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Stellenplanangelegenheit; 66 - Amt für Tiefbau und Verkehr: Stellenerweiterung im Bereich der ökologischen Planung
Angenommen
| Typ | Antrag |
| Gemeinde | Kempten |
| Datum | 2026-07-27 |
| Datenstufe | Nur Ergebnisse |
| Quelle | Quelldokument herunterladen → |
Dokument
Extrahierter Text
öffentliche Sitzungsvorlage
Ausschuss für Personal und Verwaltung am 27.07.2026
Amt: 10 Amt für Zentrale Dienste
Verantwortlich: Carina Reng, Amtsleitung Amt 10
Vorlagennummer: 2026/10/278
TOP 5
Stellenplanangelegenheit;
66 - Amt für Tiefbau und Verkehr:
Stellenerweiterung im Bereich der ökologischen Planung
Sachverhalt:
Die 0,72 VK-Stelle 664/03 „Sachbearbeiter/in Ökokonto“ wurde im Rahmen der
Weiterentwicklung des Betriebshofs im Jahr 2015 als Stabstelle bei der Amtsleitung des
Amtes für Tiefbau und Verkehr geschaffen und im Jahr 2017 in die dort neugeschaffene
Abteilung Grün- und Freiflächenmanagement integriert. Sie ist derzeit vakant und steht zur
Nachbesetzung an.
Die Aufgaben des Ausgleichsflächen- und Gewässermanagements, die in der Stelle 664/03
zusammengefasst sind, haben in den letzten Jahren stark an Umfang und Komplexität
zugenommen. Das Ausgleichsflächenmanagement ist eine hoheitliche Pflicht nach dem
Bayerischen Naturschutzgesetz (BayNatSchG) und dient der Sicherstellung der biologischen
Vielfalt bei baulichen Eingriffen. Durch die jüngsten Änderungen der Bayerischen
Kompensations- und Naturschutzverordnungen sind die Anforderungen an die Planung,
Durchführung und Dokumentation von Ausgleichs- und Renaturierungsmaßnahmen
erheblich gestiegen. Gleichzeitig ist die Zahl der Bebauungspläne in den letzten fünf Jahren
angestiegen.
Die Abteilung 664 übernimmt für das gesamte Tiefbauamt die Erstellung und Koordination
der Stellungnahmen zu allen Bauleitplanungsprozessen, wobei das Ausgleichs- und
Regenwassermanagement einen wesentlichen Teil dieser Arbeit ausmacht. Der Bedarf an
Ökokontoflächen und an Ausgleichsflächen ist daher rapide gewachsen, während die
vorhandenen Ökokonten der Stadt bereits erschöpft sind.
Durch die Verschärfung der Umweltschutzgesetze haben sich die Anforderungen an die zu
begleitenden Maßnahmen erhöht. Projekte wie die Hochwasserentlastungsmulde Härtnagel,
die Verbesserung der Wasserqualität am Bachtelweiher oder das integrale
Hochwasserschutzkonzept erfordern eine umfassende Projektsteuerung, Kosten- und
Terminkontrolle sowie eine enge Abstimmung mit anderen Fachplanungen (Wasserbau,
Straßenbau und Forst). Darüber hinaus verlangen die zuständigen Behörden (WWA, ALEF,
UNB) bei Eingriffen in den Naturhaushalt aufwendige Genehmigungsverfahren und eine
kontinuierliche Umweltbaubegleitung.
Der Klimawandel verstärkt die Dringlichkeit dieser Aufgaben. In den Jahren 2024 – 2025 traten
im Stadtgebiet mehr als fünf größere Hangrutschereignisse sowie erhebliche
Hochwasserereignisse (z. B. Kollerbach 2024) auf, deren Beseitigung Kosten im sechsstelligen
Bereich verursachte. Ohne ausreichende personelle Kapazitäten können präventive
ökologische Maßnahmen – etwa natürliche Retentionsräume oder die Umsetzung des
Gewässerentwicklungskonzeptes (GEK) – nicht zeitnah realisiert werden, was die Gefahr von
weiteren Schäden erhöht.
Öffentliches und politisches Interesse an einem funktionierenden Natur- und
Gewässerhaushalt ist stark gewachsen. Die Stadt ist verpflichtet, die Maßnahmen transparent
zu dokumentieren und gegenüber Bürgerinnen und Bürgern, Naturschutzverbänden und den
Medien zu kommunizieren.
Fehlt die interne Fachkompetenz, müssen alle Leistungen extern vergeben werden, was zu
erheblichen Mehrkosten und Verzögerungen bei Bau‑ und Genehmigungsverfahren führt.
Dagegen lässt sich durch die Stärkung interner Fachkompetenzen die Abhängigkeit von
teuren externen Dienstleistern reduzieren und gleichzeitig die Planungsqualität erhöhen.
Da der aktuelle Stellenanteil durch die gestiegenen gesetzlichen Anforderungen bereits
ausgelastet ist, können Einsparungen bei externen Planungsleistungen insbesondere dann
erzielt werden, wenn der Stellenanteil auf eine Vollzeitstelle aufgestockt wird.
Daher empfiehlt das Amt für Zentrale Dienste, die 0,72 VK-Stelle um 0,28 VK aufzustocken
und die daraus entstehende Vollzeitstelle unverzüglich auszuschreiben.
Durch die Stellenaufstockung entstehen im Personalhaushalt zwar jährliche Mehrkosten in
Höhe von 26.208 EUR, doch können bereits im kommenden Jahr durch die Übernahme von
Planungsleistungen auf dieser Stelle mehr als 27.500 EUR an externen Planungskosten
eingespart werden. Damit reduziert sich der Ansatz für externe Planungsleistungen beim
Fachamt entsprechend.
Beschlussvorschlag:
Der Ausschuss für Personal und Verwaltung empfiehlt dem Stadtrat für den Stellenplan 2027
folgende Änderung im Amt für Tiefbau und Verkehr und genehmigt in Erwartung des
entsprechenden Stadtratsbeschlusses den sofortigen Vollzug:
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Erweiterung der 0,72 VK-Stelle 664/03 „Sachbearbeiter/in Ökokonto“ mit Bewertung
nach EG 11 TVöD (A II. Spezielle TM 03. Ingenieure) um 0,28 VK auf eine 1,0 VK-Stelle
bei gleicher Bewertung und Bezeichnung
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