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Fahrradverleihsystem NiederrheinRad hier: Ergebnis der Auswertung nach Abschluss der touristischen Saison 2026
Beschlussvorlage
| Typ | Beschlussvorlage |
| Gemeinde | Gemeinde Schwalmtal |
| Datum | 2026-11-10 |
| Quelle | Quelldokument herunterladen → |
Dokument
Extrahierter Text
Vorlage Nr. : 215/26
Datum : 12.10.2026
Aktenzeichen :
Fachbereich : Fachbereich 3, Ordnung,
Kultur &
Wirtschaftsförderung
Verwaltungsvorlage öffentlich
Betreff:
Fahrradverleihsystem NiederrheinRad
hier: Ergebnis der Auswertung nach Abschluss der touristischen Saison 2026
Begründung siehe Rückseite
Beratungsfolge Termin
Ausschuss für Ordnung, Kultur, Tourismus und Wirtschaftsförderung 10.11.2026
Beschlussvorschlag
Die Auswertung der Leihvorgänge hat ergeben, dass die tatsächliche Nutzung des Angebotes weit
hinter den Erwartungen zurückblieb. Es wird daher vorgeschlagen, das Fahrradverleihangebot im
Rahmen des regionalen Systems NiederrheinRad nicht weiter fortzuführen.
Vorlagen Nr.: 215/26
Seite: 2
incl. finanzieller Auswirkungen
Begründung:
Mit der Beschlussfassung zur Einführung der Fahrradverleihstationen (siehe Vorlage Nr. 79/26)
wurde festgelegt, die Erfahrungen, Nutzungszahlen und finanziellen Auswirkungen nach Abschluss
der touristischen Saison auszuwerten und dem Ausschuss zur Beratung über das weitere
Vorgehen vorzulegen.
Im Zeitraum von April bis Ende Oktober wurden lediglich 20 kostenpflichtige Leihvorgänge
verzeichnet. Die daraus erzielten Einnahmen beliefen sich auf insgesamt 286,50 €. Hinzu kamen
11 interne, unentgeltliche Ausleihen im Rahmen des betrieblichen Mobilitätsmanagements. Diese
interne Nutzung ist zwar als ergänzender Beitrag zur nachhaltigen Mobilität innerhalb der
Verwaltung zu werten, sie belegt jedoch keine Nachfrage durch Einwohnerinnen und Einwohner
oder touristische Gäste und kann daher nicht als Erfolg des öffentlichen Fahrradverleihangebotes
herangezogen werden.
Nach Abzug der Einnahmen verblieb für den genannten Zeitraum eine finanzielle Belastung von
5.311,26 € brutto. Die Abweichung gegenüber dem ursprünglich kalkulierten Gesamtaufwand von
6.463,42 € ist dadurch zu erklären, dass der Betrieb aufgrund der erforderlichen Abstimmungen
mit den Verleihstationen erst später innerhalb der touristischen Saison aufgenommen werden
konnte. Dadurch fielen die Miet- und Versicherungskosten geringer aus als zunächst vorgesehen.
Die geringeren tatsächlichen Kosten beruhen somit nicht auf einer besseren Wirtschaftlichkeit des
Angebotes, sondern auf dem verkürzten Betriebszeitraum.
Bezogen auf die 20 entgeltlichen Leihvorgänge entspricht die nach Einnahmen verbleibende
Belastung rechnerisch rund 265,56 € je kostenpflichtigem Verleihvorgang. Dieser Wert ist kein
vollständiger Maßstab für den gesellschaftlichen oder touristischen Nutzen des Angebotes; er
verdeutlicht jedoch, dass die erreichten Einnahmen in keinem angemessenen Verhältnis zum
finanziellen Aufwand stehen.
Das Angebot wurde umfangreich beworben. Dennoch konnte dadurch keine ausreichende
Nachfrage erreicht werden. Der geringe Zuspruch lässt sich daher nicht mit einer fehlenden
Bekanntheit erklären. Für das kommende Jahr sind derzeit auch keine konkreten Veränderungen
oder zusätzlichen Maßnahmen erkennbar, die eine deutlich höhere Akzeptanz erwarten ließen.
Eine bloße Fortsetzung des Angebotes würde deshalb mit dem Risiko verbunden sein, erneut
erhebliche Kosten zu verursachen, ohne dass eine wesentliche Steigerung der Nutzung absehbar
ist.
Auch die Nutzung an den einzelnen Standorten gibt Anlass, die Nachfrage kritisch zu bewerten.
Am Hariksee wurden zwei Leihvorgänge verzeichnet. Unter Berücksichtigung, dass der Hariksee
touristisch vermutlich der am stärksten frequentierte Bereich Schwalmtals ist, fällt die geringe Zahl
der Leihvorgänge vor diesem Hintergrund besonders ins Gewicht. Ein Teil der Besucherinnen und
Besucher dürfte den Bereich vorrangig zum Spazierengehen aufsuchen; zudem reisen viele
Tagestouristinnen und Tagestouristen mit eigenen Fahrrädern an.
Vor diesem Hintergrund ist nicht erkennbar, dass eine Fortführung des Angebotes zu einer
nachhaltig höheren Nachfrage führen würde. Die Ergebnisse des Erprobungszeitraums sprechen
vielmehr dafür, dass die Nachfrage im Gemeindegebiet deutlich hinter den Erwartungen
zurückbleibt und mit den bestehenden Rahmenbedingungen keine ausreichende wirtschaftliche
Tragfähigkeit erreicht wird. Es wird daher vorgeschlagen von einer weiteren Anmietung und einem
erneuten Betrieb der Leihräder abzusehen.
Bei der Entscheidung sich gegen eine Fortführung auszusprechen, ist zudem die prognostizierte
schlechte Haushaltslage der kommenden Jahre zu berücksichtigen. Angesichts der geringen
Nutzung und der fehlenden belastbaren Anhaltspunkte für eine wesentliche Verbesserung der
Nachfrage kann eine Fortführung des Fahrradverleihs verwaltungsseitig nicht empfohlen werden.
Vorlagen Nr.: 215/26
Seite: 3
incl. finanzieller Auswirkungen
i.A.
gez. Thomas Höpfner
Text aus PDF extrahiert