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Solaroffensive
Angenommen
| Typ | Antrag |
| Gemeinde | Kempten |
| Datum | 2026-07-23 |
| Datenstufe | Nur Ergebnisse |
| Quelle | Quelldokument herunterladen → |
Dokument
Extrahierter Text
öffentliche Sitzungsvorlage
Ausschuss für Umwelt- und Klimaschutz am 23.07.2026
Amt: 35 Amt für Umwelt- und Naturschutz
Verantwortlich: Anita Bernschneider
Vorlagennummer: 2026/35/373
TOP 2
Solaroffensive
Sachverhalt:
Solaroffensive
im Rahmen des Klimaplans 2035 – Durchführung einer Informations- und
Aktivierungskampagne
Der Klimaplan 2035 der Stadt Kempten (Allgäu) sieht im Handlungsfeld 3 „Versorgung und
Entsorgung“ zur Umsetzung des Ausbaus der Solarenergienutzung im Stadtgebiet eine
Solaroffensive vor, um die vorhandenen Potenziale zur Nutzung der Solarenergie konsequent
zu erschließen. Hintergrund ist der im Zuge der Energiewende zu erwartende deutlich
steigende Strombedarf infolge der zunehmenden Elektrifizierung der Bereiche Wärme und
Mobilität (Sektorenkopplung). Um diesen Bedarf künftig möglichst aus regional erzeugtem,
erneuerbarem Strom decken zu können, ist die Nutzung aller geeigneten Potenziale zur
Stromerzeugung erforderlich. Insbesondere den Dachflächen im Stadtgebiet kommt hierbei
eine zentrale Bedeutung zu.
Nach den zugrunde liegenden Potenzialanalysen könnten auf den geeigneten Dachflächen
im Stadtgebiet jährlich rund 297 GWh Solarstrom erzeugt werden. Bereits eine Ausschöpfung
von etwa 50% dieses Potenzials durch private Eigentümerinnen und Eigentümer sowie
Unternehmen würde einen jährlichen Stromertrag von rund 150 GWh ermöglichen (vgl.
Appell des Klimaschutzbeirats Kempten, 2024). Der aktuelle Ausbaustand beträgt rund 55
MWp; dies entspricht etwa 18,5% der geeigneten Dachflächen (vgl.
marktstammdatenregister.de, Stand: 30.06.2026).
Zudem formuliert das Arbeitsprogramm 2024–2026 zum Klimaplan 2035 das Ziel, bislang
ungenutzte Solarpotenziale im Stadtgebiet zu aktivieren. Hierzu sollen geeignete
Dachflächen von Privathaushalten und Unternehmen verstärkt erschlossen werden, um diese
vorrangig mit Photovoltaikanlagen zu belegen. Vorgesehen sind insbesondere die
Bewerbung des Solarpotenzialkatasters, eine zielgerichtete Öffentlichkeitsarbeit sowie –
soweit rechtlich möglich – Maßnahmen zur Förderung einer verstärkten Nutzung der
Solarenergie.
Auch der Klimaschutzbeirat der Stadt Kempten hat mit seinem Appell aus dem Jahr 2024 zum
Ausbau erneuerbarer Energien die Bedeutung einer deutlichen Beschleunigung des Ausbaus
hervorgehoben. Er ruft Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen ausdrücklich dazu auf,
geeignete Dachflächen mit Photovoltaikanlagen auszustatten und auch kleinere
Möglichkeiten der erneuerbaren Stromerzeugung, beispielsweise Balkonkraftwerke, zu
nutzen (Link: Appel für den Ausbau erneuerbarer Energien zur Stromversorgung des
Stadtgebiets).
Der Ausbau der Photovoltaik hat sich in den vergangenen Jahren zwar etwas beschleunigt,
dennoch besteht weiterhin ein erhebliches ungenutztes Potenzial auf privaten und
gewerblichen Dachflächen.
Zur Umsetzung der Solaroffensive ist eine öffentlichkeitswirksame Informations- und
Aktivierungskampagne vorgesehen. Den Auftakt soll noch im Jahr 2026 eine zentrale
Informationsveranstaltung bilden. Geplant sind Fachvorträge und Informationsangebote,
unter anderem zum Thema „Die eigene PV-Anlage – der einfache Einstieg in die
Energieautarkie“. Ergänzend sind weitere Veranstaltungen vorgesehen, beispielsweise zum
Thema „Wärmepumpe und Photovoltaik – das starke Duo für die Energiewende“. Hierfür ist
mit einem Kostenrahmen von 15.000€ bis 20.000€ zu rechnen; die Kosten sind im Haushalt
des Klimaschutzmanagements abgedeckt. Darüber hinaus sollen kleinere
Folgeveranstaltungen sowie digitale Formate wie Webinare angeboten werden. Bestehende
Kommunikationsformate sollen weiterentwickelt werden. So ist vorgesehen, die bisherige
Kampagne „Check deine Wärme“ zu einer Informationskampagne „Check deine PV-Eignung“
(Arbeitstitel) auszubauen.
Für die Umsetzung der Solaroffensive ist eine Umschichtung bereits veranschlagter
Haushaltsmittel vorgesehen. Die Umschichtung erfolgt anteilig von der Haushaltsstelle
1142.6551-6802 „Umsetzung kommunale Wärmeplanung 2026“ auf die Haushaltsstelle
1142.6551 „Projektarbeit Klimaschutz“. Anlass hierfür ist, dass der Transformationsplan des
ZAK Kempten (Allgäu) nach Aussage des ZAK voraussichtlich erst Anfang 2027 veröffentlicht
wird. Die hierfür vorgesehenen Haushaltsmittel werden im laufenden Haushaltsjahr daher
nicht im ursprünglich geplanten Umfang benötigt.
Vor dem Hintergrund der im Klimaplan 2035 formulierten Zielsetzungen sowie des weiterhin
erheblichen Ausbaubedarfs im Bereich der Solarenergienutzung sollen diese Mittel anteilig
für die Durchführung der Solaroffensive eingesetzt werden. Durch die Mittelumschichtung
können bereits eingeplante Haushaltsmittel zeitnah und zweckgerichtet für eine Maßnahme
verwendet werden, die einen wesentlichen Beitrag zur Erreichung der Klimaschutzziele der
Stadt leistet und die Aktivierung bislang ungenutzter Solarpotenziale unterstützt.
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Beschlussvorschlag:
Der Ausschuss für Umwelt und Klimaschutz beauftragt das Klimaschutzmanagement, die im
Klimaplan 2035 vorgesehene Solaroffensive im dargestellten Rahmen umzusetzen. Hierzu
sind insbesondere geeignete Informations- und Öffentlichkeitsmaßnahmen, eine zentrale
Auftaktveranstaltung sowie ergänzende Veranstaltungs- und Beratungsformate zur
Aktivierung der Solarenergienutzung im Stadtgebiet durchzuführen. Die Umsetzung erfolgt
unter Beachtung der zur Verfügung stehenden Haushaltsmittel sowie der vorgesehenen
Mittelumschichtung.
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