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Ökotoiletten - Evaluation nach 2-jähriger Testphase

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GemeindeFreiburg im Breisgau
Datum2026-11-04
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DRUCKSACHE G-26/183 INFORMATIONSVORLAGE Dezernat / Amt Verantwortlich Tel.Nr. Datum V / Immobilienmanagement Freiburg Herr Becht 2400 28.10.2026 Betreff: Ökotoiletten - Evaluation nach 2-jähriger Testphase Beratungsfolge Sitzungstermin Öff. N.Ö. Empfehlung Beschluss 1. BaUStA 04.11.2026 X 2. HFA 16.11.2026 X 3. GR 24.11.2026 X Anhörung Ortschaftsrat (§ 70 Abs. 1 GemO): nein Abstimmung mit städtischen Gesellschaften: nein Ergebnis: 1. Der Gemeinderat nimmt den Bericht zur Evaluation des 2-jährigen Probelaufs zum Test von Ökotoiletten gemäß Drucksache G-26/183 zur Kenntnis. 2. Der Gemeinderat nimmt die Verstetigung von zwei Ökotoiletten an den Standorten Eschholzpark und Seepark mit jährlichen Kosten von insgesamt rd. 112.000,00 € zur Kenntnis. Die Kosten werden aus den Mitteln für die Gebäudebewirtschaftung (Kos- tenstelle 650G000000) des Immobilienmanagements Freiburg gedeckt. Diese wur- den in den Mittelanmeldungen zum Doppelhaushalt 2027/2028 berücksichtigt und können vorbehaltlich der Genehmigung des Doppelhaushalt 2027/2028 durch den Gemeinderat bewirtschaftet werden. - 2 - DRUCKSACHE G-26/183 Anlage: Ansicht und Grundriss der Ökotoilette im Seepark 1. Ausgangslage Mit der Drucksache G-23/073 hat der Gemeinderat die Anmietung von drei Ökologi- schen Toiletten im Rahmen eines zweijährigen Probelaufs zur Kenntnis genommen. Im Rahmen der Erprobung der autarken Ökotoiletten sollten sanitäre Einrichtungen an Standorten erprobt werden, die keine Kanalnetz- und Infrastruktur vorwiesen. Als mögliche Standorte wurden der Eschholzpark, der Moosweiher und das Vauban festgelegt. Da aufgrund von Bürgerprotesten auch nach intensiven Prüfungen kein Standort im Vauban gefunden werden konnte, wurde die für diesen Standort geplante Anlage im Seepark am Südufer des Flückigersee aufgestellt. Aufgrund der Sanierung der öffentlichen Toilette im Vereinsgebäude des Freiburger Fußball-Club (FFC), wurde der Probelauf im weiteren Prozess um eine zusätzliche Ökotoilette erweitert, um den Dietenbachpark auch während der Sanierungsphase mit Sanitäranlagen zu versorgen. 2. Evaluation der Erprobungsphase Bei den für die Testphase ausgewählten Ökotoiletten handelt es sich um autarke Trockentoiletten, da am jeweiligen Standort keine Infrastruktur für Frischwasser, Ab- wasser und Strom zur Verfügung steht. Die autarke Versorgung mit elektrischer Energie über die Solaranlagen der Ökotoiletten lief von Beginn an reibungslos. Jedoch gab es in den Anfängen des Probelaufs Schwierigkeiten, die durch einen regen und stetigen Austausch mit dem Hersteller optimiert bzw. behoben werden konnten. Diese waren: • Vonseiten des Herstellers wurde für den Betrieb des Handwaschbeckens damit ge- worben, dass dieses über das auf der Dachfläche gesammelte Regenwasser betrie- ben werden könne. Nach Prüfungen der Anlage durch das Gesundheitsamt musste der Betrieb des Handwaschbeckens aufgrund der hohen Keimbelastung des Was- sers eingestellt und alternative Lösungen gesucht werden. Ein autarker Betrieb der Anlage mit Wasser ist somit nicht möglich. An den beiden Standorten Eschholzpark und Seepark wurde hier in enger Absprache zwischen dem Gesundheitsamt und der Herstellerfirma eine Wasserversorgung über Kanister eingerichtet. Die Kanister werden im Rahmen der täglichen Wartungsarbeiten durch die Herstellerfirma aus- getauscht. Am Standort Moosweiher wurde das Handwaschbecken demontiert und eine Reinigung mit Desinfektionsmittel angeboten. Auch dieses Vorgehen wurde mit dem Gesundheitsamt abgestimmt. Insbesondere in den heißen Sommermonaten wurde diese Ausstattung von den Nutzenden der Ökotoilette bemängelt. - 3 - DRUCKSACHE G-26/183 • Die Reinigungs- und Wartungsleistungen erfolgen durch die Herstellerfirma. Sie stellt auch die Entsorgung der Fest- und Flüssigstoffe sicher. Zu Beginn der Erpro- bungsphase wurden die Füllstände der Sammelbehälter von den Reinigungskräften nicht ordnungsmäßig dokumentiert. Dies hatte zur Folge, dass die Anlagen ihre Ka- pazitätsgrenzen erreichten und bis zur Leerung geschlossen werden mussten. Auch diese Thematik konnte in enger Abstimmung mit der Herstellerfirma optimiert wer- den. • Aufgrund der Trennung von Fest- und Flüssigstoffen bewirbt der Hersteller die An- lagen als geruchlos. In der Praxis zeigte sich jedoch, dass gerade in den Sommer- monaten nicht von einer Geruchslosigkeit der Anlagen gesprochen werden kann. Durch die Anpassung der Lüftungsanlagen konnten die Bedingungen jedoch so ver- bessert werden, dass in diesem Sommer keine Beschwerden über die Geruchsent- wicklung in den Toiletten beim IMF eingegangen sind. Ergänzend hierzu kommt es bei der Leerung der Flüssigstofftanks durch einen Tankwagen zu einer kurzzeitigen Geruchsbelästigung im Umfeld der Anlage. Dies wird von den Nutzenden der Park- anlagen oder, wie am Beispiel Moosweiher, von den angrenzenden Bewohnenden regelmäßig bemängelt. Bislang konnte vom Hersteller kein alternatives Vorgehen aufgezeigt werden. • An den Anlagen kommt es immer wieder zu Vandalismus, beispielsweise durch Zer- störung der Ausstattung oder Beklebung bzw. Beschriftung des Innenraums. Die Beseitigung dieser Mängel ist ebenfalls über den Wartungsvertrag mit der Herstel- lerfirma abgedeckt. Zu Beginn der Testphase kam es hier zu langen Verzögerungen bei Reparaturen, welche teilweise auch mit der Schließung der Sanitäranlagen ver- bunden waren. Durch den Austausch des Subunternehmers vor Ort konnte hier nun eine kurze Reaktionszeit erreicht werden. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass sich der Betrieb der vorhandenen Ökotoilet- ten durch die gute Abstimmung mit der Herstellerfirma während der Testlaufzeit opti- miert hat. Ein autarker Betrieb der Anlagen hinsichtlich der Dachwassernutzung ist auf- grund der Vorgaben des Gesundheitsamtes auch künftig nicht möglich. Hier konnte je- doch eine entsprechende Versorgung im Rahmen der Wartungsleistungen sicherge- stellt werden. Die Toiletten werden an den erprobten Standorten gut angenommen. Für den Testlauf mit den vier Ökotoiletten wurden rd. 210.000,00 € pro Jahr für Miete und Bewirtschaftung investiert. 3. Aktuelle Lage und Perspektive der einzelnen Standorte Dietenbachpark Die Ökotoilette im Dietenbachpark wurde im Zusammenhang mit einem Brandanschlag im November 2025 vollständig zerstört. Die Versorgung mit Sanitäranlagen im Dieten- bachpark wird seit der Fertigstellung des Vereinsheims des Freiburger Fußball-Club (FFC) seit Mai 2026 wieder über das dortige öffentliche WC sichergestellt. - 4 - DRUCKSACHE G-26/183 Moosweiher Am Standort Moosweiher wird derzeit noch eine Ökotoilette betrieben. Mit Baubeginn für den Ersatzneubau der öffentlichen Toilette am Moosweiher Ende 2026 wird die Ökotoilette am dortigen Standort weichen. Die vorbereitenden Maßnahmen für die neue Toilettenanlage werden im Januar 2027 starten, die Inbetriebnahme wird voraus- sichtlich im April 2027 erfolgen. Eschholzpark Am Standort Eschholzpark, der sich gerade in den Sommermonaten als Ausweichort zum Platz der alten Synagoge etabliert hat und als Verkehrsknotenpunkt verschiedener Straßenbahnen stark frequentiert ist, wird die Ökotoilette gut angenommen. Daher wird die Verortung der Ökotoilette an diesem Standort verstetigt. Seepark Die Versorgungssituation mit Sanitäranlagen im Bereich der Liegewiese bei der Stu- dentensiedlung war in der Vergangenheit nicht gegeben. Daher wurden in diesem Be- reich sowohl die Parkanlage als auch angrenzende Gärten als Sanitäranlagen miss- braucht, was sowohl bei der Nachbarschaft als auch bei den weiteren Parknutzer*innen für Unmut sorgte. Mit der Errichtung der Ökotoilette konnte die Situation vor Ort deut- lich verbessert werden, was auch von den angrenzenden Bürgervereinen begrüßt wurde. Aufgrund dieser Erfahrungen wird auch dieser Standort für eine Ökotoilette verstetigt. Für die Verstetigung der Ökotoiletten im Seepark und im Eschholzpark werden finan- zielle Mittel in Höhe von insgesamt rd. 112.000,00 € jährlich aus Mitteln der Gebäude- bewirtschaftung eingesetzt. Diese setzen sich aus einer jährlichen Miete von rd. 17.000,00 € und Kosten für Wartung und Instandhaltung in Höhe von rd. 39.000,00 € pro Standort zusammen. Die Standorte werden auch weiterhin angemietet, da hier eine Mietkaufvereinbarung geschlossen wurde und der direkte Kauf hier nicht günstiger wäre als die derzeitige vertragliche Vereinbarung. - Bürgermeisteramt -

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