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Rattenplage im Stadtgebiet Frechen - Antrag der SPD Fraktion vom 17.06.2026
Ergebnis unbekannt
| Typ | Antrag |
| Gemeinde | Frechen |
| Datum | 2026-09-15 |
| Datenstufe | Nur Dokumente |
| Quelle | Quelldokument herunterladen → |
Zusammenfassung (KI, experimentell)
Die SPD-Fraktion beantragt Maßnahmen gegen die Rattenplage in Frechen. Die Verwaltung konstatiert keine akute Plage, sondern vereinzelte Sichtungen hauptsächlich an Häusern und Grünanlagen, verursacht durch Nahrungsquellen wie wilde Müllablagerungen. Der Ausschuss beschloss, weitere Köderboxen anzuschaffen und eine einjährige Probephase für oberflächige Bekämpfungsmaßnahmen durchzuführen; die Thematik wird in die Beschlussüberwachung aufgenommen.
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Dokument
Extrahierter Text
Beratungsunterlage und Beschlussvorschlag
Der Bürgermeister
FD,Abtl./
bet. Abtl.:
9 / 8-/-8.32-/-9.66 Vorlage Nr.: 653/18/2026
Beschlussfassung Haupt-, Personal- und am: 15.09.2026 TOP: A3.1 öffentlich
Finanzausschuss
Finanzielle Auswirkungen: Ja - Haushalt Haushaltsposition: 11.02.02 52160200
2026/2027
Klimarelevanz: Nein
Betreff:
Rattenplage im Stadtgebiet Frechen
- Antrag der SPD Fraktion vom 17.06.2026
Beschlussvorschlag:
Der Haupt-, Personal- und Finanzausschuss nimmt die Ausführung zur Kenntnis und beauftragt die
Verwaltung mit der Anschaffung von weiteren Köderboxen sowie der Durchführung einer
bedarfsorientierten Probephase (oberflächig) für ein Jahr. Die Thematik ist in die
Beschlussüberwachung aufzunehmen.
Begründung und Erläuterung:
Aktuelle Lage / Meldungen
Grundsätzlich ist unter Berücksichtigung der Anzahl der Meldungen zu Rattensichtungen und der
Auswertung der automatischen Köderboxen im Bereich der Kanalisation nicht von einer akuten
„Rattenplage“ auszugehen. Die gesichteten Ratten sind in den meisten Fällen auf das Vorkommen
von Nahrungsquellen in Form vom Müllsammelplätzen, illegale Müllbeseitigung oder künstlich
geschaffene Futterquellen wie Kompost oder ganzjährig befüllte Vogelhäuser zurückzuführen. Die
Bauten der Ratten befinden sich in der Regel immer in der Nähe der Nahrungsquellen, wie dichte
bzw. geschützte oder nicht gepflegte Grünanlagen, unter Müllcontainer oder Gartenhäuser,
innerhalb von Wandverkleidungen usw.
Für die weitere Erläuterung soll daher zwischen „Kanalratten“ und „Oberflächenratten“
unterschieden werden. Bei den meisten Meldungen zu gesichteten Ratten handelt es sich nicht um
Ratten aus dem Kanal sondern vorrangig um welche, die unmittelbar an Häusern oder Grünanlagen
gesehen wurden und dort auch erkennbare Bauten haben.
Infos oberflächige Meldungen
Für den Bereich Minzestraße / Immergrünweg liegen vereinzelte Hinweise auf Rattensichtungen vor.
Eine aktuelle Meldung aus dem Bereich Minzestraße wurde bereits von den zuständigen Bereichen
gemeinsam geprüft und der Antragsteller:in beantwortet.
Weitere regelmäßige Meldungen zu Rattensichtungen erfolgten aus dem Bereich Burgstraße
(Geschosswohnungsbau). Diese sind auf die wilde Müllablagerung bzw. die flächige Verteilung des
Hausmülls in der Müllsammelanlage zurückzuführen. Bei Ortsbesichtigungen wurden auch hier die
entsprechenden Bauten an Gebäude und Abfallsammelstelle festgestellt. Der Eigentümer wurde
Vorlage-Nr. 653/18/2026 Seite 1
informiert, so dass eine private Beköderung des Bereiches beauftragt werden kann. Der Bereich des
Altglascontainer im Bereich Kölner Straße, der durch Abstellen von wildem Müll und Entsorgung von
Hausmüllsäcken ausreichend Grundlage für die Nagetiere geschaffen hat, könnte durch eine
intensivere Reinigung und somit durch die Entfernung der Nahrungsquelle beseitigt werden.
Grundsätzlich bleibt hier anzuführen, dass die Bekämpfungsmaßnahmen auf privaten Grundstücken
grundsätzlich durch die jeweiligen Eigentümerinnen und Eigentümer zu veranlassen sind. Lediglich
auf öffentlichen Flächen fällt dies in die Zuständigkeit der Stadt. Eine Beköderung in Grünflächen
oder auf Spielplätzen stellt jedoch die Ausnahme dar.
Infos zum Kanalbereich
Nach den vorliegenden Erkenntnissen ergeben sich derzeit keine Hinweise auf ein außergewöhnlich
erhöhtes Rattenaufkommen innerhalb der öffentlichen Kanalisation. Eingehende Meldungen werden
weiterhin bedarfsorientiert geprüft und bei der Wahl der Beköderungsstandorte berücksichtigt.
Die frühere Beköderung in festen (flächendeckende) Kampagnen wurde durch eine ganzjährige,
lageorientierte Beköderung mit gesicherten bzw. elektronisch überwachten Köderboxen ersetzt
(vergl. hierzu auch die Beantwortung zur „Anfrage der SPD Fraktion vom 12.12.2025 – Rattenlage
in Frechen /Stadionsiedlung“). Die Boxen werden ganzjährig betrieben und der Zustand sowie die
Aktivität können fortlaufend nachvollzogen werden. Diese sind technisch so ausgestattet, dass die
Boxen die Nutzung automatisch registrieren.
So befinden sich z.B. im Bereich der Blumensiedlung aktuell drei aktive Köderboxen in der
öffentlichen Kanalisation. Frühere zusätzliche Standorte in diesem Bereich wurden nach längerer
Inaktivität wieder aufgegeben und an anderer Stelle im Stadtgebiet eingesetzt. Die derzeit aktiven
Boxen (87 Stück) zeigen aktuell nur geringe Aktivität, verstärkte Rattenbesuche sind nicht
erkennbar.
Auf Grundlage der aktuellen Kenntnisse besteht aus Sicht der Stadtentwässerung daher derzeit kein
Hinweis auf einen Schwerpunkt innerhalb der öffentlichen Kanalisation. Zusätzliche Maßnahmen in
der Kanalisation sind somit aktuell nicht angezeigt. Bei veränderter Meldelage oder auffälligen
Monitoringdaten wird die Standortbewertung entsprechend angepasst.
Zusammenfassende Hinweise / Prävention
Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass die Maßnahmen in der öffentlichen Kanalisation
nur einen Teilbeitrag leisten können. Ratten nutzen die Kanalisation insbesondere auch als Laufweg,
maßgebliche Nahrungsquellen und Rückzugsräume befinden sich jedoch häufig im oberirdischen
Umfeld oder auf privaten Grundstücken. Wie oben bereits ausgeführt, liegt bei einem Auftreten von
Ratten auf einem privaten Grundstück oder wenn dort Nahrungsquellen, Nistmöglichkeiten oder
Zugänge zur privaten Grundstücksentwässerung bestehen, die Verantwortung für geeignete
Maßnahmen bei den jeweiligen Eigentümerinnen und Eigentümern. Hier sollte bei Bedarf eine
fachkundige Schädlingsbekämpfung eingebunden und auch die private Entwässerungsanlage
berücksichtigt werden.
Ergänzende Hinweise zur Vorbeugung, insbesondere zu Abfallentsorgung, Futterstellen sowie zur
Vermeidung von Unterschlupf- und Nistmöglichkeiten, stellt die Stadt Frechen auf ihrer Internetseite
bereit.
Um für den oberirdischen öffentlichen Bereich verlässlichere Daten zu sammeln und auch ein
Langzeitmonitoring für bestimmte Bereich aufbauen zu können, schlägt die Verwaltung analog der
angewandten Methode bei der Beköderung von Kanälen vor, weitere Boxen für den oberirdischen
Einsatz anzuschaffen und diese bedarfsgerecht und unter Einhaltung der örtlichen Vorgaben
oberirdisch in einer Probephase von einem Jahr zu testen.
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