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Beratung und Beschlussfassung über den Antrag der SPD-Fraktion: Hitzeschutzmaßnahmen für Verbandsgemeinde-eigene Kindertagesstätten und Schulen
Ergebnis unbekannt
| Typ | Antrag |
| Gemeinde | Verbandsgemeinde Aar-Einrich |
| Datum | 2026-09-17 |
| Datenstufe | Nur Dokumente |
| Quelle | Quelldokument herunterladen → |
Zusammenfassung (KI, experimentell)
Die SPD-Fraktion Aar-Einrich beantragt, dass die Verwaltung kurzfristig kostengünstige Hitzeschutzmaßnahmen (Sonnenschutz, Beschattung, Sprinkleranlagen, Lüftungskonzepte) in Verbandsgemeinde-eigenen Kitas und Schulen umsetzt. Zusätzlich soll eine Übersicht zum baulichen Wärmeschutz erstellt und ein langfristiges Konzept entwickelt werden. Die Verwaltung wird aufgefordert, Förder- und Zuschussprogramme zu prüfen. Begründet wird der Antrag mit zunehmenden Hitzeperioden und gesundheitlichen Risiken für Kinder und Personal.
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Dokument
Extrahierter Text
SPD-Fraktion Aar-Einrich
Fraktionsvorsitzende(r)
An den
Vorsitzenden des Verbandsgemeinderates
der Verbandsgemeinde Aar-Einrich
über den Verbandsbürgermeister Lars Denninghoff
Katzenelnbogen, den 22.07.2026
Antrag der SPD-Fraktion Aar-Einrich zur nächsten Sitzung des Verbandsgemeinderates:
Hitzeschutzmaßnahmen für Verbandsgemeinde-eigene Kindertagesstätten und Schulen
Sehr geehrte Damen und Herren,
die SPD-Fraktion Aar-Einrich beantragt, folgenden Tagesordnungspunkt auf die Tagesordnung der
nächsten Sitzung des Verbandsgemeinderates zu setzen und zu beschließen:
Beschlussvorschlag
Der Verbandsgemeinderat möge beschließen:
• Die Verwaltung wird beauftragt, für alle Verbandsgemeinde-eigenen Kindertagesstätten und
Schulen kurzfristig umsetzbare, niederschwellige und kostengünstige Hitzeschutzmaßnahmen
zu prüfen und noch vor Beginn der nächsten Sommer- bzw. Hitzeperiode umzusetzen. Dazu
zählen insbesondere:
– die Anbringung bzw. Ergänzung von außenliegenden Sonnenschutzvorrichtungen (z. B.
Jalousien, Markisen, Sonnensegel) an besonders sonnenexponierten Fenstern,
– die Schaffung zusätzlicher Beschattung auf Schul- und Kitahöfen durch mobile
Sonnensegel, Sonnenschirme oder Pflanzungen,
– die Installation einfacher Verdunstungs- bzw. Sprenkleranlagen im Außenbereich zur
Abkühlung an heißen Tagen,
– organisatorische Sofortmaßnahmen wie angepasste Lüftungskonzepte
(Nachtauskühlung, konsequentes Frühlüften), ausreichende Trinkwasserversorgung sowie
die Bereitstellung von Ventilatoren in besonders betroffenen Räumen.
• Die Verwaltung erstellt eine Übersicht über den baulichen Zustand der Verbandsgemeinde-
eigenen Kitas und Schulen hinsichtlich Wärmeschutzes (u. a. Dämmung, Fenster,
Lüftungstechnik, Verschattung) und legt dem Verbandsgemeinderat auf dieser Grundlage einen
Vorschlag für ein mittel- bis langfristiges Konzept zu baulichen Hitzeschutzmaßnahmen vor, das
bei anstehenden Sanierungs- und Neubauvorhaben konsequent mitgedacht wird.
• Die Verwaltung prüft die Inanspruchnahme von Förder- und Zuschussprogrammen von Land
und Bund zur Finanzierung der genannten Maßnahmen.
Begründung
Hitzeperioden nehmen infolge des Klimawandels in Häufigkeit, Dauer und Intensität zu und belasten
zunehmend auch Kinder, Erzieherinnen und Erzieher sowie Lehrkräfte in Kitas und Schulen
gesundheitlich.
Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) hat wiederholt auf die gesundheitlichen Risiken durch
Überhitzung in Bildungseinrichtungen hingewiesen. In einer aktuellen Pressemitteilung fordert der
VBE-Bundesvorsitzende Tomi Neckov, dass Schulen als Arbeits- und Lernorte einem
uneingeschränkten Gesundheitsschutz unterliegen müssten und angesichts zunehmender
Hitzeperioden verbindliche Hitzeschutzmaßnahmen notwendig seien. Kurzfristig fordert der VBE unter
anderem ausreichenden Sonnenschutz und funktionierende Lüftungssysteme, perspektivisch
Investitionen in eine klimagerechte und hitzeresiliente Schulbaupolitik.
Auch für den frühkindlichen Bereich weist der VBE ausdrücklich darauf hin, dass
Kindertageseinrichtungen in der öffentlichen Debatte um Hitzeschutz nicht aus dem Blick geraten
dürfen. Kinder unter sechs Jahren reagieren nach fachlicher Einschätzung besonders empfindlich auf
hohe Temperaturen; gleichzeitig arbeiten pädagogische Fachkräfte vielerorts unter Bedingungen, die
durch überhitzte Gruppenräume und fehlende Verschattung geprägt sind.
Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV)
hat mit seinem „Ratgeber für Kitas, Grundschulen und Eltern gegen Hitze, UV-Strahlung,
Luftschadstoffe“ konkrete Handlungsempfehlungen für Bildungseinrichtungen veröffentlicht. Der
Ratgeber beschreibt die gesundheitlichen Risiken für Kinder durch Hitze und benennt praxisnahe
Maßnahmen, die von Trägern und pädagogischem Personal kurzfristig umgesetzt werden können –
von angepasstem Lüftungsverhalten über ausreichende Flüssigkeitszufuhr bis hin zu Verschattung im
Innen- und Außenbereich. Ergänzend verweist auch das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit auf
seiner Plattform „Klima-Mensch-Gesundheit“ auf die Bedeutung einer fortlaufenden Berücksichtigung
baulichen Hitzeschutzes bei Planung und Sanierung von Kita- und Schulgebäuden.
Für viele bestehende Gebäude in der Verbandsgemeinde gilt, wie auch überregional berichtet wird,
dass bauliche Standards wie eine moderne Verschattung, energetische Sanierung oder mechanische
Lüftung bislang nicht flächendeckend vorhanden sind. Umfassende bauliche Maßnahmen sind zeit-
und kostenintensiv und können nicht kurzfristig realisiert werden. Umso wichtiger ist es, bereits jetzt
mit einfachen, kostengünstigen und schnell umsetzbaren Sofortmaßnahmen den Gesundheitsschutz
von Kindern und Beschäftigten zu verbessern, ohne die notwendige langfristige bauliche Anpassung
der Gebäude aus dem Blick zu verlieren.
Die SPD-Fraktion Aar-Einrich sieht die Verbandsgemeinde als Trägerin ihrer Kitas und Schulen in der
Verantwortung, ihrer Fürsorgepflicht gegenüber Kindern und Personal nachzukommen und zeitnah
wirksame Hitzeschutzmaßnahmen auf den Weg zu bringen. Gleichzeitig soll frühzeitig der Grundstein
für nachhaltige bauliche Lösungen gelegt werden, um die Einrichtungen dauerhaft an die Folgen des
Klimawandels anzupassen.
Wir bitten um Beratung und Beschlussfassung in der nächsten Sitzung des Verbandsgemeinderates.
Mit freundlichen Grüßen
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Für die SPD-Fraktion Aar-Einrich
Quellen
Verband Bildung und Erziehung (VBE): „VBE fordert Hitzeschutz an Schulen – Ohne Schweiß kein Fleiß?“, Pressemitteilung,
Juni 2026.
VBE Baden-Württemberg: „Hitzewellen belasten Millionen Menschen – VBE: Beim Hitzeschutz Kitas nicht vergessen“, Juli
2026.
Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV): Ratgeber für Kitas,
Grundschulen und Eltern gegen Hitze, UV-Strahlung, Luftschadstoffe, 2023.
Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit: Klima-Mensch-Gesundheit – Hitzeschutz in Kindertageseinrichtungen und
Schulen (hitzeservice.de).
Text aus PDF extrahiert