen Wahlaufruf gegen das Zentrum im „Alemannen“, dem NS-Presseorgang für das südliche Baden. 1933 sprach er bei einer Kundgebung der Partei auf dem Freiburger Münsterplatz. Im selben Jahre wurde er von Hitler zu einem einstündigen Gespräch in dessen Münchner Wohnung empfangen. [...] Mitglied der NSDAP war Mohr nie. Nach 1934 distanzierte er sich zunehmend von der Politik der Partei. Bis dahin hatte er gehofft, das Dritte Reich werde christlichen Charakter tragen. 1946 wurde er von der französischen Militärregierung verurteilt: Sein Einkommen wurde reduziert, er erhielt zwei Jahre Publikationsverbot und Residenzverbot in Freiburg. Mit dem Argument, Mohr habe sich nur in der ersten Zeit, gewissermaßen als irrender Idealist, für den Nationalsozialismus engagiert, später aber Menschen geholfen, die durch das Regime in Schwierigkeiten geraten waren, sagten zwei Persönlichkeiten zu seiner Entlastung aus: Professor Schwarzweber und Reinhold Zumtobel, der ehmalige Schriftleiter der sozialdemokratischen Zeitung „Volkswacht“, die vor dem Dritten Reich in Freiburg erschienen war. 1947 erreichte Mohr eine teilweise Aufhebung des Urteils. 1948 wurde sein Fall aber erneut aufgegriffen. Nach einer Hausdurchsuchung verhafteten ihn die Franzosen vorübergehend wegen angeblicher brieflicher Kontakte zu Otto Strasser in Kanada. [...] Er [Josef Wirth] schrieb unter anderem, Mohr sei „ein voller Nazipfaffe“ gewesen und hoffte, daß „dieser Mann seine Schandtaten mit Bedauern zurücknimmt“. [...] 1949 mußte sich Mohr nochmals vor dem Militärgericht verantworten wegen der genannten Verbindung mit Strasser, Devisenvergehens und falschen Angaben im Fragebogen. 1951 teilte der Prior der Freiburger Dominikaner dem Ordinariat seinen Tod mit.“ aus Renate Liessem-Breinlinger: Art. Mohr, Heinrich. In: Badische Biographien Neue Folge. Band I. Kohlhammer, Stuttgart 1982, S. 211–213. VorlagenNr 28-2026 Seite - 3 - Beschlussvorschlag: Der Magistrat wird beauftragt, folgende Straßen im Stadtgebiet Baunatal umzubenennen, sodass sie nicht länger die Namen von Beteiligten und Unterstützern der Nazi-Diktatur, und deren Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit, tragen: - Agnes-Miegel-Straße - Heinrich-Nordhoff-Straße - Wernher-von-Braun-Straße Die anfallenden Kosten für die Anwohner dieser Straßen, für Änderungen an Personalausweis, Reisepass, Fahrzeugschein und eventuelle Gewerbeummeldung, sollen von der Stadt getragen werden. Ferner soll die Porschestraße ein ergänzendes Schild erhalten, welches die Widmung des Namens Porsche auf das Automobil definiert und nicht auf Ferdinand Porsche (so wie es andere Städte es bereits getan haben). Auch der Heinrich-Mohr-Weg soll ein ergänzendes Schild erhalten, welches die Widmung des Namens auf den langjährigen Vorsitzenden des TSV Guntershausen definiert und nicht auf Heinrich Mohr, den Geistlichen und Schriftsteller. Außerdem soll überprüft werden, ob weitere Straßen in Baunatal mit ihren Namen an Beteiligten und Unterstützern der Nazi-Diktatur erinnern. Diese sollen dann ebenfalls einem Umbenennungs- oder Umwidmungsverfahren unterzogen werden. Bei der Vergabe neuer Namen sollen verstärkt die Opfer und Überlebenden des Nazi-Regimes berücksichtigt werden. Frauen sind dabei verstärkt zu berücksichtigen, solange sie unterrepräsentiert sind. Franziska Bünsow Fraktionsvorsitzende

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