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Betriebswasserversorgung Klärwerk Vorstellung der Vorplanung - externer Referent: Büro Weber-Ingenieure GmbH, Darmstadt (Beschließend)

Sonstiges
TypSonstiges
GemeindeAschaffenburg
Datum2026-11-11
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Beschlussvorschlag: I. 1. Der Stadtrat nimmt den Bericht zur Erneuerung der Betriebswasserversorgung auf dem Klärwerk der Stadt Aschaffenburg zur Kenntnis und stimmt dieser Vorplanung als Grundlage für die Erstellung der Entwurfsplanung zu. 2. Die Verwaltung wird beauftragt, für die Variante 3 (Vorlagespeicher + Aufbereitung im alten Betriebswassergebäude ) die Entwurfsplanung zu erstellen und den Bau- und Finanzierungsbeschluss herbeizuführen. II. Angaben zur Klimawirkung: Bewertung - jeweils Mehrung oder Minderung der Treibhausgase (THG) wenig klimarelevant teilweise klimarelevant sehr klimarelevant [ ] keine weiteren Angaben erforderlich [ x ] kurze Erläuterung in den Begründungen [ ] ausführliche Erläuterung in den Begründungen Bewertungsschema nach KÖP (Klimaschutzmanagement in öffentlichen Projekten) (Nationale Klimaschutz-Initiative - Klimabündnis / ifeu-Heidelberg / BMU) III. Angaben zu den Kosten: Durch den Vollzug dieses Beschlusses entstehen Kosten: ja [ x ] nein [ ] Sofern Kosten entstehen: Die Kosten sind im laufenden Haushaltsplan veranschlagt ja [ x ] nein [ ] Es entstehen Folgekosten ja [ ] nein [ x ] Begründung / Sachverhalt zum Zeitpunkt der Sitzungseinladung: Sachstand und Anlass Das bisherige Betriebswasser wird mittels Grundwasserbrunnen auf dem Klärwerk gewonnen und ist laut dem Genehmigungsbescheid vom 24.07.2026 durch Ablaufwasser der Kläranlage zu substituieren. Die Stadt Aschaffenburg plant die Erneuerung der Betriebswasseranlage auf dem Klärwerk der Stadt Aschaffenburg. Diese soll Ablaufwasser des Klärwerks erfassen, entsprechend aufbereiten und in das bestehende Betriebswassernetz des Klärwerks einspeisen. Mit der Beschlussvorlage vom 27.05.2026 wurde die Firma Weber-Ingenieure GmbH (WI) mit der Planung der Erneuerung der Betriebswasseranlage auf dem Klärwerk beauftragt. Projektbeschreibung Durch WI wurde Grundlagenermittlung und Vorplanung durchgeführt. Es wurden 3 Varianten ermittelt, wobei Variante 3 die Vorzugsvariante darstellt. Neben der reinen Betriebswasserversorgung für das Klärwerk sollen auch die Aspekte der Brauchwassernutzung des Kläranlagenablaufwassers für andere Zwecke wie z.B. Bewässerung von Grünflächen durch das Gartenamt berücksichtigt werden. Die technischen Hauptkomponenten umfassen Entnahme, UV-Desinfektion, Speicher und Drückerhöhungsanlage. Die Entnahme erfolgt aus dem Ablauf von 2 Nachklärbecken, um eine ausreichende Wassermenge und Betriebssicherheit zu gewährleisten. Es ist ein Entnahmeschacht zu errichten, welcher 2 Pumpen enthält und das Wasser zum Gebäude der bestehenden Betriebswasseranlage leitet. Das Wasser wird dort mittels 2 Rückspülfiltern und einer UV-Desinfektionsanlage aufbereitet und zwischengespeichert. Da die Zwischenspeicherung drucklos erfolgt wird eine erneute Druckerhöhung vor Einspeisung in das bestehende Betriebswassernetz notwendig. Die Varianten unterscheiden sich im Wesentlichen hinsichtlich Speichergröße und Entnahme-Volumenstrom. Dies bedingt in der Folge, inwiefern das bestehende Betriebsgebäude genutzt werden kann oder neue Gebäude zu errichten sind. Variante 1: Speicher 150 m³ + eigenes Betriebswassergebäude Bei dieser Variante werden zwei erdüberdeckte, runde PE-Speicherbehälter mit je 75 m³ Volumen (Durchmesser: 3,2 m, Länge: ca. 11 m) an ein neu herzustellendes Betriebswassergebäude angeschlossen. Dadurch sind die Behälter optimal für Reinigungs- und Wartungszwecke begehbar. Das neue Gebäude wird neben dem bestehenden Gebäude angeordnet. In dem neuen Gebäude werden die Aufbereitungsanlage sowie die EMSR-Technik untergebracht. Die Erdüberdeckung wird im südlichen Bereich mittels einer Winkelstützwand abgefangen, um ausreichend Platz für die geplanten Unterhaltungswege des Deichs zu gewährleisten. Der neue Rohwasserschacht fördert das Rohwasser direkt ins neue Betriebswassergebäude. Dort wird das Wasser über die Filter und UV-Anlage aufbereitet und in die Speicherbehälter gefördert. Die neue Druckerhöhungsanlage wird ebenfalls im neuen Gebäude untergebracht. Diese entnimmt das Betriebswasser aus den Speichern und fördert es in das vorhandene Betriebswassernetz. Dazu wird vor dem Gebäude ein Anschluss an das vorhandene Netz hergestellt. Variante 2: Speicher 150 m³ + Aufbereitung im alten Betriebswassergebäude Bei dieser Variante werden, wie bei Variante 1, zwei erdüberdeckte, runde PE-Speicherbehälter mit je 75 m³ Volumen (Durchmesser: 3,2 m, Länge: ca. 11 m) vorgesehen. Die Behälter werden neben dem bestehenden Betriebswassergebäude untergebracht. Allerdings wird hier kein neues Gebäude zum Anschluss der Behälter hergestellt. Auch hier wird eine Winkelstützwand für die Unterhaltungswege vorgesehen. Die Behälter werden an eine neu herzustellende Betonwand angeschlossen. Dadurch sind die Behälter ebenfalls für Reinigungs- und Wartungszwecke gut begehbar. Die Behälter werden zu etwa einem Drittel unterhalb der GOK eingebaut, damit die Zu- und Ablaufleitungen erdverlegt verlaufen können. Auch bei dieser Variante wird ein Entwässerungsschacht zum Fördern des Wassers aus Überlauf und Entleerung notwendig. Dieser wird ebenfalls an einen der bestehenden Abwasserschächte angebunden. Die neue Aufbereitungstechnik sowie Druckerhöhungsanlage und EMSR-Technik werden im alten Betriebswassergebäude untergebracht. Der neue Rohwasserschacht fördert das Wasser direkt in das alte Gebäude zur neuen Aufbereitungsanlage. Von dort aus wird das aufbereitete Betriebswasser zu den außen liegenden Speicherbehältern geleitet. Die neue Druckerhöhungsanlage entnimmt aus den Speicherbehältern und fördert ins bestehende Betriebswassernetz. Variante 3: Vorlagespeicher + Aufbereitung im alten Betriebswassergebäude Variante 3 hat zur Grundlage, dass sämtliche neuen Anlageteile im alten Betriebswassergebäude untergebracht werden können. Bei dieser wird Variante eine Aufbereitungsleistung von 37 m³/h angesetzt, um die notwendige Speichergröße zu reduzieren. Da diese Leistung den maximalen Stundenverbrauch sicher abdecken kann, ist in der Theorie kein Speichervolumen notwendig. Da die Anlage in der Steuerung aber einer gewissen Trägheit unterliegt und die nachgeschaltete Druckerhöhungsanlage konstante Vordruckverhältnisse benötigt, ist ein kleiner Vorlagebehälter notwendig. Im Zuge der Vorplanung wurde untersucht, wie viel Speichervolumen für den Vorlagebehälter in den bestehenden Aufbereitungsraum untergebracht werden kann. Es kann z.B. ein Speicher mit 12 m³ Volumen in Form eines quadratischen Behälters eingebracht werden. Die Abmessungen des Behälters wären dann ca. 2,5 m x 2,5 m x 2,0 m. Die Abmessungen und Lage des Speichers sind variabel und sind bei der weiteren Planung dieser Variante noch weiter auszuarbeitet. Variante 3 zeichnet sich durch eine wesentliche Kosteneinsparung aus, wobei gleichzeitig betriebliche Anforderungen voll erfüllt werden. Eine Erweiterbarkeit für neue Nutzungen (z.B. Bewässerung oder Betriebswasser Bauhof) wurde geprüft und ist gegeben. Anbei befindet sich eine Zusammenfassung der wesentlichen Fakten, sowie ein ausführlicher Erläuterungsbericht zu LPH1+2. Weitere Planungsthemen Im Rahmen der Erneuerung der Betriebswasserversorgung ist die elektrotechnische Ausrüstung an die gewählte bauliche und verfahrenstechnische Umsetzung anzupassen. Ziel ist die Gewährleistung eines sicheren, zuverlässigen und wirtschaftlichen Anlagenbetriebs unter Berücksichtigung aktueller technischer Anforderungen sowie der zukünftigen Betriebsanforderungen. Bei einer Neuerrichtung eines Betriebsgebäudes sind neben der Prozess- und Steuerungstechnik zusätzlich die gebäudetechnischen Elektroinstallationen, wie Beleuchtungsanlagen, Steckdoseninstallationen, Erdungs- und Potentialausgleichs, sowie Blitzschutzanlagen und gegebenenfalls eine Photovoltaikanlage zur Eigenstromerzeugung zu berücksichtigen. Bei der Integration der Betriebswasserversorgung in ein bestehendes Gebäude beschränkt sich die elektrotechnische Ausrüstung im Wesentlichen auf die erforderliche Energieversorgung, die Steuerungs- und Automatisierungstechnik sowie die Anbindung an die vorhandene Infrastruktur. Für Variante 3 entfällt weiterhin die Notwendigkeit zusätzlicher Untersuchungen (insb. Baugrundgutachten), sowie die Notwendigkeit einer Baugenehmigung für die neue Anlage. Kosten Es wurde eine Kostenschätzung der Baukosten durchgeführt mit folgendem Ergebnis: Variante 1: 1.205.000 € brutto Variante 2: 925.000 € brutto Variante 3: 385.000 € brutto Die laufenden Kosten von Variante 3 sind ebenso geringer als Variante 1 und 2. In der Vergangenheit hat sich ein pauschaler Ansatz der Baunebenkosten von 20 % der anrechenbaren Herstellungskosten als zielführend erwiesen. Zu den Baunebenkosten zählen u.a. die Ingenieurhonorare der Planungsbüros, Sigeko, Projektsteuerer und die Leistungen Abstimmungen mit Genehmigungsbehörden. Ebenso wird in der Fachliteratur ein 30% Sicherheitsfaktor für das Stadium der Kostenschätzung empfohlen. In Summe wird gem. der vorliegenden Kostenschätzung und unter Annahme erfahrungsgemäßer Sicherheitsfaktoren somit ein Gesamtumfang von ca. 580.000 Euro brutto veranschlagt. Die Kosten sind nach dem derzeitigen Preis- und Verfahrensstand ermittelt. Diese Kosten sind gemäß Index –und Marktpreisveränderungen fortzuführen. Es wird darauf hingewiesen, dass die tatsächlichen Kosten von der Kostenschätzung abweichen können. Nachfolgend sind die Kosten tabellarisch dargestellt. Betriebswasserversorgung Kostenschätzung Baukosten 384.132 € Sicherheitszuschlag 30% 115.240 € Baunebenkosten 20% 76.826 € Gesamt 576.198 € Finanzierung Haushaltsansätze für das Projekt Betriebswasserstation (1.7181.9622): HH 2026: 250.000 € (gebucht 2025: ca. 10.000 €) HH 2027: 800.000 € Haushaltsansätze werden eingehalten und können voraussichtlich reduziert werden. Es wird nach aktuellem Kenntnisstand folgender Mittelbedarf angenommen: Jahr 2026 2027 2028 vsl. Mittelbedarf 80.000 Euro 260.000 Euro 260.000 Euro Weitere Termine Die Entwurfs- und Genehmigungsplanung (LPH3+4) soll bis Ende Januar 2027 fertiggestellt werden. Die Ergebnisse sollen Mitte Februar im PVS präsentiert werden. Die Bauausführung ist zum aktuellen Zeitpunkt von 07/2027 – 04/2028 geplant.

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