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Antrag für eine Resolution zur kommunalen Finanzsituation - Damit das Gemeinwesen und die Daseinsvorsorge Grundlage unserer Demokratie bleibt Interfraktioneller Antrag der SPD, CDU, geo und Grüne vom 09.09.2026
Ergebnis unbekannt
| Typ | Antrag |
| Gemeinde | Gemeinde Lahnau |
| Datum | 2026-09-10 |
| Datenstufe | Nur Dokumente |
| Quelle | Quelldokument herunterladen → |
Zusammenfassung (KI, experimentell)
Die Fraktionen SPD, CDU, Grüne und geo beantragen eine Resolution zur Verbesserung der kommunalen Finanzsituation. Sie kritisieren, dass Bundes- und Landeszuweisungen nicht ausreichen, um ausgeglichene Haushalte zu finanzieren, und fordern eine föderale Reform: Neuordnung der Gemeindesteuern, Umsetzung des Konnexitätsprinzips („Wer bestellt, bezahlt"), Entbürokratisierung, verstärkte Investitionsmittel aus dem Bundesfonds sowie flexiblere Haushaltsregeln. Die Gemeindevertretung sollte am 10.09.2026 beschließend beraten.
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Dokument
Extrahierter Text
Interfraktioneller Antrag der
Fraktionen SPD, CDU, geo und
Grüne
- öffentlich -
AT-13/2026
Fachbereich Politische Gremien
Datum 09.09.2026
Beratungsfolge Termin Beratungsaktion
Gemeindevertretung der Gemeinde Lahnau 10.09.2026 beschließend
Betreff:
Antrag für eine Resolution zur kommunalen Finanzsituation - Damit das
Gemeinwesen und die Daseinsvorsorge Grundlage unserer Demokratie bleibt
Interfraktioneller Antrag der SPD, CDU, geo und Grüne vom 09.09.2026
Beschlussvorschlag:
Antrag:
Dieser interfraktionelle Antrag ersetzt den Antrag der SPD-Fraktion vom 11.02.2026.
Resolution zur kommunalen Finanzsituation – Damit das Gemeinwesen und die Daseinsvorsorge
Grundlage unserer Demokratie bleibt: Die Finanzsituation der Kommunen ist grundsätzlich zu
verbessern: Unsere Gemeinde
Lahnau steht vor großen Herausforderungen: die bestehenden Finanzausgleichsmechanismen im
Land funktionieren nicht mehr. Die Bundeszuweisungen reichen nicht mal mehr aus, um einen
ausgeglichenen Haushalt aufzustellen. Wir verfügen noch über ausreichende Rücklagen, müssen
viele Projekte und notwendige Investitionen jedoch auf Basis von Krediten finanzieren.
Das, was uns in Artikel 28 des Grundgesetzes und in Artikel 137 der Hessischen
Verfassung zugesichert wird, dass der Staat den Kommunen zur Durchführung ihrer Aufgaben die
notwendigen Finanzmittel zur Verfügung stellt, stimmt schon lange nicht mehr.
Deshalb muss dringend eine alle Ebenen, Bund, Land und Kommune, übergreifende Reform her.
Diese muss die Handlungsfähigkeit und Selbstbestimmung unserer Gemeinde wieder herstellen,
insbesondere die soziale Infrastruktur muss finanziert werden und wir brauchen Geld, um die
Transformation der Daseinsvorsorge zu realisieren.
Deshalb fordern wir von der Bundesregierung die Neuordnung der Gemeindesteuern,
insbesondere die Verteilung der Umsatzsteuer zu Gunsten der Kommunen.
Es kann nicht sein, dass wir als Kommune darauf verwiesen werden, die Grundsteuer und
Beiträge zu erhöhen. Dadurch entstehen neue Ungerechtigkeiten, die das gelingende
Zusammenleben in der Kommune gefährden.
Weiterhin bedarf es der Planungssicherheit und Vereinfachung von Mittelzuweisungen: In
unserer Gemeinde wie auch in allen anderen, liegt die Kompetenz Entscheidungen zu treffen und
Priorität zu setzen. Wir brauchen keine detaillierten Prozess- und Umsetzungsauflagen.
Zielvorgaben reichen. Das erhöht die Gestaltungsfreiheit bei der Umsetzung kommunaler
Aufgaben.
Wir fordern das Land und den Bund auf, das Prinzip „Wer bestellt bezahlt“ tatsächlich
umzusetzen. Das Konnexitätsprinzip ist in Art. 137 (6) der Hessischen Verfassung bei
Einführung der Schuldenbremse und auf Drängen der Kommunen, beschlossen worden.
Im Koalitionsvertrag der die Bundesregierung tragenden Parteien ist die Konnexitätsbeziehung
zwischen Bund und den Kommunen aufgeschrieben. Es muss nur noch in politisches Handeln
umgesetzt werden!
Mehr Verantwortung für die Finanzierung der gesamtstaatlichen Leistungen: Der Bund muss
endlich seine gesamtstaatliche Verantwortung für die Bereiche Jugend- und Familienpolitik sowie
im Bereich der Kostenerstattung für die Unterbringung Geflüchteter bewusstwerden und diese
übertragenen Auf-gaben angemessen mitfinanzieren. Wir fordern die Landesregierung auf endlich
alle gesetzlichen Vor-gaben zu überprüfen und konsequent zu entbürokratisieren.
Unsere Verwaltung erstickt an Verordnungen, Verwendungsnachweisen, Statistiken.
Lösungen wären: mehr Ermessenspielräume, beispielsweise beim Einsatz von Personal in
Kindertagesstätten, Verzicht auf aufwendige Verfahren bei Mittelzuwendungen. Dies wäre nicht
nur ein Ausdruck des Vertrauens gegenüber der Gemeinde Lahnau, sondern würde auch unser
Personal entlasten. Investitionsmittel für die Kommunen: Der überwiegende Anteil des
Sondervermögens muss an die Städte und Gemeinde fließen!
Wir fordern, dass der überwiegende Anteil des Sondervermögens, das der Bund durch das
Sondervermögen über 500 Mrd. € in den kommenden Jahren zur Verfügung stellen wird, an uns,
an die Kommunen geht. Schon jetzt sind die Kommunen in Deutschland für 65% der öffentlichen
Investitionen verantwortlich. Diese Mittel müssen unbürokratisch und ohne zwischengeschaltete
Landespro-gramme weitergegeben werden, um Wachstumsimpulse schnell entfalten zu können.
Die Genehmigungspraxis unseres Haushalts muss eine andere werden. Auch bei der
Genehmigung müssen Freiräume geschaffen werden und sie muss an die Lebensrealität
angepasst werden. Es ist notwendig, dass es Ausnahmen von der Festlegung des ausgeglichenen
Haushalts gibt. Der Finanzplanungserlass muss mehr Spielräume ermöglichen. Dazu gehört unter
anderem eine flexible Anerkennung von Haushaltsausgaberesten (auch von mehr als 2%) zur
Deckung von Defiziten anerkannt zu bekommen. Das heißt, dass nachfolgende Defizite verbindlich
berücksichtigt werden und einer Genehmigung nicht im Weg stehen.
Der Kommunale Finanzausgleich muss sozialer ausgestaltet werden: Wir fordern einen sozialen
Faktor im kommunalen Finanzausgleich, der den Einsatz der Kommunen bei der Betreuung von
Kindern, der Jugendarbeit und der Bekämpfung von Kinderarmut und die Integrationsleistungen
mit einbezieht.
Wir bitten um Zustimmung zu unserem Antrag.
Anlage(n):
1. Interfraktioneller Antrag vom 09.09.2026
Für die Fraktionen
Interfraktioneller Antrag aller Fraktionen AT-13/2026 Seite 2 von 3
Ulf Perkitny Ronald Döpp Markus Velten Dr. Jutta Jung-Henrich
Interfraktioneller Antrag aller Fraktionen AT-13/2026 Seite 3 von 3
Text aus PDF extrahiert