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Festival Europäische Kirchenmusik
Notiz
| Typ | Notiz |
| Gemeinde | Stadt Schwäbisch Gmünd |
| Datum | 2026-10-14 |
| Quelle | Quelldokument herunterladen → |
Dokument
Extrahierter Text
Bürgermeisteramt
Schwäbisch Gmünd, 06.10.2026
Gemeinderatsdrucksache Nr. 130/2026
Vorlage an
Verwaltungs-, Wirtschafts- und Finanzausschuss/Eigenbetriebsausschuss
zur Vorberatung
- öffentlich -
Gemeinderat
zur Beschlussfassung
- öffentlich -
Festival Europäische Kirchenmusik
- Abschlussbericht zum Festival 2026
- Planansatz für das Festival 2028
Anlagen:
Finanzierungsplan Festival Europäische Kirchenmusik
Beschlussantrag:
Für das Festival Europäische Kirchenmusik werden im Haushalt 2028 Mittel für Aufwen-
dungen in Höhe von 400.000 € (ohne Personalaufwendungen) veranschlagt. Diesen ste-
hen geplante Erträge in Höhe von 310.000 € gegenüber.
Sachverhalt und Antragsbegründung:
Gemäß dem Beschluss des Gemeinderates vom 17.10.2001 erfolgt die Mittelzuweisung
für das Festival Europäische Kirchenmusik jeweils zwei Jahre im Voraus. Ein effizienter
Mitteleinsatz und Kooperationen mit anderen Festivals und Agenturen benötigen eine
langfristige Planung. Für das Festival 2027 hat der Gemeinderat am 05.11.2025 einen
Aufwendungsansatz in Höhe von 400.000 € (ohne Personalaufwendungen) und einen
Ertragsansatz in Höhe von 303.000 €, also einen maximalen Zuschussbedarf in Höhe
von 97.000 € beschlossen.
Um der angespannten Finanzsituation der Stadt gerecht zu werden, wird für das Jahr
2028 der Ertragsansatz auf 310.000 € erhöht. Bei Aufwendungen in Höhe von 400.000
€ (ohne Personalaufwendungen) bedeutet dies einen maximalen Zuschussbedarf in
Höhe von 90.000 €.
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Bürgermeisteramt
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Abschlussbericht zum Festival 2026
Die Kennzahlen
Das 38. Festival Europäische Kirchenmusik Schwäbisch Gmünd stand vom 17. Juli bis 9.
August unter dem Motto „Balance“. Insgesamt 40 Konzerte, Gottesdienste, Kooperati-
onen und weitere Veranstaltungen fanden in den Kirchen der Stadt und der Umgebung,
im Kulturzentrum Prediger und in der Abteikirche Neresheim statt.
Insgesamt konnten 11.000 (VJ: 11.000) Besucherinnen und Besucher verzeichnet wer-
den, 6.796 Karten (VJ: 6.523) wurden verkauft. Acht Konzerte waren ausverkauft, für
weitere Veranstaltungen gab es nur noch Restkarten. Die Gesamtauslastung lag bei 90
% (VJ: 90,5 %).
In wirtschaftlicher Hinsicht war die Saison erneut sehr erfolgreich. Dabei erreichten die
Erträge durch Kartenerlöse nicht ganz das Ergebnis des Vorjahrs (182.000 €, VJ:
184.000 €), was einem verbesserten Ticketing (Umstieg auf Reservix) geschuldet ist. Die
Erträge aus Spenden und Sponsoring erreichten nicht das Rekordergebnis des Vorjahres
(111.000 €, VJ: 119.000 €). Die Aufwendungen im Bereich Honorare/NK lagen etwas
höher als im extrem niedrigen Vorjahr (238.000 €, VJ: 222.000 €). Vom Land Baden-
Württemberg erfolgte die stabile Festivalförderung in Höhe von 60.000 €.
Der SWR führte sieben Radio-Mitschnitte für SWR Kultur durch, darunter als Premiere
erstmals eine Live-Übertragung im bundesweiten ARD-Radiofestival (inkl. internationaler
EBU-Übernahmen). Das Festival konnte erneut eine Mitschnittvergütung in Höhe von
7.000 € (=VJ) vereinnahmen. Die größtenteils bereits gesendeten Aufnahmen sind für
ein Jahr lang in der Mediathek nachzuhören (www.swrkultur.de).
Als Fazit kann festgehalten werden, dass das Festival erneut eine starke Resonanz erzielt
hat. Künstler, Publikum und Presse waren begeistert, die Auslastung blieb auf hohem
Niveau erhalten, der Freundeskreis kann viele neue Mitglieder verzeichnen (Stand: 450).
Das Festival hat die Stadt Schwäbisch Gmünd nach außen glänzend repräsentiert und
war u.a. im „Festspielsommer 2026“ der F.A.Z. unter den großen nationalen Festivals
verzeichnet.
Das Programm
Highlights mit internationalen Stars
In den 20 Konzerten des Festivals waren Ensembles und Solisten aus Deutschland, Eu-
ropa sowie den USA zu erleben. Sie boten besondere Konzertmomente: Im Eröffnungs-
konzert am Samstag, 18. Juli, erlebte das Publikum im voll besetzten Heilig-Kreuz-Müns-
ter Johann Sebastian Bachs große h-Moll-Messe, erstklassig dargeboten vom Chorwerk
Ruhr, Solisten und Concerto Köln unter der Leitung von Florian Helgath. Das schwedi-
sche Vokalensemble Vokalharmonin und das Stuttgarter Kammerorchester gestalteten
am Donnerstag, 23. Juli, das Preisträgerkonzert und sorgten mit packender, gesell-
schaftspolitischer Chormusik für einen bewegenden Abend und ein Plädoyer für Frieden
und Verständigung. Im Anschluss erhielt der Komponist Thomas Jennefelt von Oberbür-
germeister Richard Arnold den Preis der Europäischen Kirchenmusik 2026. Laudator
Klaus-Martin Bresgott würdigte Jennefelts universale Musiksprache. Am Samstag, 25.
Juli, fand im Prediger ein ungewöhnlicher Jazz-Abend statt: Die vielfach preisgekrönte
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Wiener Burg-Schauspielerin Birgit Minichmayr interpretierte zusammen mit Bernd
Lhotzky und dem Quadro Nuevo Shakespeare-Sonette und begeisterte damit den vollen
Saal. Ebenso begeisternd war die Darbietung des Vokalsextetts Lyyra aus den USA, die
am 30. Juli in der Augustinuskirche sympathisch und mitreißend Musik aus ihrer Heimat
präsentierten. Ein Novum im Festival war der Stummfilm an der Eule-Orgel in der Au-
gustinuskirche: Am 31. Juli zog die russische Organistin Anna Vavilkina hier die Register
und sorgte mit ihren kreativen Improvisationen für eine grandiose Untermalung des
Stummfilms „Safety Last!“. Über 200 Mitwirkende – der Windsbacher Knabenchor, die
Cantores Minores aus Helsinki, die Stuttgarter Philharmoniker und Solisten unter der Lei-
tung von Ludwig Böhme – bescherten am 1. August dem zahlreichen Publikum im Hei-
lig-Kreuz-Münster einen berührenden Abend mit Brahms‘ Deutschem Requiem. Einen
Liederabend der Superlative erlebten die Besucher im Festsaal im Prediger: Bariton Ben-
jamin Appl und sein Londoner Klavierpartner Simon Lepper entführten mit ihrer Inter-
pretation von Werken von Robert Schumann, Georg Butterworth und Hugo Wolf in die
Liedwelt der Romantik. Die Welt des Mittelalters stand im Kloster der Franziskanerinnen
am 6. August im Zentrum: Das großartige südfranzösische Ensemble Apotropaïk besang
meisterhaft und mit ironischer Distanz die „Bella Donna“ der höfischen Tradition. Ein ei-
gens für das Festivalmotto konzipiertes Konzertprogramm brachte Jazzpianistin Olivia
Trummer mit ihrem Trio am 7. August in die Johanniskirche: Balance halten mit Jazz,
Beethoven und darüber hinaus – ein toller Abend vor ausverkauftem Haus.
Gottesdienste, Meisterkurs und Performances
Der ökumenische Eröffnungsgottesdienst fand im Heilig-Kreuz-Münster statt. Vor voll-
besetzten Bänken hielt Dekan Dr. Joachim Kummer die Festpredigt und das Ensemble
VocaBella aus Tübingen sowie Münsterorganist Stephan Beck begleiteten musikalisch.
Im Anschluss hieß es „Balance in Action“: Turnerinnen und Turner des TV Wetzgau prä-
sentierten zur Musik eines Jazz-Trios eine besondere Leistungsshow im Prediger-Innen-
hof und begeisterten mit ihrer Performance. Am 19. Juli feierten die St. Michael-Chor-
knaben Schwäbisch Gmünd ihr 70-jähriges Bestehen im Rahmen eines Gemeindegottes-
dienstes. Auch der zweite Gemeindegottesdienst des Festivals wurde durch den evange-
lischen Posaunenchor gestaltet. Den Abschluss bildete der ökumenische Schlussgottes-
dienst mit einem besonderen Drive der Sängerin Beatrix Steinhübl und Band. Vom 5. bis
7. August fand der 19. Internationale Meisterkurs für Orgelimprovisation statt. Kursleiter
Vincent Dubois, international gefragter Organist und Dozent, gab sein Wissen an 20
Teilnehmerinnen und Teilnehmer weiter. Die Aktiven gestalteten mit ihren neuen Ideen
das Abschlusskonzert an der Klais-Orgel des Heilig-Kreuz-Münsters. Zum Abschluss des
Festivals zeigte das Kollektiv dots aus Stuttgart seine Tanzperformance „Prayers“ im Hei-
lig-Kreuz-Münster und machte sich ausdrucksstark auf die Suche nach Hoffnung.
Kooperationen
Am 11. Juni gastierte Jean Asselborn, ehemaliger luxemburgischer Außenminister und
Europapolitiker, mit einem Vortrag über „Welt in Disbalance? Europa zwischen Verant-
wortung und Realität“ im Prediger, eine Begleitveranstaltung des EuroPoint Ostalb, des
Landratsamts Ostalbkreis, in Kooperation mit der Gmünder VHS und dem Festival. Das
Musikforum „Forschungsportal Bach“ am 18. Juli sowie die Gespräche mit den Künstle-
rinnen und Künstlern der Konzertabende ermöglichten vertiefte Einblicke in das Pro-
gramm. Am 26. Juli, präsentierte der Philharmonische Chor Schwäbisch Gmünd mit
dem Orchester Sinfonia 02 und Solisten unter der Leitung von Stephan Beck Chorsinfo-
nik von Anton Bruckner in der Abteikirche Neresheim; veranstaltet wurde das Konzert
vom Verein zur Erhaltung der Abteikirche Neresheim e.V.
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Während des gesamten Festivals lief die Ausstellung „Gleichgewichtˇstörung“ in der Ga-
lerie „Labor im Chor“ im Kulturzentrum Prediger. Darüber hinaus bot das Internationale
Schattentheater Museum „schattenreich“ während der Festivalzeit Sonderführungen
an, zu denen Ticketinhaber freien Eintritt erhielten.
Planungen für die Festivals der Jahre 2027 und 2028
16.7.-8.8.2027: „unterwegs“
Im kommenden Jahr findet das 39. Festival Europäische Kirchenmusik Schwäbisch
Gmünd vom 16. Juli bis 8. August statt – und zwar unter dem Motto „unterwegs“.
Es geht um Menschheitsträume, um die Sehnsucht nach grenzenloser Freiheit und die
Suche nach spiritueller Geborgenheit, transzendenter Erfahrung und Erlösung. Das Festi-
val macht sich außerdem buchstäblich auf den Weg mit einem mobilen Fahrradkonzert
in der Umgebung Gmünds.
U.a. gastieren der Dresdner Kreuzchor, das Ensemble Into the Winds (Belgien) und erst-
mals der 2020 gegründete Bundesjugendchor mit seiner Dirigentin Anne Kohler. Als
Highlight wird Bachs Matthäuspassion mit der Gaechinger Cantorey unter Leitung von
Hans-Christoph Rademann aufgeführt. Die Junge Philharmonie Ostwürttemberg gibt ein
sinfonisches Gastspiel mit Emilie Mayers romantischer Sinfonie Nr. 7, und das SWR Vo-
kalensemble wird Poulencs berühmte Anti-Kriegs- und Freiheitskantate „Figure hu-
maine“ präsentieren.
Unterwegs zu neuen Erfahrungen ist das Festival mit einem langfristigen Chorprojekt
„EKM goes school“: Zusammen mit Gmünder Realschulen und Gymnasien sowie der
städt. Musikschule werden Karl Jenkins‘ „Symphonic Adiemus“-Songs erarbeitet.
14.7.-6.8.2028: „Kreuz und quer“ (AT)
Das Jahresthema 2028 trägt in einer Spannung zwei Themen: Zum einen steht das
Kreuz als Glaubenssymbol des Leidens und der Auferstehung Christi im Zentrum. Mit di-
verser Passionsmusik (barocke Brockes-Passion und Werke des schottischen Komponis-
ten James McMillan) und mit Händels Oratorium „Messiah“ mit den Weltklasse-Ensem-
bles Tenebrae Choir (Großbritannien) und Kammerorchester Basel unter der Leitung von
Nigel Short. Zum anderen trägt das Programm der zunehmenden Diversität von Publi-
kum und Konzertformaten Rechnung. Geplant sind ein Songwriter-Abend sowie ein sin-
fonisches Gastspiel der Cappella Aquileia unter dem Dirigat von Marcus Bosch. Der 21.
Internationale Wettbewerb für Orgelimprovisation holt junge Talente aus ganz Europa
nach Schwäbisch Gmünd. Ein Kinderkonzert mit Christiane Michel-Ostertun widmet sich
dem berühmten Kästner-Stück „Die Konferenz der Tiere“
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