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Zuverlässigkeit des Schülerverkehrs im Kreis Euskirchen Hier: Anfrage der FDP-Fraktion
Schreiben
| Typ | Schreiben |
| Gemeinde | Kreisverwaltung Euskirchen |
| Datum | 2026-11-18 |
| Quelle | Quelldokument herunterladen → |
Dokument
Extrahierter Text
Kreistagsfraktion Euskirchen
Frederik Schorn
Fraktionsvorsitzender
FDP-Kreistagsfraktion Postfach 1145 53861 Euskirchen Jülicher Ring 32 53879 Euskirchen
F 13/2026
Datum: 07.10.2026
Az.:
X Öffentliche Sitzung Nichtöffentliche Sitzung
Beratungsfolge:
Ausschuss für Planung, Umwelt und Mobilität 18.11.2026
Zuverlässigkeit des Schülerverkehrs im Kreis Euskirchen
Hier: Anfrage der FDP-Fraktion
Sehr geehrter Herr Landrat,
unter Bezugnahme auf die einschl. Bestimmungen der KrO NRW sowie der GeschO des Kreistages bitten
wir Sie um die Beantwortung der folgenden Fragen im Rahmen der nächsten Sitzung des Ausschusses
für Planung, Umwelt und Mobilität:
1. Wie wird die Pünktlichkeit des Schülerverkehrs im Kreis Euskirchen durch die Kreisverwaltung bzw.
die beauftragten Verkehrsunternehmen erfasst und dokumentiert?
2. Werden insbesondere die tatsächlichen Ankunftszeiten der für den Schülerverkehr eingesetzten
Busse protokolliert? Falls ja, in welcher Form und über welchen Zeitraum werden diese Daten
vorgehalten?
3. Welche Daten liegen der Kreisverwaltung zur Pünktlichkeit der Linie 820/7 im Schülerverkehr zur
Grundschule Marmagen vor? Bitte geben Sie für das laufende Schuljahr die planmäßigen und
tatsächlichen Ankunftszeiten sowie die Anzahl und Dauer der festgestellten Verspätungen an.
4. Wie bewertet die Kreisverwaltung die Situation, wenn Schülerinnen und Schüler aufgrund regel-
mäßiger Verspätungen des Schulbusses erst nach Unterrichtsbeginn an der Schule eintreffen?
5. Welche Möglichkeiten hat die Kreisverwaltung gegenüber dem beauftragten Verkehrsunter-
nehmen, auf wiederkehrende Verspätungen im Schülerverkehr zu reagieren? Wurden im Fall der
Linie 820/7 bereits Maßnahmen ergriffen und wenn ja, welche?
6. Welche konkreten Maßnahmen sind vorgesehen, um die zuverlässige und pünktliche Beförde-
rung der Schülerinnen und Schüler zur Grundschule Marmagen künftig sicherzustellen?
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7. Liegen der Kreisverwaltung weitere Beschwerden über wiederkehrende Verspätungen oder
eine mangelnde Zuverlässigkeit des Schülerverkehrs aus anderen Kommunen bzw. Schulen im
Kreisgebiet vor? Wenn ja, bitte nach Anzahl, Zeitraum und betroffenen Linien bzw. Schulen auf-
schlüsseln.
8. Wie viele Beschwerden über den Schülerverkehr wurden der Kreisverwaltung in den Schuljahren
2024/25 und 2025/26 insgesamt gemeldet und wie wurden diese jeweils bearbeitet?
Begründung/Hintergrund:
Die FDP-Fraktion erreichen wiederholt Klagen aus dem Kreis Euskirchen über eine mangelnde Zuverläs-
sigkeit des Schülerverkehrs. Insbesondere die regelmäßige Verspätung von Schulbussen stellt für Schü-
lerinnen und Schüler sowie deren Eltern eine erhebliche Belastung dar.
Ein konkretes Beispiel ist die Beförderung von Grundschülerinnen und Grundschülern aus Nettersheim zur
Grundschule in Marmagen. Nach Angaben betroffener Eltern soll die Linie 820/7 die Schule planmäßig
um 07:47 Uhr erreichen. Der Unterricht beginnt um 07:55 Uhr. Tatsächlich soll der Bus nach den vorlie-
genden Rückmeldungen regelmäßig um mindestens zehn Minuten verspätet eintreffen. Die betroffenen
Schülerinnen und Schüler erreichen die Schule damit wiederholt erst nach Unterrichtsbeginn.
Neben der eigentlichen Verspätung zum Unterricht bedeutet dies für die Kinder, dass zwischen Ankunft
an der Schule und Unterrichtsbeginn faktisch keine ausreichende Zeit verbleibt, um in Ruhe anzukom-
men, ihre Materialien vorzubereiten und sich auf den Unterricht einzustellen.
Die FDP-Fraktion ist bereits mehrfach auf die Problematik angesprochen worden. Nach Angaben der
betroffenen Eltern haben hierzu auch Gespräche mit der Kreisverwaltung stattgefunden. Eine nachhal-
tige Verbesserung der Situation ist nach deren Rückmeldung bislang jedoch nicht eingetreten.
Die Unzuverlässigkeit des Schülerverkehrs kann darüber hinaus einen unerwünschten Nebeneffekt ha-
ben:
Wenn Eltern nicht darauf vertrauen können, dass ihre Kinder pünktlich und zuverlässig mit dem Schulbus
zur Schule gelangen, sehen sie sich unter Umständen veranlasst, ihre Kinder selbst mit dem Auto zur
Schule zu bringen. Damit entsteht zusätzlicher Individualverkehr im unmittelbaren Umfeld der Schulen.
Gerade die sogenannten „Elterntaxis“ stellen jedoch eine besondere verkehrliche Herausforderung im
Umfeld von Schulen dar. Sie führen insbesondere zu den Bring- und Abholzeiten zu einem erhöhten Ver-
kehrsaufkommen und können die Verkehrssicherheit vor den Schulen beeinträchtigen. Ziel sollte es da-
her sein, einen zuverlässigen und attraktiven Schülerverkehr sicherzustellen, der Eltern tatsächlich in die
Lage versetzt, auf die tägliche Beförderung ihrer Kinder mit dem eigenen Pkw zu verzichten.
Die Kreisverwaltung führt den Schülerverkehr im Kreisgebiet über entsprechende Linien und Verkehrsan-
gebote.
Aus Sicht der FDP-Fraktion sollte daher nachvollziehbar dargestellt werden, auf welcher Datengrund-
lage die Qualität und Zuverlässigkeit des Schülerverkehrs kontrolliert wird. Entscheidend ist insbesondere,
ob die tatsächlichen Verspätungen systematisch erfasst werden und welche Konsequenzen aus wie-
derkehrenden Abweichungen vom Fahrplan gezogen werden.
Das Beispiel Marmagen wirft dabei auch die grundsätzliche Frage auf, ob die derzeitige Kontrolle und
Steuerung des Schülerverkehrs ausreichend ist, um eine verlässliche Beförderung der Schülerinnen und
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Schüler sicherzustellen und gleichzeitig die Entstehung zusätzlichen Pkw-Verkehrs durch sogenannte „El-
terntaxis“ zu vermeiden.
Mit freundlichen Grüßen
gez. Schorn gez. Ott
Frederik Schorn f.d.R. Natalie Ott
Fraktionsvorsitzender Fraktionsgeschäftsführerin
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