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Neuaufstellung eines Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzeptes (ISEK) - Vorstellung erster Konzeptideen
Sonstiges
| Typ | Sonstiges |
| Gemeinde | Nieheim |
| Datum | 2026-11-12 |
| Quelle | Quelldokument herunterladen → |
Dokument
Extrahierter Text
STADT NIEHEIM 33039 Nieheim, 27.10.2026
Der Bürgermeister
Bauamt
VORLAGE DER VERWALTUNG 2026/125
Neuaufstellung eines Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzeptes (ISEK) - Vorstel-
lung erster Konzeptideen
Sitzung am Beratungs-/Beschlussorgan öff. n.öff. Abstimmungsergebnis:
10.11.2026 Ortsausschuss Nieheim x ___Einst. ___Ja, ___Nein, ___Enth.
Ausschuss für Stadtentwicklung,
12.11.2026 x ___Einst. ___Ja, ___Nein, ___Enth.
Tourismus, Kultur und Mobilität
10.12.2026 Rat x ___Einst. ___Ja, ___Nein, ___Enth.
Beschlussvorschlag:
Der vorgeschlagenen weiteren Vorgehensweise zur Erarbeitung eines Integrierten Städtebaulichen
Entwicklungskonzeptes (ISEK) für den Ortskern Nieheim wird zugestimmt.
Begründung:
Die SPD-Fraktion hatte mit Antrag vom 26.02.2026 die Neuaufstellung eines Integrierten Städtebau-
lichen Entwicklungskonzeptes (ISEK) für den Ortskern Nieheim angeregt. Der Rat der Stadt Nieheim
beschloss daraufhin in seiner Sitzung am 19.03.2026 (Drucksache 2026/021), zunächst einen Work-
shop unter Beteiligung relevanter Akteure sowie der Öffentlichkeit durchzuführen. Darüber hinaus
wurden im Haushalt 2026 Mittel in Höhe von 16.000 Euro für die Neuaufstellung eines ISEK veran-
schlagt.
Die Verwaltung lud über die ihr zur Verfügung stehenden Informations- und Kommunikationskanäle
zu einem öffentlichen Workshop ein, der am 09.05.2026 in der Katholischen Grundschule Nieheim
stattfand. Im Rahmen des Workshops diskutierten die Teilnehmenden an drei Thementischen die
Handlungsfelder „Mobilität“, „Freiflächengestaltung, Grünplanung und Tourismus“ sowie „Wohnen
und Attraktivitätssteigerung des Wohnumfeldes“.
Am 09.07.2026 stellte die Verwaltung dem Ausschuss die Ergebnisse des Workshops vor. Entspre-
chend der damaligen Zusicherung und auf Wunsch des Ausschusses wurden die zahlreichen Vor-
schläge anschließend thematisch geordnet, bewertet, gebündelt und strukturiert.
Ziel war es, aus den Einzelvorschlägen eine überschaubare Anzahl strategisch bedeutsamer Maß-
nahmen zu entwickeln. Diese sollten möglichst mehrere Handlungsfelder miteinander verknüpfen
und zu räumlich verortbaren bzw. inhaltlich klar abgrenzbaren Schlüsselmaßnahmen zusammenge-
führt werden. Auf dieser Grundlage sollte eine strategische Empfehlung für die weitere Entwicklung
des Ortskerns erarbeitet werden. Zugleich sollte eine Entscheidungsgrundlage für die Frage ge-
schaffen werden, ob ein neues ISEK aufgestellt werden soll, das als Grundlage für einen erneuten
Antrag auf Städtebauförderung dienen könnte.
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Aus den insgesamt 66 Einzelvorschlägen wurden zunächst inhaltliche Überschneidungen und Re-
dundanzen herausgearbeitet. Anschließend wurden die verbleibenden Vorschläge anhand mehrerer
fachlicher Kriterien bewertet. Berücksichtigt wurden insbesondere:
• die strategische Bedeutung,
• der voraussichtliche Finanzierungsaufwand,
• die Komplexität der Umsetzung,
• der zeitliche Zielhorizont,
• die Förderfähigkeit sowie
• Abhängigkeiten von anderen Maßnahmen oder Entscheidungen.
Die Kriterien wurden jeweils eigenständig betrachtet und anschließend im Gesamtzusammenhang
bewertet, da sie unterschiedliche Aspekte der Umsetzbarkeit und Wirksamkeit abbilden.
Maßnahmen, die bereits konkret geplant sind, zu den laufenden Aufgaben der Verwaltung gehören
oder angesichts ihres Aufwands als unverhältnismäßig einzustufen sind, wurden im weiteren Aus-
wahlprozess nicht als eigenständige Schlüsselmaßnahmen berücksichtigt.
Die danach verbliebenen 38 Einzelvorschläge wurden anhand einer abgestuften Entscheidungslogik
zunächst auf 13 Maßnahmen reduziert.
Kategorie Bedeutung
Slogan Inhalte
sofort/kurzfristig, ge-
ringe Kosten und ge- → Vernetzung, Ortskernakti-
Quick Win „Das müssen wir jetzt aktiv
ringe Komplexität; vierung, Leerstand, Wegwei-
angehen“
sichtbare Wirkung in sung, Verkehrsordnung
0–2 Jahren
schafft Grundlagen,
Vorbereitende Konzepte, Organisa- → Ortskernmanagement, Frei-
„Das müssen wir vorberei-
Maßnahme tion oder Entscheidun- raumkonzept, Marktstraßen-
ten“
gen für spätere Investi- konzept, digitale Vermittlung
tionen
hohe Außenwirkung
und strategische Be-
→ Lehmkuhle/Stadthalle,
deutung; hoher/kom- „Das sind die großen Inves-
Leuchtturmprojekt Marktstraße 2030, Immobilien,
plexer Investitionsbe- titionsprojekte“
Wegeverbindungen.
darf; meist förderorien-
tiert und langfristig
Die zeitliche Umsetzungslogik folgt dabei der Struktur:
Organisation + Aktivierung → Konzepte + Grundlagen → Förderung/Planung → Investition
Zeitliche Rahmen Aktivitäten Umsetzungsinhalte
2026/2027 Entscheiden & aktivie- Grundsatzbeschluss, Ortskernmanagement, Bestandsauf-
ren nahme, Quick Wins
2027/2028 Planen & vorbereiten Marktstraße, Freiraum, Tourismus, Immobilien, Lehmkuhle
2028–2030 Fördern & investieren Bauabschnitte und investive Schlüsselprojekte
2030+ Verstetigen Wirkung prüfen und Projekte nachsteuern
Die 13 Einzelvorschläge wurden gemäß dem Wunsch des Ausschusses weiter auf sechs Schlüs-
selprojekte reduziert. Dies entspricht auch dem Wunsch des Landes NRW nach möglichst über-
schaubaren und umsetzbaren integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzepten.
Nr. Schlüsselprojekt Typ Zeithorizont
1 Lebendiger Ortskern – Leerstand, Gewerbe und Quick Win + Dauerauf- sofort
Nutzung gabe
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2 Marktstraße 2030 Vorbereitung → Leucht- 2–5+ Jahre
turm
3 Lehmkuhle & Stadthalle – neuer Erlebnisraum Leuchtturm 2–5 Jahre
4 Nieheim erleben – Kultur, Käse, Tourismus & Quick Win + sofort–mittel-
Wohnstandort Daueraufgabe fristig
5 Grünes und klimaangepasstes Nieheim Vorbereitung + Quick sofort–5 Jahre
Wins
6 Innenentwicklung & Zukunftsimmobilien Vorbereitung → Leucht- 2–10 Jahre
turm
Das Schlüsselprojekt 1 „Lebendiger Ortskern“ bildet eine wesentliche Voraussetzung für die Um-
setzung mehrerer weiterer Projekte. Es sollte daher nicht als bloßes kurzfristiges Einzelprojekt ver-
standen werden, sondern vielmehr als organisatorische Klammer des gesamten Ortskernpro-
gramms.
Die Projekte 2 „Marktstraße 2030“ und 3 „Lehmkuhle und Stadthalle“ bilden die zentralen räumli-
chen Entwicklungsschwerpunkte. Bei der Marktstraße ist dabei auch eine Umsetzung in Form ge-
zielter Einzelmaßnahmen denkbar.
Daraus ergibt sich eine klare strategische Perspektive für Nieheim: ein lebendiger Marktplatz und
Ortskern sowie ein attraktiver Erlebnisraum im Bereich Lehmkuhle und Stadthalle. Diese Entwick-
lung soll durch eine aktive Innenentwicklung, Maßnahmen zur Begrünung und Klimaanpassung
sowie die Stärkung des touristischen und kulturellen Profils Nieheims ergänzt werden.
Einzelne Anregungen aus dem Workshop zum Umfeld der Stadthalle werden bereits bei der lau-
fenden Planung der Außenanlagen berücksichtigt.
Das Schlüsselprojekt 6 „Innenentwicklung und Zukunftsimmobilien“ stellt einen weiteren potenziel-
len Entwicklungsschwerpunkt dar. Denkbar wäre beispielsweise die Einrichtung eines Immobilien-
entwicklungsfonds. Das Projekt erfordert jedoch eine langfristige strategische Ausrichtung und eine
entsprechend längere Vorbereitungsphase.
Die Jahre 2027 und 2028 sollten vorrangig dazu genutzt werden, die notwendigen strategischen
Entscheidungen zu treffen, organisatorische Strukturen aufzubauen und investive Maßnahmen
sorgfältig vorzubereiten. Zusätzliche größere Bauprojekte sollten in diesem Zeitraum möglichst
vermieden werden, da der Neubau der Stadthalle bereits erhebliche personelle und organisatori-
sche Ressourcen der Verwaltung binden wird.
Gleichzeitig bildet die Stadthalle einen wichtigen Anker für die weitere Entwicklung des Bereichs
Lehmkuhle.
Mit dem bestehenden ISEK sowie den laufenden Förder- und Beratungsstrukturen verfügt die
Stadt bereits über wichtige Grundlagen. Die nächste Entwicklungsphase sollte auf diesen Struktu-
ren aufbauen, anstatt einen vollständig neuen, parallel verlaufenden Prozess zu schaffen.
Besondere zeitliche Dringlichkeit besteht beim Standortaufwertungsprogramm für den historischen
Ortskern, das 2027 ausläuft. Bis eine mögliche Förderung des historischen Ortskerns im Rahmen
eines neuen ISEK greift, steht damit voraussichtlich kein entsprechendes Förderangebot für die
Aufwertung privater Immobilien zur Verfügung. Betroffen sind insbesondere Maßnahmen an Fas-
saden, Dächern, Höfen und Gärten. Die zeitliche Lücke zwischen dem Auslaufen des bisherigen
Programms und einer möglichen neuen Förderung sollte deshalb bei den weiteren Entscheidun-
gen berücksichtigt werden.
Herr Dr. Pump-Uhlmann und Herr Bröker werden die Ergebnisse des Workshops in der Sitzung
des Ausschusses für Stadtentwicklung, Tourismus, Kultur und Mobilität vorstellen.
Sofern die politischen Gremien dem vorgeschlagenen Vorgehen folgen, könnte im nächsten Schritt
für jedes der sechs Schlüsselprojekte ein Projektsteckbrief erarbeitet werden. Dieser sollte die kon-
kreten Teilmaßnahmen, Zuständigkeiten, voraussichtlichen Kosten, Fördermöglichkeiten, Abhän-
gigkeiten und zeitlichen Meilensteine für die Jahre 2027, 2028, 2029, 2030 und darüber hinaus
enthalten.
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Auf dieser Grundlage kann anschließend entschieden werden, welche Maßnahmen vorrangig wei-
terzuverfolgen sind und in welcher Form die Neuaufstellung eines ISEK als Grundlage für einen
erneuten Antrag auf Städtebauförderung vorbereitet werden soll.
Sachbearbeitung: Bröker, Manuel Bürgermeister:
Fachbereichsleitung: Bröker, Manuel Allgemeiner Vertreter:
Beteil. Fachbereich: 1 1/1 1/2 2 3 4
Kenntnis genommen:
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