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Antisemitismus entschieden entgegentreten – Pankower Konsens gegen jede Form von Judenhass verteidigen
Angenommen
| Typ | Antrag |
| Gemeinde | Pankow (Berlin) |
| Datum | 2026-09-02 |
| Datenstufe | Nur Ergebnisse |
| Quelle | Quelldokument herunterladen → |
Zusammenfassung (KI, experimentell)
Die CDU-Fraktion beantragt einen Dringlichkeitsantrag zur Bekämpfung von Antisemitismus in Pankow. Der Antrag wird begründet mit aktuellen antisemitischen Vorfällen während des Berliner Wahlkampfs und fordert die BVV auf, einen parteiübergreifenden Konsens gegen Antisemitismus in jeder Form zu bekräftigen und alle demokratischen Parteien zum entschiedenen Gegensteuern aufzufordern. Der Antrag wurde einstimmig beschlossen.
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Dokument
Extrahierter Text
1.4.1
Drucksache IX-1468
Bezirksverordnetenversammlung
Pankow von Berlin
Dringlichkeitsantrag Ursprung:
Dringlichkeitsantrag, Fraktion der CDU
Fraktion der CDU
Mitzeichnungen:
Beratungsfolge:
02.09.2026 BVV BVV/040/IX
Betreff: Antisemitismus entschieden entgegentreten – Pankower Konsens gegen jede
Form von Judenhass verteidigen
Die BVV möge beschließen:
Die Bezirksverordnetenversammlung Pankow von Berlin bekräftigt ihren klaren und
uneingeschränkten Konsens gegen Antisemitismus in jeder Form.
Die Bezirksverordnetenversammlung Pankow von Berlin:
1. verurteilt ausdrücklich jede Form von Antisemitismus, unabhängig davon, ob dieser aus den
linksextremen, rechtsextremen, islamistischen oder sonstigen politischen und
gesellschaftlichen Spektren heraus geäußert oder verbreitet wird;
2. stellt klar, dass antisemitische Hetze, Gewaltaufrufe und die Verherrlichung oder
Rechtfertigung von Gewalt gegen Israel und Jüdinnen und Juden keinen Platz in Pankow und
Berlin haben;
3. bekräftigt, dass die Solidarität mit Jüdinnen und Juden sowie der Schutz jüdischen Lebens
eine gesamtgesellschaftliche und parteiübergreifende Aufgabe darstellen;
4. begrüßt und bekräftigt den in Pankow bestehenden parteiübergreifenden Konsens gegen
Antisemitismus und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit und setzt sich dafür ein, diesen
auch angesichts zunehmender gesellschaftlicher Spannungen zu bewahren;
5. spricht sich dafür aus, dass politische Parteien, politische Jugendorganisationen, Vereine und
zivilgesellschaftliche Akteure ihrer besonderen Verantwortung gerecht werden und
antisemitischen Äußerungen und Gewaltaufrufen auch dann entschieden entgegentreten,
wenn diese aus dem eigenen politischen oder gesellschaftlichen Umfeld stammen;
6. appelliert an alle demokratischen Parteien, insbesondere im laufenden Wahlkampf, keine
Bühne für antisemitische Inhalte zu bieten und keine Relativierung oder Verharmlosung von
Gewalt zuzulassen.
Berlin, den 02.09.2026
Einreicher: Fraktion der CDU,
David Paul, Denise Bittner und die weiteren Mitglieder der CDU-Fraktion
Begründung siehe Rückseite
Abstimmungsergebnis: Abstimmungsverhalten:
einstimmig
beschlossen mehrheitlich
beschlossen mit Änderung Ja-Stimmen
abgelehnt Gegenstimmen
zurückgezogen Enthaltungen
federführend
überwiesen in den Ausschuss für
mitberatend in den Ausschuss für
sowie in den Ausschuss für
Drs. IX-1468
Begründung:
Antisemitismus ist leider eine hochaktuellegesellschaftliche Herausforderung - auch in Pankow und
Berlin. Eszeigt sich zunehmend, dass antisemitische Einstellungen und Äußerungen aus
unterschiedlichen politischen und weltanschaulichen Richtungen auftreten. Die Aktualität dieser
Herausforderung wird durch mehrere Ereignisse der vergangenen Tage besonders deutlich. Bei einer
Wahlkampfveranstaltung der Neuköllner Linken kam es nach Medienberichten zu einem Auftritt eines
Rappers, bei dem antisemitische Parolen und Gewaltaufrufe gegen Israel vorgetragen worden sein
sollen. Die Veranstaltung und der Umgang damit haben inzwischen eine öffentliche politische
Debatte ausgelöst.
Besonders problematisch ist dabei nicht allein die konkrete Äußerung, sondern die Frage, wem bei
politische Veranstaltungen eine Bühne geben und wo die Grenzen demokratischer
Auseinandersetzung gezogen werden. Wer Antisemitismus bekämpfen will, muss dies unabhängig
davon tun, aus welchem politischen Lager diesekommt. Dass die Dringlichkeit nicht auf einen
einzelnen Vorfall reduziert werden kann, zeigt auch die aktuelle Berichterstattung über einen
antisemitischen Angriff auf einen Grünen-Wahlkämpfer in Steglitz.
Antisemitismus ist keine Angelegenheit eines einzelnen politischen Milieus. Er ist eine
gesamtgesellschaftliche Bedrohung. Auch dem Bezirk Pankow kommt hier eine besondere
Verantwortung zu. In unserem Bezirk hat es in der Vergangenheit mehrfach antisemitische Angriffe
auf Personen gegeben, die den jüdischen Glauben offen gezeigt haben.
Die Geschäftsordnung der BVV Pankow formuliert bereits ausdrücklich den gemeinsamen Einsatz der
Bezirksverordneten gegen Diskriminierung und grundsätzlich gegen jede Form gruppenbezogener
Menschenfeindlichkeit.
Dieser Konsens darf nicht dadurch geschwächt werden, dass bei antisemitischen Äußerungen mit
zweierlei Maß gemessen wird. Antisemitismus bleibt Antisemitismus – unabhängig davon, ob er von
rechts, links, aus islamistischen Milieus oder aus anderen gesellschaftlichen Bereichen kommt.
Gerade vor dem Hintergrund der aktuellen politischen Auseinandersetzungen ist es deshalb wichtig,
dass die BVV Pankow gemeinsam und unmissverständlich für den Schutz jüdischen Lebens und
gegen jede Form antisemitischer Hetze eintritt.
Begründung der Dringlichkeit:
Der Antrag ist insbesondere deshalb dringlich, weil die aktuellen Vorfälle in unmittelbarem zeitlichem
Zusammenhang mit dem Berliner Wahlkampf stehen. Politische Parteien tragen in dieser Phase eine
besondere Verantwortung. Wahlkampf darf niemals dazu führen, dass antisemitische Positionen,
Gewaltverherrlichung oder menschenfeindliche Inhalte als vermeintlich legitimer Bestandteil
politischer Auseinandersetzung normalisiert werden.
Ein besonderer Anspruch muss dabei an diejenigen gestellt werden, die sich selbst als progressive
oder antifaschistische Kräfte verstehen: Wer glaubwürdig gegen Menschenfeindlichkeit eintreten will,
darf bei Antisemitismus aus dem eigenen politischen Umfeld nicht wegsehen. Die vielbeschworene
Brandmauer gegen Menschenfeindlichkeit muss in alle Richtungen gelten.
Text aus PDF extrahiert