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Auf Vorschlag der Liste Weltoffen Integration Ratingen (WIR): Potenziale von Menschen mit internationaler Familiengeschichte hervorheben – keinen Wahlkampf auf dem Rücken dieser Menschen“
Beschluss
| Typ | Beschluss |
| Gemeinde | Ratingen |
| Datum | 2026-11-12 |
| Quelle | Quelldokument herunterladen → |
Dokument
Extrahierter Text
W I R – Weltoffen Integration Ratingen – Am Westbahnhof 15 - D 40878 Ratingen
An den 23.10.2026
Vorsitzenden
des Ausschusses für Chancengerechtigkeit
und Integration der Stadt Ratingen
Herr Jamal Al Masude
Minoritenstr. 2-6
40878 Ratingen
„Potenziale von Menschen mit internationaler Familiengeschichte hervorheben – keinen
Wahlkampf auf dem Rücken dieser Menschen“
Beschluss
Der Ausschuss für Chancengerechtigkeit und Integration beschließt, den nachfolgenden Text an die
Parteien zu versenden:
An die Wahlkämpferinnen und Wahlkämpfer zur Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen 2027
Ministerpräsident Hendrik Wüst hat anlässlich seines Türkeibesuchs Ende September 2026 zum 65.
Jahrestag des Anwerbeabkommens mit der Türkei darauf hingewiesen, dass zugewanderte Menschen
viel zu lange mit Defiziten und gesellschaftlichen Herausforderungen in Verbindung gebracht und
nicht als Chance für unser Land gesehen worden seien.
„Viele gut ausgebildete junge Leute, die beide Kulturen kennen, oft beide Sprachen als Muttersprache
beherrschen – wenn das keine Chance ist?“
Der Ausschuss für Chancengerechtigkeit und Integration unterstreicht die Bedeutung dieser Aussage
und weist ausdrücklich auf das große Potenzial von Menschen mit internationaler Familiengeschichte
hin. Durch ihre Sozialisation in zwei oder mehreren Kulturkreisen und ihr Aufwachsen mit zwei oder
mehreren Sprachen bringen viele von ihnen wertvolle Erfahrungen, Perspektiven und Kompetenzen
mit, die unsere Gesellschaft bereichern und stärker genutzt werden sollten.
Wir möchten nachdrücklich darauf hinweisen, dass sich aufgrund der seit Jahren häufig undifferenziert
geführten Diskussion über vermeintliche „Defizite von Menschen mit Migrationsgeschichte“ und
„Probleme der Integration“ Millionen Menschen mit internationaler Familiengeschichte in Nordrhein-
Westfalen verletzt, gekränkt und ausgegrenzt fühlen. Viele von ihnen sind wahlberechtigt, haben
W I R – WELTOFFEN INTEGRATION RATINGEN KONTAKT:
Au sschuss für Chancengerechtigkeit und Integration Ratingen Am Westbahnhof 15
1.Mitglied: Jamal Al Masude 40878 Ratingen
2.Mitglied: Enes Karaca Jamal Al Masude: 0173 5737737
3.Mitglied: Hilal Beyza Karayel E-Mail: [email protected]
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jedoch zunehmend den Eindruck, dass ihre Anliegen, Themen und Probleme von den Parteien nicht
ausreichend wahrgenommen werden.
Dieser gesellschaftlich spaltenden Entwicklung muss entschieden entgegengewirkt werden.
Um den gesellschaftlichen Zusammenhalt in unserem durch Migration geprägten Bundesland
Nordrhein-Westfalen zu stärken, ist es wichtig, das landespolitische Handeln künftig konsequent an
folgenden Zielen auszurichten:
Das Zugehörigkeitsgefühl von Menschen mit internationaler Familiengeschichte zu Nordrhein-
Westfalen stärken.
Die Potenziale dieser Menschen erkennen, fördern und als wertvolle Ressource für unsere
Gesellschaft in den Mittelpunkt stellen.
Ihre Herkunftsidentität als untrennbaren Teil ihrer Persönlichkeit anerkennen und ihre
Bikulturalität wertschätzen, anstatt ihre Loyalität gegenüber Deutschland infrage zu stellen.
Dies beginnt bereits im Wahlkampf!
Wir fordern Sie deshalb auf, in Ihrem Wahlkampf aktiv:
die Potenziale von Migration und von Menschen mit internationaler Familiengeschichte für
unsere Gesellschaft hervorzuheben;
Vorurteile weder zu schüren noch innerhalb der eigenen Partei zu dulden;
pauschalisierenden und diskriminierenden Aussagen sowie Rassismus entschieden
entgegenzutreten;
keinen Wahlkampf auf dem Rücken von Menschen mit internationaler Familiengeschichte zu
führen.
Die populistischen Debatten der vergangenen Jahre sind für Millionen Menschen mit internationaler
Familiengeschichte eine erhebliche Belastung. Sie verzerren die gesellschaftliche Wirklichkeit, fördern
Ausgrenzung und stärken letztlich die Position rechtspopulistischer Kräfte.
Nordrhein-Westfalen braucht einen Wahlkampf, der Menschen verbindet, statt sie gegeneinander
auszuspielen. Die Vielfalt unserer Gesellschaft ist eine Stärke, die anerkannt, geschützt und aktiv
gestaltet werden muss.
Wir erwarten deshalb von allen demokratischen Parteien, dass sie dieser Verantwortung gerecht
werden und Menschen mit internationaler Familiengeschichte mit Respekt, Wertschätzung und auf
Augenhöhe begegnen.
Für einen respektvollen Wahlkampf, für gesellschaftlichen Zusammenhalt und für ein
Nordrhein-Westfalen, in dem alle Menschen dazugehören.
„Der Rat der Stadt Ratingen wird gebeten, den Beschluss des Ausschusses zu übernehmen und sich
dessen Forderungen ausdrücklich anzuschließen“
Al Masude Jamal Enes Karaca Hilal Beyza Karayel
Text aus PDF extrahiert