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Einführung eines Ehrenamtstages
Sonstiges
| Typ | Sonstiges |
| Gemeinde | Nieheim |
| Datum | 2026-11-12 |
| Quelle | Quelldokument herunterladen → |
Dokument
Extrahierter Text
STADT NIEHEIM 33039 Nieheim, 18.09.2026
Der Bürgermeister
Amt für Stadt- und Wirtschafts-
förderung
VORLAGE DER VERWALTUNG 2026/106
Einführung eines Ehrenamtstages
Sitzung am Beratungs-/Beschlussorgan öff. n.öff. Abstimmungsergebnis:
Ausschuss für Stadtentwicklung,
12.11.2026 x ___Einst. ___Ja, ___Nein, ___Enth.
Tourismus, Kultur und Mobilität
10.12.2026 Rat x ___Einst. ___Ja, ___Nein, ___Enth.
Beschlussvorschlag:
Der Ausschuss für Stadtentwicklung, Tourismus, Kultur und Mobilität empfiehlt dem Rat der Stadt
Nieheim, die künftige Würdigung des ehrenamtlichen Engagements auf Grundlage der dargestellten
Handlungsoptionen weiterzuentwickeln.
Der Rat spricht sich für die Umsetzung der Option ___ aus und beauftragt die Verwaltung, die hierfür
erforderlichen organisatorischen und gegebenenfalls finanziellen Voraussetzungen im Rahmen der
verfügbaren Ressourcen zu prüfen und die weiteren Schritte vorzubereiten.
Begründung:
Auf Antrag der UWG-Fraktion hat der Rat der Stadt Nieheim in seiner Sitzung am 29.04.2026 die
Verwaltung beauftragt, ein neues Format zur Würdigung des ehrenamtlichen Engagements zu ent-
wickeln und dem Rat zur Entscheidung vorzulegen. Die inhaltliche Beratung fällt in die Zuständigkeit
des Ausschusses für Stadtentwicklung, Tourismus, Kultur und Mobilität.
Im Rahmen der damaligen Beratungen wurden verschiedene Anregungen zur künftigen Gestaltung
eines Ehrenamtstages vorgetragen. Unter anderem wurde vorgeschlagen, die Veranstaltung als
jährliches Grillfest auszurichten und gegebenenfalls im Wechsel in den einzelnen Ortschaften statt-
finden zu lassen.
Die Verwaltung begrüßt ausdrücklich das Anliegen, das vielfältige ehrenamtliche Engagement in
unserer Stadt noch stärker in den Mittelpunkt zu stellen. Das Ehrenamt ist eine wesentliche Grund-
lage des gesellschaftlichen Zusammenhalts und prägt das Leben in Nieheim und seinen Ortschaften
in besonderer Weise. Ohne den Einsatz zahlreicher Bürgerinnen und Bürger wären viele Angebote
und Aktivitäten in den Bereichen Vereinsleben, Kultur, Sport, Feuerwehr, Soziales und Heimatpflege
in ihrer heutigen Form nicht denkbar.
Eine angemessene Anerkennung dieses Engagements ist daher auch aus Sicht der Verwaltung von
großer Bedeutung. Gleichzeitig sollte ein neues Veranstaltungsformat so ausgestaltet werden, dass
es langfristig organisatorisch und finanziell tragfähig ist und möglichst viele ehrenamtlich engagierte
Menschen erreicht. Vor diesem Hintergrund hat die Verwaltung die verschiedenen Möglichkeiten
geprüft und dabei insbesondere folgende Aspekte berücksichtigt:
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1. Finanzielle Rahmenbedingungen
Die Durchführung eines eigenständigen Ehrenamtstages wäre mit zusätzlichen Aufwendungen ver-
bunden. Je nach Veranstaltungsformat könnten beispielsweise Kosten für Räumlichkeiten, techni-
sche Ausstattung, Verpflegung, Bewerbung und weitere organisatorische Leistungen entstehen.
Da es sich um eine freiwillige kommunale Leistung handelt, sind diese Aufwendungen vor dem Hin-
tergrund der derzeitigen Haushaltslage und der notwendigen Haushaltskonsolidierung besonders
sorgfältig abzuwägen.
Im städtischen Haushalt sind für eine solche Veranstaltung bislang keine gesonderten Mittel vorge-
sehen. Eine zusätzliche Finanzierung müsste daher entweder durch entsprechende Einsparungen
an anderer Stelle, durch eine anderweitige Finanzierung, beispielsweise durch Spenden oder Spon-
soring, oder im Rahmen künftiger Haushaltsberatungen sichergestellt werden.
Aus Sicht der Verwaltung sollte deshalb insbesondere geprüft werden, ob sich die angestrebte Wür-
digung des Ehrenamts mit bereits bestehenden Veranstaltungen verbinden oder durch die Unter-
stützung Dritter wirtschaftlich umsetzen lässt.
2. Organisatorische und personelle Rahmenbedingungen
Neben den finanziellen Auswirkungen ist auch der organisatorische Aufwand zu berücksichtigen.
Die Vorbereitung und Durchführung einer eigenständigen Veranstaltung erfordern unter anderem
die Abstimmung des Veranstaltungsortes, die Planung des Programms, die Organisation der Ver-
pflegung, das Einladungsmanagement, die Öffentlichkeitsarbeit sowie gegebenenfalls den Einsatz
städtischer Beschäftigter außerhalb der regulären Arbeitszeiten.
Die personellen Kapazitäten des zuständigen Fachbereichs sind bereits durch zahlreiche laufende
Aufgaben und Veranstaltungen gebunden. Zusätzliche größere Veranstaltungsformate lassen sich
daher nur mit entsprechender Priorisierung oder externer Unterstützung realisieren.
Eine weitere Herausforderung besteht in der großen Zahl ehrenamtlich engagierter Menschen im
Stadtgebiet. Die Verwaltung geht davon aus, dass mehrere Tausend Bürgerinnen und Bürger in
unterschiedlichsten Bereichen ehrenamtlich tätig sind.
Ein offenes Veranstaltungsformat müsste deshalb so geplant werden, dass sowohl bei einer gerin-
geren als auch bei einer deutlich höheren Teilnehmerzahl ein angemessener organisatorischer Rah-
men gewährleistet werden kann. Eine persönliche Einladung sämtlicher ehrenamtlich Tätigen wäre
demgegenüber mit erheblichem Aufwand verbunden. Zudem dürfte es schwierig sein, alle engagier-
ten Personen vollständig zu erfassen, da sich ehrenamtliche Tätigkeiten keineswegs ausschließlich
auf die Mitgliedschaft in Vereinen und Organisationen beschränken. Auch bei der ursprünglich an-
geregten Durchführung eines Grillfestes wären diese Fragen zu berücksichtigen. Insbesondere
müsste ein solches Format hinsichtlich der Teilnehmerzahl, der Verpflegung und der erforderlichen
Infrastruktur entsprechend flexibel gestaltet werden.
Darüber hinaus sollte darauf geachtet werden, dass ein städtischer Ehrenamtstag die bereits beste-
henden und gut angenommenen Veranstaltungen der örtlichen Vereine, beispielsweise die traditio-
nellen Grillhüttenfeste, sinnvoll ergänzt und nicht in Konkurrenz zu diesen tritt.
3. Berücksichtigung bestehender Angebote auf Kreisebene
Mit der Geschäftsstelle Ehrenamt und dem Kulturbüro des Kreises Höxter bestehen bereits verschie-
dene etablierte Angebote zur Unterstützung und Würdigung des ehrenamtlichen Engagements.
Hierzu gehören insbesondere der jährliche Aktionstag zum Ehrenamt sowie regelmäßige Informati-
onsveranstaltungen, Schulungen und Fachvorträge für Vereine und ehrenamtlich Tätige. Diese
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Angebote stehen auch den Bürgerinnen und Bürgern der Stadt Nieheim offen und bieten eine gute
Möglichkeit zum Erfahrungsaustausch und zur fachlichen Unterstützung.
Bei der Entwicklung eines eigenen kommunalen Formats sollte deshalb berücksichtigt werden, wel-
che Angebote bereits auf Kreisebene bestehen und an welchen Stellen eine ergänzende Veranstal-
tung der Stadt Nieheim einen zusätzlichen Nutzen schaffen kann.
Eine Zusammenarbeit mit der Geschäftsstelle Ehrenamt des Kreises Höxter erscheint dabei beson-
ders sinnvoll. Denkbar wäre beispielsweise, einen der kommenden kreisweiten Aktionstage in Nie-
heim auszurichten und auf diese Weise die örtliche Wertschätzung des Ehrenamts mit den bereits
vorhandenen organisatorischen Strukturen zu verbinden.
4. Mögliche Veranstaltungsformate
Unter Berücksichtigung der genannten Rahmenbedingungen schlägt die Verwaltung drei mögliche
Varianten zur weiteren Beratung vor.
Option 1: Stärkere Nutzung bestehender Angebote und eigenständige kommunale Ehrung
Auf die Einführung eines zusätzlichen, jährlich stattfindenden kommunalen Ehrenamtstages wird
zunächst verzichtet.
Stattdessen werden die bestehenden Angebote der Geschäftsstelle Ehrenamt des Kreises Höxter
weiterhin aktiv beworben und an die örtlichen Vereine und Organisationen vermittelt. Darüber hinaus
wird angeregt, einen der kommenden kreisweiten Aktionstage zum Ehrenamt in Nieheim durchzu-
führen.
Die bereits etablierte jährliche Würdigung ehrenamtlichen Engagements sowie die Verleihung des
Heimat-Preises werden künftig in einem eigenständigen Rahmen im November durchgeführt.
Dadurch könnte zugleich die bisherige Jahresabschlusssitzung des Rates zeitlich und inhaltlich ent-
lastet werden.
Option 2: Besondere Würdigung des Ehrenamts im Rahmen einer einmaligen Veranstaltung
Die Stadt Nieheim richtet eine einmalige Veranstaltung aus, die ausdrücklich dem ehrenamtlichen
Engagement gewidmet ist.
Hierfür könnte sich beispielsweise die Eröffnung der sanierten Stadthalle als Haus der Kulturen und
Vereine anbieten. Gerade dieses Gebäude, das künftig wieder in besonderem Maße dem Vereins-
leben und der örtlichen Gemeinschaft dienen soll, würde einen geeigneten Rahmen bieten, um die
Bedeutung des Ehrenamts für unsere Stadt sichtbar zu machen. Eine solche Veranstaltung könnte
zugleich genutzt werden, um den ehrenamtlich engagierten Bürgerinnen und Bürgern für ihren Ein-
satz zu danken und die Vielfalt des Engagements in Nieheim und seinen Ortschaften zu würdigen.
Unabhängig davon werden die jährliche Würdigung ehrenamtlichen Engagements und die Verlei-
hung des Heimat-Preises künftig in den November verlegt, um die Jahresabschlusssitzung des Ra-
tes zu entlasten.
Option 3: Jährlicher kommunaler Ehrenamtstag mit externer Unterstützung
Sofern eine vor dem Hintergrund der Haushaltslage vertretbare Finanzierung sichergestellt werden
kann, beispielsweise durch Drittmittel, und sich Vereine, Organisationen oder andere Dritte langfris-
tig an der Vorbereitung und Durchführung beteiligen, könnte ein eigenständiger jährlicher Ehren-
amtstag eingerichtet werden. Die Verwaltung würde ein solches Format im Rahmen ihrer verfügba-
ren Möglichkeiten selbstverständlich unterstützen.
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Als Veranstaltungsort käme beispielsweise die Katholische Grundschule Nieheim infrage. Denkbar
wäre eine bewusst überschaubare Veranstaltung mit einem kleinen Empfang und einem einfachen
gastronomischen Angebot, etwa Fingerfood.
In diesem Rahmen könnten zugleich die jährliche Würdigung ehrenamtlichen Engagements und die
Verleihung des Heimat-Preises stattfinden.
5. Abschließende Bewertung
Die Verwaltung unterstützt das Anliegen des Rates, das ehrenamtliche Engagement in Nieheim an-
gemessen zu würdigen und seine Bedeutung für das gesellschaftliche Leben stärker sichtbar zu
machen.
Die vorstehenden Überlegungen sollen daher nicht die grundsätzliche Zielsetzung des Antrags in-
frage stellen, sondern Möglichkeiten aufzeigen, wie diese unter Berücksichtigung der finanziellen
und organisatorischen Rahmenbedingungen sinnvoll umgesetzt werden kann. Aus Sicht der Ver-
waltung kommt es weniger auf die Größe oder den finanziellen Aufwand einer Veranstaltung an als
vielmehr darauf, dass die Anerkennung des Ehrenamts glaubwürdig, wertschätzend und möglichst
nachhaltig erfolgt.
Die drei dargestellten Optionen bieten hierfür unterschiedliche Ansätze und sollen als Grundlage für
die weitere politische Beratung dienen.
Sachbearbeitung: Trautmann, Theresa Bürgermeister:
Fachbereichsleitung: Trautmann, Theresa Allgemeiner Vertreter:
Beteil. Fachbereich: 1 1/1 1/2 2 3 4
Kenntnis genommen:
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