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Die Rolle der Wissenschaft und der Hochschulen bei der Erforschung und Stärkung demokratischer Resilienz im Land Bremen
Beschlussvorlage
| Typ | Beschlussvorlage |
| Gemeinde | Bremen |
| Datum | 2026-11-04 |
| Quelle | Quelldokument herunterladen → |
Dokument
Extrahierter Text
Die Senatorin für Umwelt, Klima
und Wissenschaft
5/51
Auskunft erteilt:
Dr. Stefanie Walther
Tel. 361 6864
Datum:
26. Oktober 2026
Vorlage VL 21/8513
- öffentlich -
Beratungsfolge
Gremium Termin Beratungsaktion
Ausschuss für Wissenschaft, Medien,
Datenschutz, Informationsfreiheit und 4. November 2026 Kenntnisnahme
Digitalisierung
Titel der Vorlage
Die Rolle der Wissenschaft und der Hochschulen bei der Erforschung
und Stärkung demokratischer Resilienz im Land Bremen
Wirtschaftlichkeit: Keine WU
VL-Nummer Senat:
Sachdarstellung
Die Abgeordnete Frau Dr. Franziska Tell (Bündnis 90/ Die Grünen) hat um einen
Bericht zum Thema „Die Rolle der Wissenschaft und der Hochschulen bei der
Erforschung und Stärkung demokratischer Resilienz im Land Bremen“ mit
nachstehenden Fragen gebeten:
1. Forschungslandschaft und strategische Schwerpunkte:
a. Welche konkreten interdisziplinären Forschungsprojekte, Institute oder
Schwerpunkte zur Erforschung von Demokratiefeindlichkeit,
Rechtsextremismus und gesellschaftlicher Polarisierung existieren
aktuell an der Universität Bremen, der Hochschule Bremen (HSB), der
Hochschule für Künste (HfK) und der Hochschule Bremerhaven?
b. Welcher Stellenwert wird diesem Themenfeld im Zuge der Umsetzung
der strategischen Ziele des Wissenschaftsplans 2030 beigemessen,
und welche Synergien ergeben sich hierbei zwischen den
Fachbereichen?
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c. Welche strategischen, organisatorischen oder kooperativen
Rahmenbedingungen schafft der Senat (z. B. durch
Vernetzungsinitiativen, Anreizsysteme oder Beratungsangebote), um
bremische Forscher*innen dabei zu unterstützen, drittmittelgeförderte
Forschungsprojekte bei nationalen und europäischen Programmen (z.
B. BMBF-Ausschreibungen, EU Horizon, DFG oder Bundesprogramme
wie „Demokratie leben!“) zur Demokratie- und Resilienzforschung
erfolgreich einzuwerben?
2. Wissenstransfer in die Zivilgesellschaft (Third Mission):
a. Wie wird das im Wissenschaftsplan 2030 verankerte Ziel des
gesellschaftlichen Wissenstransfers genutzt, um wissenschaftliche
Erkenntnisse über demokratische Resilienz direkt in
zivilgesellschaftliche Institutionen, Schulen und die politische
Erwachsenenbildung im Land Bremen einzuspeisen?
b. Welche Kooperationsformen existieren an dieser Schnittstelle zwischen
den Hochschulen und außeruniversitären Partner*innen (z. B. der
Landeszentrale für politische Bildung)?
3. Demokratische Resilienz und Schutzraum Hochschule:
a. Welche Maßnahmen und Strukturen (z. B. Beratungsstellen,
Bedrohungsmanagement, rechtliche Unterstützung) halten die
bremischen Hochschulen vor, um die Resilienz ihrer eigenen
Institutionen gegen antidemokratische Unterwanderung,
Wissenschaftsfeindlichkeit und die gezielte Einschüchterung oder
Diffamierung von Wissenschaftler*innen und Student*innen (insb. im
digitalen Raum) zu sichern?
b. Inwieweit verfügen die Hochschulen über klare Leitlinien,
Handreichungen oder Unvereinbarkeitsbeschlüsse gegen
rechtsextreme und verfassungsfeindliche Aktivitäten auf dem Campus,
um einen diskriminierungsfreien und demokratischen Diskursraum zu
garantieren?
4. Verzahnung mit der wissenschaftlichen Lehrer*innenbildung:
a. Da die Lehrer*innenbildung an der Universität Bremen das
wissenschaftliche Fundament für die spätere demokratische Bildung an
unseren Schulen legt: Wie fest und verbindlich sind die
Themenkomplexe „Demokratiebildung“, „Umgang mit Desinformation“
und „Extremismusprävention“ in den Curricula der
Lehramtsstudiengänge (Bachelor/Master) verankert?
b. Wie kooperieren die Fachbereiche der Universität hierbei strategisch
mit dem IQHB (Institut für Qualitätsentwicklung im Bildungswesen
Bremen) sowie dem Landesinstitut für Schule (LIS), um sicherzustellen,
dass aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse zur
Demokratiefeindlichkeit direkt in die datengestützte Schulentwicklung
und die pädagogische Praxis einfließen?
Beschlussvorlage Ausschüsse/Deputationen VL 21/8513 2 von 13
Die Senatorin für Umwelt, Klima und Wissenschaft beantwortet die Fragen wie folgt,
wobei keine explizite Rückmeldung der Hochschule für Künste vorliegt.
Zu 1a. Welche konkreten interdisziplinären Forschungsprojekte, Institute oder
Schwerpunkte zur Erforschung von Demokratiefeindlichkeit,
Rechtsextremismus und gesellschaftlicher Polarisierung existieren aktuell an
der Universität Bremen, der Hochschule Bremen (HSB), der Hochschule für
Künste (HfK) und der Hochschule Bremerhaven?
An der Universität Bremen werden die genannten Themen in der fachlichen Breite
aufgenommen. Am Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik (SOCIUM)
untersucht die Abteilung „Demokratie und soziale Konflikte“ den Wohlfahrtsstaat,
soziale Ungleichheiten sowie politische und gesellschaftliche Spannungen.
Beispielhaft zu nennen wäre das laufende Projekt „Protest as a Democracy Test:
Protest Culture under Transformation and as a Transformative Power (ProTest)“ oder
die Arbeitsgruppe „Computational Social Sciences, die quantitative Methoden mit der
Untersuchung von politischer Kommunikation, politischer Partizipation,
Parteienwettbewerb und Protestbewegungen verbindet. Vor Kurzem endete die
Förderung des Projektes „Datenportal Rassismus- und Rechtsextremismusforschung
(DP-R|EX)“ (Förderung bis 31.08.2026).
Ebenfalls zu nennen ist das Forschungsinstitut Gesellschaftlicher Zusammenhalt
(FGZ) am Standort Bremen. Das bundesweite Institut ist in Bremen im
Forschungsschwerpunkt sozialer Wandel und Sozialpolitik verankert. Forschende
untersuchen dort unter anderem Polarisierungsdynamiken in sozialen Medien sowie
die Bedingungen des gesellschaftlichen Zusammenhalts.
Am Institut für Politikwissenschaft (IPW) decken die Arbeitsbereiche des Instituts
Themenfelder wie Politische Gewalt, Politische Kommunikation und Politische
Theorie ab und analysieren antidemokratische Entwicklungen. Die Forschung im
IPW ist in eigenständigen Forschungsinstituten, die mit dem IPW verbunden sind,
organisiert: dem Institut für Interkulturelle und Internationale Studien (InIIS) und dem
SOCIUM.
Des Weiteren ist die Verbundforschungsplattform Worlds of Contradiction (WOC) zu
nennen. Sie ist interdisziplinär angelegt und beleuchtet gesellschaftliche
Widersprüche. Zudem veranstaltet WoC fakten- und demokratiebezogene
Ringvorlesungen (wie etwa die Reihe „Gefährdete Demokratie“ des Netzwerks Profs
gegen Rechts).
Das Zentrum für Medien-, Kommunikations- und Informationsforschung (ZeMKI)
untersucht die Auswirkungen des digitalen Medienwandels auf öffentliche
Kommunikation und politische Meinungsbildung. In einem aktuellen
Forschungsprojekt „Politischer Diskurs: Kommunikative KI und deliberative Qualität“
(2025 bis 2028) wird untersucht, wie KI-basierte Social Bots politische Online-
Diskurse beeinflussen und welche Auswirkungen dies auf die Qualität deliberativer
Prozesse hat.
Beschlussvorlage Ausschüsse/Deputationen VL 21/8513 3 von 13
An der Hochschule Bremen (HSB) ist das Thema insbesondere in der Fakultät 3 im
Kompetenzfeld „Individuum, Organisation, Sozialraum und Gesellschaft“ des
Forschungsclusters „Lebensqualität“ verortet. Im Rahmen der HSB-Clusterförderung
wurden folgende Projekte finanziert:
• Politische Beteiligung als Basis einer modernen Gesellschaft - Welche Rolle
spielt der Politikunterricht für das politische Interesse von jungen Menschen?
• Postdemokratische Tendenzen und Rechtspopulismus - Problemanalyse und
Folgen für Theorie und Praxis
• Neue Heimat Salafismus? Hinwendungsprozesse von Jugendlichen und
subkulturellen Cliquen zu einem fundamentalistisch ausgelegten Islam und
deren pädagogische Bearbeitung
Derzeit werden an der HSB keine Drittmittelprojekte zur Thematik durchgeführt.
Die Lehre und Forschung an der Hochschule Bremerhaven ist überwiegend
technisch-naturwissenschaftlich bzw. betriebswirtschaftlich ausgerichtet. Ein
eigenständiger Forschungsschwerpunkt zur Erforschung von
Demokratiefeindlichkeit, Rechtsextremismus und gesellschaftlicher Polarisierung
besteht dementsprechend nicht. Im Bachelorstudiengang „Soziale Arbeit" ist ein
Modul mit dem Titel „Rechtspopulismus und Demokratiefeindlichkeit" verankert, ein
korrespondierendes Forschungsprojekt existiert hierzu nicht. Zukünftig plant der
Studiengang solche interdisziplinären Projekte.
Zu 1b. Welcher Stellenwert wird diesem Themenfeld im Zuge der Umsetzung
der strategischen Ziele des Wissenschaftsplans 2030 beigemessen, und
welche Synergien ergeben sich hierbei zwischen den Fachbereichen?
Grundsätzlich wird dem Themenfeld an allen Hochschulen ein hoher Stellenwert
beigemessen. An der Universität Bremen wird es als Querschnittsthema behandelt,
so dass es alle Forschungs- und Lehrbereiche betrifft. Der Akademische Senat der
Universität hat sich mit dem Thema „Institutionelle Resilienz“ im Rahmen einer
ganztägigen internen Klausurtagung am 11.05.2026 auseinandergesetzt und im
Anschluss eine Arbeitsgruppe unter Beteiligung von Vertreter:innen aller
Statusgruppen und Leitung durch die Rektorin konstituiert. In Kooperation mit der
Verbundforschungsplattform Worlds of Contradiction (WOC) veranstaltete das
Netzwerk „Profs gegen Rechts“ im Sommersemester 2026 erneut die
Vorlesungsreihe „Gefährdete Demokratie“ und beleuchtete hier insbesondere den
Druck auf die Wissenschaftsfreiheit sowie Ursachen antidemokratischer Kräfte.
https://www.uni-bremen.de/kultur/profil/aktuelles/detailansicht/vorlesungsreihe-im-
sommersemester-2026-gefaehrdete-demokratie
Auch an der Hochschule Bremen wird dem Thema Demokratie in der Lehre und
damit auch im Studium ein hoher Stellenwert zugemessen, der sich sowohl im
hochschuldidaktischen Programm als auch im kürzlich durchgeführten Tag des
Lehren- und Lernens (TdLL) zum Thema „Demokratie im Dialog – Mitdenken,
Beschlussvorlage Ausschüsse/Deputationen VL 21/8513 4 von 13
Mitreden, Mitgestalten“ zeigt. Im Rahmen des TdLL fand ein fachübergreifender
Austausch mit um die 80 Personen aus allen Fachbereichen und Statusgruppen statt
(www.hs-bremen.de/tdll). Fachbereichsübergreifend ist an der HSB ein
hochschulweites Demokratienetzwerk ins Leben gerufen worden. Das
Demokratienetzwerk ist ein Zusammenschluss von Lehrenden und Mitarbeitenden
der HSB. Es setzt sich mit der Bedeutung demokratischer Werte auseinander – für
das persönliche Handeln, für die Arbeit in der Hochschule und für die Gesellschaft
insgesamt. Zugleich geht es um die Frage, welche konkreten Aufgaben und
Verantwortlichkeiten sich daraus für die Mitglieder der Hochschule ergeben.
Angesichts aktueller politischer Entwicklungen gehört dazu auch, darüber zu
diskutieren, wie demokratische Grundwerte geschützt und verteidigt werden können:
Demokratie muss immer wieder gestärkt werden, sie ist keine Selbstverständlichkeit.
Die HSB beteiligt sich zudem an der Initiative #HochschulenZeigenHaltung. Sie setzt
damit ein klares Zeichen für Demokratie, Vielfalt und eine offene, solidarische
Hochschulkultur.
Ziel ist es, auf antidemokratische, rassistische Einflussnahmen und Angriffe auf
Wissenschaft und Hochschulen aufmerksam zu machen und zugleich ein klares
Bekenntnis zu einer offenen, solidarischen und pluralen Hochschulkultur zu
formulieren.
Aufgrund ihrer inhaltlichen Ausrichtung verfügt die Hochschule Bremerhaven über
keinen eigenständigen Forschungs- oder Lehrschwerpunkt im Themenfeld der
demokratischen Resilienz. Gleichwohl ist sich die Hochschule ihrer gesellschaftlichen
Verantwortung bewusst und versteht das Themenfeld als Querschnittsaufgabe.
Einen Beitrag leistet sie insbesondere durch die in den Studiengängen verankerte
Vermittlung wissenschaftlicher Arbeitsweisen und eines kritischen Umgangs mit
Informationen und Quellen sowie durch die Mitwirkung der Studierenden in den
Gremien der akademischen Selbstverwaltung. Darüber hinaus hat sich die
Hochschule zum Ziel gesetzt, Wissenschaftsfeindlichkeit durch eine verbesserte
Wissenschaftskommunikation entgegenzuwirken. Da das Themenfeld nicht
fachspezifisch verankert ist, ergeben sich Synergien weniger zwischen einzelnen
Fachbereichen als vielmehr über fachbereichsübergreifende Strukturen, etwa die
Aktivitäten der Wissenschaftskommunikation und die Angebote des Zentrums für
Chancengerechtigkeit und Diversity.
Zu 1c. Welche strategischen, organisatorischen oder kooperativen
Rahmenbedingungen schafft der Senat (z. B. durch Vernetzungsinitiativen,
Anreizsysteme oder Beratungsangebote), um bremische Forscher*innen dabei
zu unterstützen, drittmittelgeförderte Forschungsprojekte bei nationalen und
europäischen Programmen (z. B. BMBF-Ausschreibungen, EU Horizon, DFG
oder Bundesprogramme wie „Demokratie leben!“) zur Demokratie- und
Resilienzforschung erfolgreich einzuwerben?
Beschlussvorlage Ausschüsse/Deputationen VL 21/8513 5 von 13
Das Land Bremen unterstützt die Universität und die Hochschulen mit verschiedenen
Instrumenten insbesondere dabei, Forschungsprofile zu entwickeln und die
Voraussetzungen für die Einwerbung nationaler und europäischer Drittmittel, auch im
Bereich der Demokratie- und Resilienzforschung, zu stärken.
Eine zentrale Rolle an der Universität Bremen spielt die Anlauf- und
Projektfinanzierung im Forschungsbereich (APF). Sie ermöglicht die strategische
Entwicklung von Forschungsbereichen, den Aufbau und die Weiterentwicklung von
Forschungsstrukturen sowie die Vorbereitung von Forschungsverbünden und damit
die Entwicklung drittmittelfähiger Forschungsvorhaben. Davon profitieren unter
anderem die für die WOC, ZeMKI und der Wissenschaftsschwerpunkt „Sozialer
Wandel, Sozialpolitik und Staat“ dessen Wissenschaftler:innen in die
Forschungsstrukturen von SOCIUM und FGZ eingebunden sind.
Mit den vom Senat bereitgestellten Mitteln zur Vorbereitung und Entwicklung der
Exzellenz Cluster- und Gesamtstrategie wurden zudem zwischen 2020 und 2025
gezielt Forschungsprofile und wissenschaftliche Expertise für die Beteiligung an
hochkompetitiven nationalen und internationalen Drittmittelverfahren gestärkt. Hierzu
gehörten insbesondere ab 2021 die Finanzierung von strategisch ausgerichteten
Professuren. Ein Beispiel aus dem für die Demokratie- und Resilienzforschung
relevanten Bereich ist die Tenure-Track-Professur für die AG Computational Social
Science.
Darüber hinaus unterstützt das Land Bremen seit 2019 die Beteiligung von
Wissenschaftler:innen an den Marie-Skłodowska-Curie-Maßnahmen (MSCA) im
Rahmen von Horizon Europe durch eine anteilige Kofinanzierung der
Personalkosten, soweit diese nicht durch die EU-Förderung abgedeckt sind. Die
Förderung verbessert damit die Voraussetzungen für die Einwerbung europäischer
Forschungs- und Mobilitätsmittel. Ein Beispiel mit Bezug zu gesellschaftlicher
Teilhabe und sozialer Inklusion ist das MSCA-Projekt Intercultural Digital Media
Education for Social Inclusion of Socioeconomically Disadvantaged Youth in the
Urban Migration Society (2019– 2023).
Unabhängig von der Unterstützung durch das Land Bremen, bietet die Universität
Bremen zentrale Beratungs- und Unterstützungsangebote für die Einwerbung
nationaler und europäischer Drittmittel. Diese richten sich unter anderem an
Erstantragsteller:innen, Postdocs, Neuberufene und Professor:innen und umfassen
die Beratung zu DFG-, BMBF- und EU-Förderprogrammen. Die Angebote stehen
auch Forschenden der Demokratie- und Resilienzforschung offen, sind jedoch nicht
auf dieses Forschungsfeld begrenzt.
Die Hochschule Bremen unterstützt aus Mitteln des vom Land zur Verfügung
gestellten Globalbudgets ihre Wissenschaftler:innen umfassend bei der Recherche
passender Förderprogramme und der Erstellung der Anträge für Drittmittelprojekte,
dies selbstverständlich auch im Themenfeld Demokratie- und Resilienzforschung.
Beschlussvorlage Ausschüsse/Deputationen VL 21/8513 6 von 13
Im Wissenschaftsplan des Landes Land sind acht Forschungs- und
Transferschwerpunkte definiert, darunter die Sozial- und
Gesundheitswissenschaften.
Zu 2a. Wie wird das im Wissenschaftsplan 2030 verankerte Ziel des
gesellschaftlichen Wissenstransfers genutzt, um wissenschaftliche
Erkenntnisse über demokratische Resilienz direkt in zivilgesellschaftliche
Institutionen, Schulen und die politische Erwachsenenbildung im Land Bremen
einzuspeisen?
Die Universität Bremen verfügt bereits über zahlreiche Strukturen und
Forschungsaktivitäten, die zur Stärkung demokratischer Resilienz beitragen, auch
wenn der Begriff „demokratische Resilienz“ nicht durchgängig verwendet wird.
Einschlägige Arbeiten finden sich insbesondere unter den Themen gesellschaftlicher
Zusammenhalt, politische Teilhabe und Bildung, Partizipation,
Wissenschaftskommunikation, Desinformation, soziale Ungleichheit, Konfliktfähigkeit
und Wissenschaftsfreiheit. Eine besondere Stärke der Universität Bremen liegt in
ihrer ausgeprägten Transferorientierung. Transfer ist ausdrücklich als „Third Mission“
verankert. Die 2019 vom Akademischen Senat beschlossene Transferstrategie
versteht Transfer als forschungsbasierten Austausch zwischen Wissenschaft und
Gesellschaft und sieht unter anderem die stärkere Verankerung der Universität in
Stadt und Region sowie die Zusammenarbeit mit Politik und Zivilgesellschaft vor. Mit
UniTransfer verfügt die Universität über eine etablierte Infrastruktur für
Wissenschaftstransfer, Wissenschaftskommunikation, partizipative Forschung,
Citizen Science und die Vernetzung mit gesellschaftlichen und politischen
Akteur:innen. Besonders hervorzuheben ist der Bereich Public Engagement und
Partizipation.
UniTransfer unterstützt Forschende bei transdisziplinären und partizipativen
Forschungsformaten, Citizen Science, Wissenschaftskommunikation und dem
Aufbau langfristiger Kooperationen. Bürger:innen können dabei nicht nur
Forschungsergebnisse rezipieren, sondern an Forschungsfragen, Datenerhebung,
Auswertung und Lösungsentwicklung beteiligt werden. Das Citizen-Science-Projekt
GINGER – „Gemeinsam Gesellschaft erforschen“ des Zentrums für Arbeit und Politik
(zap) ist hierfür ein konkretes Beispiel. Im Mittelpunkt stand der gesellschaftliche
Zusammenhalt; Bürger:innen entwickelten eigene Forschungsfragen und arbeiteten
gemeinsam mit Wissenschaftler:innen an deren Bearbeitung. Grundsätzlich
verbindet das zap Forschung, politische Bildung, Weiterbildung, Beratung und
Wissenstransfer miteinander. Mit Projekten wie „Politische Bildung als Transferlabor“
werden Transferformate als dauerhafte Resonanzräume für gesellschaftlichen
Zusammenhalt und demokratische Bildung entwickelt. Auch die politische Teilhabe
junger Menschen wird untersucht, unter anderem im Rahmen der Arbeit des FGZ.
Mit dem FGZ verfügt die Universität über eine wichtige Forschungsinfrastruktur zu
sozialen Ungleichheiten, Polarisierung, politischen Konflikten, gesellschaftlichem
Zusammenhalt und politischer Teilhabe. Beteiligt sind unter anderem das SOCIUM,
Beschlussvorlage Ausschüsse/Deputationen VL 21/8513 7 von 13
das zap, das Institut Arbeit und Wirtschaft (iaw), das Institut für Ethnologie und
Kulturwissenschaft sowie das ZeMKI.
Eine besondere Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Politik bildet die
Transferwerkstatt „Wissen-schafft-Politik“ des Instituts Arbeit und Wirtschaft. Sie
schafft einen strukturierten Austausch zwischen Sozialwissenschaft und lokaler
Politik und befasst sich unter anderem mit politischer Partizipation,
gesellschaftlichem Zusammenhalt sowie der Verbesserung von Kommunikations-
und Kooperationsformen. Ergänzend zeigen Formate wie die ForschungswerkStadt
Bremen-Gröpelingen, wie wissenschaftliche Forschung gemeinsam mit der
Stadtgesellschaft zu Fragen des Zusammenlebens, sozialer Milieus, Solidarität und
Stadtentwicklung gestaltet werden kann. Auch die digitale Dimension demokratischer
Resilienz ist an der Universität Bremen verankert. Das ZeMKI forscht unter anderem
zu digitaler Öffentlichkeit, Desinformation, Informationsvielfalt, Plattformgesellschaft
und Faktenchecks. Damit bestehen Kompetenzen in einem für demokratische
Gesellschaften zunehmend wichtigen Bereich. Darüber hinaus gibt es Aktivitäten zu
Demokratie, Verfassungsfragen und Wissenschaftsfreiheit. Die Rechtswissenschaft
befasst sich unter anderem mit Demokratie, Verfassungsbeschwerden,
Accountability, Wahlverfahren und Fragen der Verfassungstreue. Die seit 2025
bestehende Ringvorlesung „Gefährdete Demokratie“ greift Themen wie
Rechtsextremismus, Rassismus, demokratische Prinzipien und Wissenschaftsfreiheit
auf. Die Bremer Universitäts-Gespräche bieten ein etabliertes Forum für den
Austausch zwischen Wissenschaft, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft.
Insgesamt verfügt die Universität Bremen damit bereits über ein breites, institutionell
verankertes Spektrum an Kompetenzen und Formaten, die für demokratische
Resilienz relevant sind. Besonders hervorzuheben sind die enge Verbindung von
Forschung und Transfer, die Kooperation mit Politik und Zivilgesellschaft,
partizipative Forschung und Citizen Science, die Forschung zu gesellschaftlichem
Zusammenhalt und politischer Teilhabe sowie die Expertise zu digitaler Öffentlichkeit
und Desinformation.
Wissenstransfer (Third Mission) spielt an der Hochschule Bremen auf verschiedenen
Ebenen eine wichtige Rolle. Demokratie wird dabei als lebendiger Prozess
verstanden. So haben 60 Studierende der HSB, der HS Bremerhaven sowie
zahlreiche internationale Studierende über einen längeren Zeitraum im „Projekt
Demokratie“ sich mit diesem Thema auseinandergesetzt: Vom 3D-Computerspiel im
digital modellierten historischen Rathaus, in dem Rätsel zur Geschichte und
Demokratie in Bremen gelöst werden müssen, über filmische Beiträge,
architektonische Untersuchungen deutscher Länderparlamente bis zu
Plakatkampagnen und Demokratie-Starter-Kits. Die Ergebnisse konnten
Besucher:innen beim Bürgerfest zum Tag der Deutschen Einheit im Bremer Rathaus
sehen. Die Ausstellung soll an verschiedenen Standorten in Bremen und
Bremerhaven gezeigt werden.
Beschlussvorlage Ausschüsse/Deputationen VL 21/8513 8 von 13
Die Hochschule Bremerhaven nutzt Wissenschaftskommunikation und
Transferveranstaltungen, um Räume für Austausch, Vernetzung und Wissenstransfer
zwischen Forschung, Wirtschaft und Gesellschaft zu öffnen. Allerdings sind die
bestehenden Transferstrukturen aktuell überwiegend wirtschafts- bzw.
technologieorientiert. Hochschulintern werden Fortbildungsangebote geschaffen, um
Handlungsoptionen im Umgang mit demokratiefeindlichen Tendenzen zu vermitteln
(z. B. „Demokratie lebt vom Dialog – Didaktische Methoden für Gespräche und
Urteilsbildung in der Hochschullehre").
Zu 2b. Welche Kooperationsformen existieren an dieser Schnittstelle zwischen
den Hochschulen und außeruniversitären Partner*innen (z. B. der
Landeszentrale für politische Bildung)?
Ergänzend zu den unter 2a bereits genannten Kooperationen ist die Hochschule
Bremen beispielsweise Kooperationspartnerin des Humanistischen Jugendwerk e.V.
in Cottbus und Bildungsbausteine e. V. in Berlin. Als Innovationsprojekt wird sie
gefördert vom Bundesprogramm Demokratie leben! Zur Prävention von
Verschwörungsdenken und demokratiefeindlichen Phänomenen. In der Woche vom
14.-18. Dezember 2026 wird die Ausstellung zu Demokratie des Vereins
"Lichtgrenze" in die Mensa der HSB geholt. https://demokratie-step-by-
step.de/ausstellung/
An der Hochschule Bremerhaven besteht eine Kooperation mit der Landeszentrale
für politische Bildung. Des Weiteren ist die Hochschule Mitglied im Bremerhavener
Migrationsrat und nimmt regelmäßig an dessen Sitzungen teil.
Zu 3a. Welche Maßnahmen und Strukturen (z. B. Beratungsstellen,
Bedrohungsmanagement, rechtliche Unterstützung) halten die bremischen
Hochschulen vor, um die Resilienz ihrer eigenen Institutionen gegen
antidemokratische Unterwanderung, Wissenschaftsfeindlichkeit und die
gezielte Einschüchterung oder Diffamierung von Wissenschaftler*innen und
Student*innen (insb. im digitalen Raum) zu sichern?
Hochschulübergreifend sind folgende Aspekte zu nennen:
• Rechtliche Unterstützung durch die jeweilige Rechtsstelle
Die Rechtsstelle übernimmt die Bearbeitung von Beschwerden nach dem
Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz sowie von Dienstaufsichtsbeschwerden. Sie
prüft die rechtlichen Voraussetzungen und setzt die notwendigen Maßnahmen in
Gang. Die Arbeit erfolgt im Einklang mit den Grundsätzen der Fairness,
Rechtsstaatlichkeit und Vertraulichkeit.
• Hausrecht der Rektorin/des Rektors
Beschlussvorlage Ausschüsse/Deputationen VL 21/8513 9 von 13
Das Hausrecht ermöglicht es, im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben Maßnahmen
zur Wahrung der Ordnung und des Schutzraums an der jeweiligen Hochschule zu
ergreifen. Es dient der Sicherung der akademischen Freiheit und der
ordnungsgemäßen Durchführung von Lehre und Forschung.
• Unter den Voraussetzungen des § 42 Absatz 4 BremHG in der Regel
Exmatrikulation
Die Exmatrikulation ist ein letztes, hochschulrechtliches Mittel, das nur bei
schwerwiegenden Störungen der Hochschulordnung und unter Einhaltung der
gesetzlichen Voraussetzungen möglich ist. Sie dient der Wahrung des Schutzraums
und der akademischen Freiheit.
• Hochschulrechtliche, arbeitsrechtliche und dienstrechtliche Maßnahmen
Die Hochschulen verfügen über ein breites Spektrum an rechtlichen Instrumenten,
um strukturelle und individuelle Risiken zu managen. Diese Maßnahmen werden im
Einzelfall geprüft und im Rahmen der geltenden Gesetze eingesetzt. Sie dienen der
Sicherung der akademischen Freiheit, der Ordnung und der Gleichbehandlung an
der Hochschule.
Ziel ist es, eine Institution zu sein, in der Wissenschaft frei und sicher möglich ist, in
der kritische Auseinandersetzung ermöglicht und Hass, Bedrohung oder
Diskriminierung ausgeschlossen wird. .
Zu nennen ist darüber hinaus das an der Universität Bremen angesiedelte Referat
Chancengleichheit/Antidiskriminierung, das alle bremischen Hochschulen zum
Umgang mit Diskriminierungen berät – auch im Kontext von z.B. rassistischer oder
rechtsextremer Gewalt. Zudem arbeitet es aktiv im Netzwerk Antidiskriminierung des
Landes Bremen mit.
Ebenso betreibt das Referat intensive Öffentlichkeitsarbeit und stellt inhaltliche
Vertiefungen zum Thema Antifeminismus & Demokratiefeindlichkeit - Universität
Bremen, wie die fundierten Materialien der bukof / Bundeskonferenz der Frauen- und
Gleichstellungsbeauftragten an Hochschulen e.V. zum gleichnamigen Thema, zur
Verfügung.
Die Universität Bremen hat im Jahr 2024 ihre Antidiskriminierungssatzung
(https://www.uni-bremen.de/universitaet/profil/antidiskriminierung-
diversitaet/antidiskriminierungssatzung) verabschiedet. Bei der Kanzlerin der
Universität ist zudem ein Beratungskreis „Risiko- und Bedrohungsmanagement“
verortet.
Auch die Hochschule Bremen setzt auf einen rechtlich fundierten und institutionell
verankerten Ansatz, um die demokratische Resilienz der Hochschule zu stärken und
einen sicheren, wissenschaftsfreien und respektvollen Raum für Lehre, Forschung
und Studium zu gewährleisten. Insbesondere im Hinblick auf die Herausforderungen
durch antidemokratische Tendenzen, Wissenschaftsfeindlichkeit und die gezielte
Beschlussvorlage Ausschüsse/Deputationen VL 21/8513 10 von 13
Einschüchterung oder Diffamierung von Wissenschaftler:innen und Studierenden –
auch im digitalen Raum – stehen eine Reihe von Instrumenten zur Verfügung. Zu
nennen ist bspw. die Satzung zum Schutz vor und zum Umgang mit Diskriminierung
(Antidiskriminierungssatzung). Die Satzung stellt sicher, dass Diskriminierung in allen
Bereichen der Hochschule – Lehre, Forschung, Verwaltung – nicht toleriert wird.
Um diskriminierendes und demokratiefeindliches Verhalten bzw. Vorfälle zu melden,
hat die Hochschule Bremerhaven ein Beratungs- und Meldesystem eingerichtet. Die
Beauftragte für Diversität und Antidiskriminierung ist Anlaufstelle zur Meldung von
erlebter und beobachteter Diskriminierung und antidemokratischem Verhalten. Sie
berichtet im Akademischen Senat und in der Antidiskriminierungskommission. Im
Rahmen der Kooperation von AStA und dem Zentrum für Chancengerechtigkeit mit
der Arbeitnehmerkammer Bremerhaven erhalten Studierende kostenlose
Rechtsberatung auf dem Campus der Hochschule.
Die Ombudsperson für Studierende und Promovierende sowie der Personalrat für
Mitarbeitende sind und werden fortlaufend geschult, um bei Diskriminierungsvorfällen
zu beraten. Die Gleichstellungsbeauftragte und die Beauftragte für Diversität und
Antidiskriminierung sind Mitglied im Netzwerk Antidiskriminierung an Hochschulen,
dem bundesweiten Zusammenschluss von Akteur*innen aus rund 100 Universitäten
und Hochschulen in Deutschland. Das Netzwerk fördert den Austausch, stärkt die
Professionalisierung der Antidiskriminierungsarbeit und positioniert
Antidiskriminierung als strategisches Thema in der Hochschulentwicklung. Ziel ist es,
Diskriminierung auf allen Ebenen entgegenzuwirken und eine
diskriminierungssensible Hochschulentwicklung aktiv mitzugestalten.
Zu 3b. Inwieweit verfügen die Hochschulen über klare Leitlinien,
Handreichungen oder Unvereinbarkeitsbeschlüsse gegen rechtsextreme und
verfassungsfeindliche Aktivitäten auf dem Campus, um einen
diskriminierungsfreien und demokratischen Diskursraum zu garantieren?
Unter dem Titel „Demokratie. Vielfalt. Weltoffenheit.“ existiert eine gemeinsame
Erklärung aller in der U Bremen Research Alliance und der
Landesrektor:innenkonferenz zusammengeschlossenen Bremer
Wissenschaftseinrichtungen (2024). Zudem haben alle Hochschulen im Land
Bremen Antidiskriminierungssatzungen erlassen. Sie bilden die rechtliche und
institutionelle Grundlage für den Schutz aller Mitglieder der Hochschule vor
Diskriminierung. Damit einhergehend umfassen diese Satzungen präventive
Maßnahmen, Verfahren zur Beschwerde und die Verantwortung der Gremien.
Die im Grundgesetz verankerte Wissenschaftsfreiheit und Hochschulautonomie
prägen das Leitbild der Universität Bremen: „Gesellschaftliche Verantwortung ist das
grundlegende Leitprinzip der Universität Bremen seit ihrer Gründung. Für uns
bedeutet dies, nachhaltig und klimagerecht zu handeln. Wir bekennen uns zu
unserer gemeinsamen Verantwortung für die weltweit notwendigen sozialen und
Beschlussvorlage Ausschüsse/Deputationen VL 21/8513 11 von 13
ökologischen Veränderungen, für Demokratie, Vielfalt und für Gerechtigkeit.“
(https://www.uni-bremen.de/universitaet/profil/leitbild).
Der Akademischen Senats hat am 15. Oktober 2025 eine Stellungnahme für ein
respektvolles und friedliches Miteinander verabschiedet. Auch die
Nachhaltigkeitsstrategie der Universität Bremen, die im Februar 2025 verabschiedet
wurde, zielt auf eine feste Verankerung von ökologischem und sozialem Handeln im
gesamten Hochschulalltag ab (https://www.uni-bremen.de/nachhaltigkeit). Auch die
YUFE-Allianz, der die Universität angehört, hat sich bereits 2023 in ihrem Zypern-
Statement - ein Aufruf zur Rückbesinnung auf eine gemeinsame europäische
Identität explizit für eine Stärkung der europäischen Werte ausgesprochen
Zu 4a. Da die Lehrer*innenbildung an der Universität Bremen das
wissenschaftliche Fundament für die spätere demokratische Bildung an
unseren Schulen legt: Wie fest und verbindlich sind die Themenkomplexe
„Demokratiebildung“, „Umgang mit Desinformation“ und
„Extremismusprävention“ in den Curricula der Lehramtsstudiengänge
(Bachelor/Master) verankert?
Die Themenkomplexe „Demokratiebildung“, „Umgang mit Desinformation“ und
„Extremismusprävention“ sind fest in den Curricula der Lehramtsstudiengänge
verankert. Über die jährlichen Qualitätsberichte der universitären Lehrkräftebildung
wird die Umsetzung der KMK-Standards für die erste Phase der Lehrkräftebildung (in
den Bildungswissenschaften) regelmäßig erhoben. Der Standard „Lehrkräfte
vermitteln Werte und Normen, eine Haltung der Wertschätzung und Anerkennung
von Diversität und überstützen selbstbestimmtes und reflektiertes Urteilen und
Handeln von Schülerinnen und Schülern“ wird systematisch in der theoretischen
Ausbildung berücksichtigt.
Im Bereich der Lehramtsausbildung für das Lehramt an Gymnasien und
Oberschulen, ist beispielsweise der Standard für Absolventinnen und Absolventen a)
„kennen und reflektieren demokratische Werte und Normen sowie deren Vermittlung“
in insgesamt fünf BA- und MA- Modulen (in verschieden Semestern) abgebildet. Für
die Lehramtsausbildung im Bereich Grundschule und Inklusive Pädagogik wird
ebenfalls die Umsetzung ländergemeinsamer Anforderungen für die
Fachwissenschaften und Fachdidaktiken in der Lehrkräftebildung /
Bildungswissenschaften (KMK) abgefragt. Die Umsetzung erfolgt hier in insgesamt
vier Modulen in unterschiedlichen Semestern. Lehramtsstudierende aus den
Bereichen Inklusive Pädagogik und Grundschule kommen daher verlässlich mit dem
Themenkomplex Demokratiebildung in Kontakt.
Zu 4b. Wie kooperieren die Fachbereiche der Universität hierbei strategisch mit
dem IQHB (Institut für Qualitätsentwicklung im Bildungswesen Bremen) sowie
dem Landesinstitut für Schule (LIS), um sicherzustellen, dass aktuelle
wissenschaftliche Erkenntnisse zur Demokratiefeindlichkeit direkt in die
datengestützte Schulentwicklung und die pädagogische Praxis einfließen?
Beschlussvorlage Ausschüsse/Deputationen VL 21/8513 12 von 13
Eine strategische Kooperation der Universität findet im Bereich der Lehrerinnen- und
Lehrerbildung mit dem Landesinstitut für Schule (LIS) statt sowie themen- und
anlassbezogen mit dem Institut für Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQHB).
Grundlage sind aktuelle Erhebungen und (allgemein) die Ländervergleiche im
Bereich Demokratiefeindlichkeit des 16. Kinder- und Jugendberichts der
Bundesregierung zum Thema Demokratiebildung; sie dienen einer
wissenschaftlichen Auseinandersetzung, finden Eingang in die Konzeption von
Studiengängen und Studiengangselementen und fließen so in die aktuelle
wissenschaftliche Schulentwicklung und die pädagogische Praxis ein.
Beschlussempfehlung
Der Ausschuss für Wissenschaft, Medien, Datenschutz, Informationsfreiheit und
Digitalisierung nimmt den Bericht zur Kenntnis.
Anlage(n):
- keine
Beschlussvorlage Ausschüsse/Deputationen VL 21/8513 13 von 13
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