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Naturnahe Entwicklung des Stauraums der Brempter Mühle
Beschlussvorlage
| Typ | Beschlussvorlage |
| Gemeinde | Kreis Viersen |
| Datum | 2026-11-11 |
| Quelle | Quelldokument herunterladen → |
Dokument
Extrahierter Text
Sitzungsvorlage
- öffentlich -
Organisationseinheit: Datum Vorlage Nr.
Amt für Bauen, Landschaft und Planung 02.11.2026 211/2026
Beratungsweg voraussichtlicher Sitzungstermin
Beirat bei der unteren Naturschutzbehörde des 11.11.2026
Kreises Viersen
Tagesordnungspunkt:
Naturnahe Entwicklung des Stauraums der Brempter Mühle
Berichterstattung: Dezernent und Kämmerer Heil
Beschluss- bzw. Protokollvorschlag:
Der Beirat bei der unteren Naturschutzbehörde des Kreises Viersen nimmt die Ausführungen der
Verwaltung zur naturnahen Entwicklung des Stauraumes der Brempter Mühle zur Kenntnis.
Erläuterungen:
Veranlassung und Zielsetzung
Der Brempter See liegt im Hauptschluss der Schwalm und wird durch die historische Wehranlage
der Brempter Mühle aufgestaut. Das vom Fließgewässer mittransportierte mineralische und organi-
sche Material lagert sich durch die verringerte Fließgeschwindigkeit im Brempter See ab. Seit der
letzten Entschlammung 1987 hat sich im Brempter See so viel Sediment abgelagert, dass dieses
bereits über dem normalen Einstau liegt.
Der Schwalmverband plant die naturnahe Entwicklung des Stauraums der Brempter Mühle. Haupt-
ziele sind die Erhaltung und Entwicklung der unterschiedlichen, wertvollen Biotopfunktionen inner-
halb des Gefüges des Brempter Sees einerseits sowie der teilweise Erhalt des Stauraums als Be-
standteil der denkmalgeschützten Brempter Mühle und als vorgelagerter Sedimentrückhalteraum für
den Hariksee, andererseits.
Ziele
Durch die Stauanlage und der dadurch verursachten, verringerten Fließgeschwindigkeit lagert sich
das mittransportierte mineralische und organische Material im Brempter See ab. Seit seiner letzten
Entschlammung 1987 hat sich im Brempter See wieder so viel Sediment abgelagert, dass dieses
bereits über dem Dauerstauniveau liegt.
Drucksache 211/2026 Seite - 2 -
Folgende unterschiedliche Ansprüche und Ziele werden an den Brempter See und seine Entwick-
lung gestellt:
1. Die bereits vorhandene Sedimentation innerhalb des Brempter Sees bietet eine gute Möglich-
keit, dass sich die Schwalm innerhalb des heutigen Sees wieder zu einem naturnahen Fließge-
wässer, wie im oberhalb gelegenen Radeveekes Bruch, zurückbildet.
Ziel: Naturnahe Fließgewässerentwicklung im oberhalb gelegenen Seeabschnitt.
2. Das seit 1989 festgelegte Stauziel der Brempter Mühle dient der Erhaltung des oberhalb gele-
genen Radeveekers Bruch. Aus diesem Grund wurde nach dem Einsturz der Wehranlage 1987
diese wieder neu errichtet.
Ziel: Das oberhalb gelegene Feuchtgebiet des Radeveekers Bruch ist als wasserabhängiges
Ökosystem zu erhalten und zu schützen.
3. Die Verlandung geht bereits bis in den Einlaufbereich der vorhandenen Fischaufstiegsanlage
und schränkt damit ihre Funktionalität ein. Somit ist auch die ökologische Durchgängigkeit an
dieser Stelle nicht mehr gegeben.
Ziel: Die ökologische Durchgängigkeit der Fischaufstiegsanlage ist wieder herzustellen.
4. Durch die Verlandung geht die kulturhistorische Bedeutung der Brempter Mühle mit dem ihr
angeschlossenen Stausee verloren.
Ziel: Die kulturhistorische Bedeutung des Mühlenweihers ist zu erhalten.
5. Die Verlandung ist inzwischen so weit fortgeschritten, dass ein weiterer Sedimentrückhalt im
Brempter See nicht mehr gegeben ist und die Sedimente zum Hariksee weiter transportiert wer-
den. Dieser ist eines der größten Stillgewässer der Region und stellt seit jeher einen wertvollen
Lebensraum für Wasservögel und Amphibien bzw. eines der bedeutendsten Naherholungsge-
biete im Schwalmeinzugsgebiet (Kreis Viersen, 2024) dar. Durch die reduzierte Fließgeschwin-
digkeit im See kommt es hier wiederum zu einer ungewünschten Verlandung des Hariksees.
Um dieser Verlandung entgegenzuwirken, wurde bereits in den Jahren 2022/2023 (Schwalm-
verband, 2021) der Stauraum des Vorbeckens des Hariksees über eine Sedimentumlagerung
als Teil des Gesamtkonzeptes zum Sedimentmanagement zwischen dem Brempter See und
dem Hariksee bzw. im Schwalmeinzugsgebiet wieder hergestellt.
Ziel: Der Hariksee ist als bedeutungsvolles Stillgewässer zu erhalten. Dies kann dadurch er-
reicht werden, dass der zukünftig kleinere Brempter See in einem Teilbereich als „Sediment-
fang“ für den Hariksee unterhalten wird.
Drucksache 211/2026 Seite - 3 -
Maßnahmenraum M1: Sedimententnahme
Zur Wiederherstellung des Stauraumes im Maßnahmenraum M1 sollen circa 4500 m³ Sedimente
bis zu einer Tiefe von durchschnittlich circa 2 m entnommen werden. Die Sedimententnahme er-
folgt im Nassbaggerverfahren. Der Maßnahmenraum 1 macht etwa 1/3 der Maßnahmenfläche aus.
Maßnahmenraum M2: Naturnahe Entwicklung der Schwalm durch Sukzession
Im Maßnahmenraum M2 soll sich die Schwalm eigenständig entwickeln. Nur bei Bedarf ist es zu-
künftig vorgesehen, dass das bereits vorhandene Initialgerinne weiter profiliert wird, um den Ent-
wicklungsprozess zu beschleunigen. Hierbei würde das aus dem Profil entnommene Sediment auf
die bereits vorhandenen Sedimentbänke im Brempter See umgelagert werden. Die bereits vorhan-
denen und „naturnahen“ Uferbereiche bleiben dabei verschont. Der Maßnahmenraum 2 erstreckt
sich auf etwa 2/3 der Maßnahmenfläche.
Drucksache 211/2026 Seite - 4 -
Eine Präsentation zu Vorlage Nr. 211/2026 wird nachgereicht.
Finanzielle Auswirkungen
Produkt(e) / Kostenstelle(n)
X Keine.
Ja, bereits berücksichtigt.
Ja, folgende Abweichung: lfd. HHJ lfd. HHJ + 1 lfd. HHJ + 2 lfd. HHJ + 3
Aufwendungen / Auszahlungen
Erträge / Einzahlungen
Erläuterung zur finanziellen Abweichung (einschl. Rechtsgrundlage für die Aufgabe, Deckung
etc.):
G i e l e n
Landrat
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