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Antrag der Bürgerkammer Neuschloß - Rattenproblem in Neuschloß und in ganz Lampertheim
Sonstiges
| Typ | Sonstiges |
| Gemeinde | Lampertheim |
| Datum | 2026-11-05 |
| Quelle | Quelldokument herunterladen → |
Dokument
Extrahierter Text
BÜRGERKAMMER NEUSCHLOß
Direkte freiwillige und überparteiliche Bürgerbeteiligung
Eingang
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Justiziar;
An den ~l '/. 7. Okt. 2026
Magistrat der Stadt Lampertheim j buro ,
Römerstraße 102 Anhorunn•-1 K.op1e 011.
ausschuss
68623 Lampertheim
Lampertheim, 26.10.2026
Antrag: Prüfantrag Rattenproblem Neuschloß und in ganz Lampertheim
Sehr geehrte Damen und Herren,
Sachverhalt:
Aktuell verzeichnen wir eine Häufung von Beschwerden aus der Bevölkerung in Neuschloß.
Bürgerinnen und Bürger berichten vermehrt von Ratten in Gärten, auf Terrassen, an öffentlichen
Plätzen sowie im Bereich von Gullideckeln und der Lärmschutzwand.
Diese Zunahme in den vergangenen Jahren hat verschiedene konkrete Ursachen, die durch das
Zusammenspiel von Klimawandel, Siedlungsstruktur und neuen gesetzlichen Regelungen verstärkt
werden:
• Milder Winter und Klimawandel: Steigende Temperaturen führen dazu, dass mehr Nager
die kalte Jahreszeit überstehen, länger aktiv bleiben und sich schneller vermehren.
Gleichzeitig begünstigt die zunehmende Bodenaustrocknung Schäden an den
Rohrleitungen.
• Reichlich Nahrungsangebot: Das Füttern von Katzen und Vögeln im Freien, offener Müll,
Gelbe Säcke, achtlos weggeworfene Lebensmittel und insbesondere Speisereste in der
Toilette dienen als ideale Nahrungsquellen.
• Zufluchtsorte in Abwassersystemen und Lärmschutzwänden: Defekte Rohrleitungen,
offene Gullys, Toilettenzugänge oder Gabionen bieten den Tieren optimalen Unterschlupf.
• Verbot von Rattengift für Privatpersonen: Seit Anfang des Jahres ist der freie Verkauf
von Rattengift an Privatpersonen in Deutschland verboten.
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Direkte freiwillige und überparteiliche Bürgerbeteiligung
Antrag:
Um dem Anstieg der Rattenpopulation nachhaltig entgegenzuwirken, fordern wir die
Verwaltung auf, ein zukunftsfähiges Konzept für ein modernes Rattenmanagement zu
entwickeln. Der Fokus soll dabei auf einer intelligenten Verknüpfung von präventiver
Sensorik, digital vernetzten Abwehrmethoden - wie mechanischen Bolzenfallen - und der
Einbindung der Bevölkerung liegen.
Darüber hinaus wird die Verwaltung um einen umfassenden Bericht im Ortsbeirat gebeten,
der sowohl den aktuellen Sachstand als auch die geplante zukünftige Strategie transparent
darlegt.
Begründung:
Ratten können gemäß dem Umweltbundesamt als Gesundheitsschädlinge mehr als 100
verschiedene Krankheiten auf den Menschen und Haustiere übertragen.
Sie verbreiten Erreger über ihren Kot, Urin, Speichel, Bisse oder Parasiten (wie Flöhe und Milben).
Zu den übertragbaren Krankheiten gehören z. B.:
• Leptospirose (Weil'sche Krankheit): Bakterielle Infektion, die durch Kontakt mit Urin in
Gewässern oder feuchter Umgebung übertragen wird und Nieren- oder Leberversagen
auslösen kann.
• Hantaviren: Viren, die über Ausscheidungen in die Luft gelangen und grippeähnliche
Symptome sowie Nierenprobleme verursachen.
• Salmonellose: Bakterien, die Lebensmittel verunreinigen und Magen-Darm-Erkrankungen
auslösen.
• Weitere Erreger: Dazu zählen unter anderem Tollwut, Tuberkulose, Trichinose, E. coli und
Bandwürmer.
Die aktuelle Schädlingsbekämpfung orientiert sich streng an den rechtlichen Vorgaben. Demnach
dürfen Köder weder prophylaktisch noch flächendeckend im gesamten Kanalnetz ausgelegt
werden. Eine Bekämpfung ist erst nach dem Nachweis einer hohen Population zulässig und darf
nur punktuell erfolgen.
Erfahrungen anderer Kommunen zeigen jedoch, dass der Einsatz intelligenter Fallensysteme den
Einsatz von Chemikalien massiv reduziert. Durch diese Anpassung der Vorgehensweise lässt sich
der Gesundheitsschutz der Bürgerinnen und Bürger deutlich verbessern, während gleichzeitig die
strengen Auflagen des Umwelt- und Tierschutzes erfüllt werden.
gez. Carola Biehal
Bürgerkammer Neuschloß
Text aus PDF extrahiert