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Hitzeschutz

Schreiben
TypSchreiben
GemeindeKlingenstadt Solingen
Datum2026-09-28
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Vorlage Nr. Klingenstadt Solingen - Beantwortung von Anfragen 1692/2026 erstellt am: 08.09.2026 - öffentlich - Hitzeschutz Ressort 3: Beigeordneter Welzel Vorlage erstellt: 53 Gesundheit in Abstimmung mit 64 Wohnen / 67 Natur und Umwelt Beratungsfolge Sitzungstermin Zuständigkeiten Haupt- und Personalausschuss 28.09.2026 Kenntnisnahme Mit Schreiben vom 31.07.2026 hat die Fraktion DIE LINKE mehrere Fragen zu obigem Thema gestellt, die nachfolgend beantwortet werden. 1. Welche kurzfristigen Maßnahmen ergreift die Stadt Solingen während der aktuellen Hitze- periode, um die Bevölkerung zu schützen? In der aktuellen Hitzeperiode wurde durch den Stadtdienst Gesundheit in Zusammenarbeit mit der Pressestelle eine Medien- und Informationskampagne zum Thema Hitze entwickelt. Dabei wurde ein besonderer Fokus auf die besonders vulnerable Gruppe der alleinlebenden älteren Menschen gelegt. Um diese Menschen und ihr Umfeld zu erreichen, wurden Flyer und Plakate z. B. in Apotheken, Arztpraxen, Physio- und Ergotherapiepraxen und dem Seniorenbüro ausge- geben. Mit Unterstützung der Stadtwerke konnten Plakate in Bussen ausgehängt werden. Es fanden ein Pressegespräch und eine Information über die sozialen Medien statt. Sollte in den nächsten Wochen eine erneute Hitzewelle angekündigt werden, ist vereinbart erneut insbeson- dere über die sozialen Medien zu informieren. Neben dem Vermitteln von Verhaltenstipps lag ein besonderer Schwerpunkt auf dem Appell zur Nachbarschaftshilfe unter dem Motto „Diese Hitze - Achtet aufeinander“. Parallel dazu findet unter Federführung des Stadtdienstes Gesundheit ein intensiver Austausch mit der Kassenärztlichen Vereinigung, den Krankenhäusern, dem Rettungsdienst und der Heim- aufsicht statt. Jeder der beteiligten Institutionen aktualisiert die eigenen Hitzeschutzkonzepte. Die Kassenärztliche Vereinigung und Solimed haben die niedergelassenen Arztpraxen ange- schrieben und für das Thema Hitze sensibilisiert. 2. Welche öffentlich zugänglichen kühlen Aufenthaltsorte stehen derzeit zur Verfügung und wie werden diese bekannt gemacht? Die Stadt Solingen hatte im Rahmen ihres Beteiligungsformats „Solingen redet mit“ eine Karte der kühlen Orte veröffentlicht. Darin waren sowohl von der Verwaltung als auch von Bürgerin- nen und Bürgern vorgeschlagene kühle Aufenthaltsorte verzeichnet. Aufgrund einer techni- schen Umstellung ist die Karte derzeit vorübergehend nicht öffentlich zugänglich. Die Inhalte werden für eine erneute Bereitstellung aufbereitet und werden schnellstmöglich wieder veröf- fentlicht werden. Unabhängig davon stehen der Bevölkerung zahlreiche öffentlich zugängliche kühle Aufent- haltsorte zur Verfügung. Aufgrund der besonderen Topographie Solingens mit ihren Bach- und Beantwortung von Anfragen 1692/2026 Seite 1/3 Flusstälern, den ausgedehnten Grün- und Waldflächen sowie den kurzen Wegen in den Frei- raum sind diese für viele Bürgerinnen und Bürger wohnortnah erreichbar. Dies spiegelt sich auch im guten Abschneiden Solingens im Hitze-Check der Deutschen Umwelthilfe (DUH) wider. Zu den kühlen Aufenthaltsorten zählen insbesondere: • Park- und Grünanlagen sowie Waldflächen, • Bereiche entlang der Bach- und Flusstäler, • öffentlich zugängliche Gebäude wie Kirchen und Gemeindezentren, die aufgrund ihrer Bauweise häufig auch an heißen Tagen vergleichsweise kühl bleiben, • klimatisierte öffentlich zugängliche Einrichtungen, wie z. B. Gastronomiebetriebe, Su- permärkte oder andere öffentliche Gebäude. Ergänzend unterstützen Trinkwasserbrunnen und Refill-Stationen die Hitzevorsorge, indem sie den Zugang zu kostenfreiem Trinkwasser im öffentlichen Raum ermöglichen. (Karte von mor- gen Refill Deutschland | Plastikmüll vermeiden | Leitungswasser auffüllen) 3. Welche zusätzlichen Trinkwasserangebote stehen aktuell zur Verfügung? Sind während der Hitzeperiode weitere mobile Trinkwasserstellen oder vergleichbare Angebote vorgesehen? Im Stadtgebiet steht derzeit zwei öffentliche Trinkwasserspender (in Ohligs an der Düsseldorfer Straße und am Gebäude der Stadtwerke im Tal der Wupper) zur Verfügung. Der weitere Bau von Trinkwasserspendern wird von der Stadt bei zentralen Umgestaltungsprojekten (derzeit in Planung am Fronhof) mitgedacht. Ergänzend dazu gibt es noch das sogenannte Projekt der Refill-Stationen, an denen einige Einrichtungen und Geschäfte teilnehmen. Bei den teilnehmen- den Geschäften und Einrichtungen können Bürger kostenlos ihre Flasche auffüllen. 4. Sind kurzfristig Maßnahmen wie Wassernebel-Anlagen oder Cooling-Points an besonders stark frequentierten Plätzen vorgesehen? Die Einrichtung von Wassernebel-Anlagen oder Cooling-Points ist derzeit nicht geplant. Die Stadt setzt im Rahmen ihrer Hitzevorsorge vorrangig auf naturnahe Kühlungsstrukturen, die Bereitstellung von Trinkwasserangeboten sowie die Information der Bevölkerung. Die Einfüh- rung technischer Kühlungsmaßnahmen im öffentlichen Raum wäre mit einem zusätzlichen Planungs-, Betriebs- und Unterhaltungsaufwand verbunden und ist derzeit nicht vorgesehen. Gleichzeitig begrüßt die Stadt bürgerschaftliche oder privat initiierte Maßnahmen, die einen Beitrag zum Hitzeschutz leisten. Beispiele aus anderen Städten zeigen, dass bereits niedrig- schwellige Initiativen – etwa die Bereitstellung eines Rasensprengers an einem Biergarten/Kiosk an einem Park – von der Bevölkerung gut angenommen werden können. Sofern entsprechende Ideen im Einklang mit den rechtlichen und organisatorischen Rahmenbedingungen umgesetzt werden können, steht die Stadt solchen Ansätzen grundsätzlich aufgeschlossen gegenüber. 5. Welche konkreten Unterstützungsmaßnahmen gibt es derzeit für besonders hitzegefähr- dete Menschen, insbesondere Seniorinnen und Senioren, Kinder sowie obdachlose Men- schen? Neben dem aktuellen Focus auf alte Menschen hat der Stadtdienst Gesundheit in diesem Jahr einen Flyer mit zum Thema „Hitze – Achtet auf eure Kinder“ entwickelt, der in allen Kinder- arztpraxen ausgegeben wird. Beantwortung von Anfragen 1692/2026 Seite 2 von 3 Die Senioreneinrichtungen verfügen über eigene Hitzeschutzkonzepte und werden über die Heimaufsicht regelmäßig informiert. Im Rahmen der aktuellen Hygienebegehungen in den Se- nioreneinrichtungen fragt auch der Stadtdienst Gesundheit, ob und wie die Konzepte umge- setzt werden konnten. Der Stadtdienst Wohnen steht mit Hilfeträgern in Solingen zu der besonderen Situation woh- nungsloser Menschen bei Hitze regelmäßig und auch in diesem Sommer im Gespräch. Der Streetworker, der testweise in Mitte und Ohligs eingesetzt ist, gibt Menschen Hinweise auf Hilfsmöglichkeiten und geschützte Orte und verteilt in Einzelfällen auch Gutscheine der Caritas für Lebensmittelkäufe und Übernachtungen. Die Übernachtungsgutscheine dienen dazu, auf das Übernachtungs-Angebot auf der Bahnstraße aufmerksam zu machen. Außerdem wird dar- auf hingewiesen, dass man bei der Caritas donnerstags gegen eine geringe Gebühr duschen kann. 6. Wie informiert die Stadt die Bevölkerung über die aktuelle Hitzelage und geeignete Schutz- maßnahmen? Werden dabei auch Angebote anderer Träger, beispielsweise Kirchengemein- den oder Wohlfahrtsverbände, als kühle Aufenthaltsorte oder Anlaufstellen aktiv kommu- niziert? Die Stadt Solingen informiert proaktiv, auch über sogenannte Soziale Medien, über Hitzelagen und die Angebote der städtischen Dienststellen sowie der anderen Träger. 7. Wie ist der aktuelle Stand der Erarbeitung des Hitzeaktionsplans und welche der dort vor- gesehenen Maßnahmen können bereits kurzfristig umgesetzt werden? Das Thema gesundheitsbezogener Hitzeschutz wird vom Stadtdienst Gesundheit in Zusamme- narbeit mit weiteren Akteuren (s. auch Frage 1) bearbeitet. In diesem Sommer wurde erstmals eine im Vorfeld erarbeitete Kommunikationsstruktur zur strukturierten Weiterleitung der DWD – Hitzewarnungen getestet, die über die Warnungen an die Pressestelle, die Schulen, die Kitas, die Senioreneinrichtungen, den Rettungsdienst und die Krankenhäuser weitergeleitet wurden. Während der aktuellen Hitzeperiode wurde o.g. Medienkampagne entwickelt. Es wurde eine Krisengruppe zum Thema Hitze ins Leben gerufen. Diese Gruppe trifft sich im September erneut, um über strukturelle Maßnahmen zum Hitzeschutz im kommenden Jahr zu beraten und diese während der kühleren Monate vorzubereiten. Ziel ist ein strukturiertes Warn- und Maßnahmenkonzept für zukünftige Hitzeperioden, das in den Katastrophenplan der Stadt integriert werden kann. Anlagen - 1692 Anlage 1 Anfrage DIE LINKEN iS Hitzeschutz Beantwortung von Anfragen 1692/2026 Seite 3 von 3

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