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Ergebnisse "Politik auf 13 qm"

Fortschrittsbericht
TypFortschrittsbericht
GemeindeTübingen
Datum2026-11-05
QuelleQuelldokument herunterladen →

Dokument

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Universitätsstadt Tübingen Vorlage 254/2026 Fachabteilung Bürgerbeteiligung, Veranstaltungen und Zentrale Dienste Datum 21.10.2026 Rohleder, Jürgen Telefon: 07071-204-1532 Gesch. Z.: / Berichtsvorlage zur Behandlung im Verwaltungsausschuss Betreff: Ergebnisse "Politik auf 13 qm" Bezug: Anlagen: Anlage 1: Demokratie_Zukunftsfest_Auswertungsbericht_Gesamt Anlage 2_Liste Sofortmassnahmen Zusammenfassung: Vom 8. Juni bis zum 3. Juli 2026 wurde auf dem Tübinger Europaplatz im Rahmen des Forums „Demokratie Zukunftsfest“, einer gemeinsamen Initiative der Stadt, der Universität und weiteren Partnern, die Beteiligungskampagne „Politik auf 13 Quadratmetern“ durchgeführt. Ziel des vom Forum initiierten Formats war es, einen niederschwelligen, anonymen Dialog über gesellschaftliche und kommunalpolitische Anliegen zu ermöglichen. Insgesamt gingen 582 Beiträge ein (574 Karten und 8 Online-Beiträge mit 75 Einzelnennungen). Die Auswertung durch die Integrata-Stiftung und die Human IT Service GmbH zeigt ein Fundament grundlegender Zufriedenheit mit der Stadt, gepaart mit konkreten Verbesserungswünschen. Die Hauptthemen sind ÖPNV (19,2 %), Hitze/Klima/Stadtgrün (19,1 %), Zusammenhalt & Polarisierung (18,4 %) sowie Soziales & Armut (16,5 %). Aus den Beiträgen hat unser Partner (Integrata-Stiftung / Human IT Service GmbH) eine Sofortmaßnahmen-Liste mit 67 Einträgen destilliert und bewertet. Sie liegt der Verwaltung zur Prüfung, Bewertung und schrittweisen Umsetzung vor. - 2 - Bericht: 1. Anlass / Problemstellung Das Forum „Demokratie Zukunftsfest“ ist eine gemeinsame Initiative der Universitätsstadt Tübingen und der Universität Tübingen mit weiteren Partnern zur Förderung der kommunalen Demokratieentwicklung und demokratischen Resilienz. Die erste gemeinsame Veranstaltung der gemeinsamen Initiative fand am 23.05.2025 in der Aula des Uhland- Gymnasiums statt. Im Folgenden und im Rahmen dieses Forums wurde vom 8. Juni bis 3. Juli 2026 auf dem Europaplatz die Kampagne der Diözese Rottenburg-Stuttgart „Politik auf 13 Quadratmetern“ politikauf13qm.drs.de/index.html betrieben. Ziel der Aktion war es, Bürgerinnen und Bürgern sowie Passanten ohne vorgegebene Antwortoptionen oder Parteipolitik Gelegenheit zu geben, ihre Anliegen, Sorgen und Wünsche für den Alltag frei zu äußern. Im Mittelpunkt stand der persönliche Austausch über gesellschaftliche und kommunalpolitische Themen, die die Menschen in Tübingen bewegen. Damit sollte der Dialog zwischen Stadtgesellschaft, Wissenschaft und Kommunalpolitik gestärkt und ein unbefangenes Stimmungsbild jenseits klassischer Repräsentativbefragungen gewonnen werden. 2. Sachstand Während des vierwöchigen Erhebungszeitraums wurden über vier farbige Kartentypen („Was brauchst Du?“, „Was macht Dir Sorgen?“, „Was würde Deinen Alltag erleichtern?“, „Was wolltest Du schon immer mal gefragt werden?“) sowie ein paralleles Online-Formular insgesamt 582 Beiträge erfasst. Getragen wurde der Betrieb von Freiwilligen aus den im Forum „Demokratie Zukunftsfest" zusammengeschlossenen Gruppen und Einrichtungen: Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg, Omas gegen Rechts, Kinder- und Jugendfarm Tübingen e.V., Bürgerprojekt Zukunft Tübingen, Sag was! – Demokratie im Alltag (TAKT), Mitglieder des Tübinger Gemeinderats, Katholische Gesamtkirchengemeinde Tübingen, Team Tomorrow Tübingen, Verein gegen Vergessen für Demokratie e.V., HIT Bürgerbeteiligung (Integrata Stiftung Tübingen), Internationales Zentrum für Ethik in den Wissenschaften (Universität Tübingen), Mitarbeitende der Tübinger Stadtverwaltung (Inklusionsbeauftragte, Stabsstelle Umwelt- und Klimaschutz, Stadtteilsozialarbeit, Gleichstellung und Integration, Sozialplanung und Entwicklung), Team der Exzellenzstrategie (Public Engagement) der Universität Tübingen, Diözese Rottenburg-Stuttgart, Team der Mobilen Jugendarbeit Tübingen (Hilfe zur Selbsthilfe gGmbH), TST Tourismus und Stadtmarketing Tübingen GmbH. Die Digitalisierung und wissenschaftliche Auswertung erfolgten durch die Integrata-Stiftung und die Human IT Service GmbH. Die wesentlichen Befunde des Auswertungsberichts stellen sich wie folgt dar: 1. Grundstimmung und Zufriedenheit: Die Ergebnisse dokumentieren eine zufriedene Bürgerschaft. 8,4 % der Beiträge enthalten ausdrückliches Lob, das meist neben konkreten Anliegen steht. Die geäußerten Wünsche verstehen sich überwiegend als Verbesserungswünsche an einem geschätzten Zustand. - 3 - - 4 - 2. Zentrale Themenfelder: • ÖPNV (19,2 % der Beiträge / 112 Nennungen): Das am breitesten gestützte Thema. Besonders gefordert werden Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit, Taktverdichtung (u. a. Linie 35) sowie der Ausbau der regionalen Anbindungen. • Hitze, Klima & Stadtgrün (19,1 % / 111 Nennungen): Stark gefragte Wünsche nach Entsiegelung, Beschattung, Trinkbrunnen und Stadtgrün. Anmerkung: Das Thema wurde durch die extreme Hitzeperiode am Veranstaltungsort Europaplatz sicher verstärkt genannt. • Zusammenhalt & Polarisierung (18,4 % / 107 Nennungen): Debattenkultur, Sorge vor gesellschaftlicher Spaltung sowie Einsamkeit als prägnantes Querschnittsthema. • Soziales, Armut & Rente (16,5 % / 96 Nennungen) und Wohnen/Mieten (10,8 % / 63 Nennungen): Sorgen um bezahlbaren Wohnraum und soziale Teilhabe. • Fokus Europaplatz: Der Erhebungsort selbst wurde in 32 Beiträgen thematisiert. Die Rückmeldungen zeigen ein klares Votum für Begrünung, Entsiegelung, Schatten, hohe Aufenthaltsqualität und konsumfreie Begegnungsräume. 3. Qualität und Vielfalt der Beiträge: Über 96 % des Materials sind sachlich und konstruktiv. Nur knapp 4 % (23 Beiträge) wurden als heikel oder abwertend eingestuft und entsprechend aufbereitet. Während des Aktionszeitraums wurde begleitend die „Democracy Machine“ The Democracy Machine! | ZKM untergebracht – ein interaktives Kunstprojekt, das vom Zentrum für Kunst und Medien Karlsruhe entwickelt wurde und mit dem sich die Universität Tübingen beteiligte. Darin beantworteten jeweils zwei Personen gesellschaftliche und politische Fragen mit Ja oder Nein. Stimmten die Antworten nicht überein, konnten sie sich über ihre Sichtweisen und Argumente austauschen. Die Fragen, teils mit Tübingen-Bezug, wurden von Forschenden des Sonderforschungsbereichs „Common Ground“ der Universität entwickelt. Dieser erforscht, wie Verständigung trotz unterschiedlicher Meinungen gelingen kann. Ebenfalls vorgestellt wurde der Tübokrat-O-Mat, ein Projekt der Theodor-Heuss-Stiftung, das in enger Zusammenarbeit mit der Hans-Küng-Gemeinschaftsschule Tübingen, der Universitätsstadt Tübingen und dem Weltethos-Institut entwickelt wurde. Mithilfe seiner speziell auf Tübingen abgestimmten Fragen soll der Tübokrat-O-Mat Demokratie auf spielerische Weise erfahrbar machen, politische Zusammenhänge greifbar darstellen und junge Menschen für demokratisches Engagement begeistern. 3. Vorgehen der Verwaltung Aus den insgesamt 139 konkreten Vorschlägen der Bürgerschaft hat die die Integrata- Stiftung und die Human IT Service GmbH eine Sofortmaßnahmen-Liste mit 67 Einträgen destilliert und bewertet. Sie wurde den zuständigen Fachabteilungen der Verwaltung zur Prüfung übergeben. Das weitere Vorgehen gliedert sich in zwei Ebenen: 1. Sofortmaßnahmen: Prüfung, Bewertung und schrittweise Umsetzung rasch realisierbarer Anliegen mit geringem finanziellen und organisatorischen Aufwand (z. B. Aufstellen weiterer Wasserspender, Anbringen von Deckeln auf öffentlichen Mülleimern, Erhöhung der Sitzbankdichte, Verbesserung der Fahrgastinformationen). - 5 - 2. Programmatische Weiterarbeit: Einspeisung der strategischen Befunde (u. a. ÖPNV-Taktungen, Hitzeschutzkonzepte, Förderung konsumfreier Begegnungsorte zur Entgegenwirkung von Einsamkeit) in die laufenden und anstehenden Fachplanungen sowie den Dialog mit externen Leistungsträgern. 3. Alle 582 eingegangenen Beiträge werden transparent auf der Beteiligungsplattform unter „demokratie-zukunftsfest-tuebingen“: PolitAktiv veröffentlicht. Bürgerinnen und Bürger haben dort die Möglichkeit, die Beiträge zu kommentieren, weitere Anregungen hinzuzufügen und den jeweils aktuellen Bearbeitungsstand nachzuvollziehen. 4. Fortsetzung der Veranstaltungsreihe: Das Format des „Forums Demokratie Zukunftsfest“ wird fortgeführt. Eine Nachfolgeveranstaltung für 2027 ist im Rahmen der Initiative geplant, um den Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern fortzuführen. 4. Lösungsvarianten entfällt 5. Klimarelevanz entfällt 6. Finanzielle Auswirkungen Das Projekt wurde überwiegend (ergänzend ca. 2.000 € Sachmittel aus dem HH 2026, Produktgruppe: 11.14) aus Mitteln der Kampagne „Politik auf 13 qm“ der Diözese Rottenburg-Stuttgart und einer zweckgebundenen Spende finanziert.

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