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Bestimmung von Baumscheiben-Standorten zur Entsiegelung/Sanierung im Rahmen des KoMoNa-Anschlussvorhabens
Beschlussvorlage
| Typ | Beschlussvorlage |
| Gemeinde | Kerpen |
| Datum | 2026-09-22 |
| Quelle | Quelldokument herunterladen → |
Dokument
Extrahierter Text
KOLPINGSTADT KERPEN
DER BÜRGERMEISTER
Amt/Abteilung: 16.3 / Klima und Umwelt
Drs.-Nr.: 368.26
Bearbeitung: Isabell Mayer
Datum : 10.06.2026
Beratungsfolge Termin Bemerkungen
Arbeitskreis Klima und Umwelt 02.07.2026
Ausschuss für Stadtplanung, Verkehr und Umwelt 22.09.2026
X Öffentlicher Teil Nichtöffentlicher Teil
Bestimmung von Baumscheiben-Standorten zur Entsiegelung/Sanierung im Rahmen des
KoMoNa-Anschlussvorhabens
Durch die Vorlage entstehen keine haushaltsrelevanten Kosten
x Durch die zu beschließende Maßnahme entstehen Kosten von 239.190 € (s. Anlage)
x Mittel stehen haushaltsrechtlich zur Verfügung, sofern eine Bewilligung des
KoMoNa-Anschlussvorhabens erteilt wird.
Haushaltsansatz im Haushaltsjahr: 2027
Kostenträger/Sachkonto: 5656105/5281723
Mittel müssen über- außerplanmäßig bereitgestellt werden;
Im Haushaltsjahr :
Kostenträger/Sachkonto:
Deckung:
Mittel sollen im/in folgenden Haushaltsjahr/en veranschlagt werden:
Durch die Vorlage entstehen stellenplanmäßige Auswirkungen (s. Begründung)
Durch die Vorlage entstehen keine klimarelevanten Wirkungen.
Durch die Vorlage entstehen klimarelevante Wirkungen.
Das Vorhaben hat Auswirkungen auf… positiv neutral negativ
… den Verbrauch von Energie und/oder Ressourcen. x
… das Stadtklima (Hitze, Regenwasser…). x
… die Bewusstseinsbildung für den Klimawandel. x
Kommentar der Abteilung 16.3 – Klima und Umwelt:
Pflichtaufgabe x Freiwillige Aufgabe
Sachbear- Abteilungs- Amtsleitung Zuständiger Mitzeichnung Kämmerer Bürgermeister Amt 10
beitung leitung Dezernent Amt 40 Ratsbüro
Abtlg. 16.2
gez. Mayer gez. gez. Mackeprang gez. Marner gez. Esser gez. Schaaf gez. Jurczyk gez.
Küttner Olbrisch gez. Strehling Seidenpfennig
Beschlussentwurf:
Der Arbeitskreis Klima und Umwelt nimmt die Ausführungen der Verwaltung und die Ergebnisse
der Potenzialanalyse zur Baumscheibenentsiegelung zur Kenntnis und empfiehlt, vorbehaltlich der
Bewilligung des KoMoNa-Anschlussvorhabens, dem Ausschuss für Stadtplanung, Verkehr und
Umwelt den Beschluss zur Entsiegelung/Erweiterung folgender Baumscheiben im Stadtgebiet:
Stiftsplatz
• Baumscheibenzusammenlegung und somit Vergrößerung der Baumscheiben S26 und S27
• Baumscheibenzusammenlegung und somit Vergrößerung der Baumscheiben S10 und S11
Bachstraße
• Vergrößerung der Baumscheibe B6 der Walnuss an der Ecke Bachstraße/Holzgasse
Hüttenstraße
• Entsiegelung und Erweiterung der Baumscheiben H8 und H9 an der Ecke
Hüttenstraße/Heinz-Wassen-Straße
Beschlussvorlage 368.26 Seite 2
MAßNAHME: ______________________________________________
ÜBERSICHT Ausgaben / Einnahmen
Aufwendungen / Erträge
lfd. Jahr 1. Folgejahr 2. Folgejahr 3. Folgejahr 4. Folgejahr
Einmalkosten
Ausgaben / Aufwendungen
Anschaffungskosten (z.B. Baukosten) 239.190 €
Einrichtungskosten
Personalkosten
Honorare Architekten/Ingenieure o.ä.
gesamt: 239.190 €
Einnahmen / Erträge
214.840,46
Zuschüsse €
Beiträge
214.840,46
gesamt: €
24.349,54
Saldo: €
Folgekosten:
Aufwendungen
Sachkosten (z.B. Unterhaltung)
Schuldendienste/Zinsen
Abschreibung
Personalkosten
gesamt
Erträge
Zuschüsse
Gebühren
gesamt
Beschlussvorlage 368.26 Seite 3
KlimaCheck
KLIMASCHUTZ
Beschlussvorlage 368.26 Seite 4
vitisop lartuen vitagen
tnnakebnu
Wie wirkt sich das Vorhaben auf den zukünftigen Verbrauch von Energie (Strom und/oder
☐ ☒ ☐ ☐
Wärme) aus?
Wie wirkt sich das Vorhaben auf die zukünftige Emission von Treibhausgasen aus? ☒ ☐ ☐ ☐
Wie wirkt sich das Vorhaben auf den Ausbau erneuerbarer Energien aus? ☐ ☒ ☐ ☐
Wie wirkt sich das Vorhaben auf das Aufkommen des motorisierten Individualverkehrs
☒ ☐ ☐ ☐
aus?
Wie wirkt sich das Vorhaben auf den Verbrauch von Ressourcen aus? ☐ ☒ ☐ ☐
KLIMAFOLGENANPASSUNG
vitisop lartuen vitagen
tnnakebnu
Wie wirkt sich das Vorhaben auf das Stadtklima bzw. städtische Mikroklima aus? ☒ ☐ ☐ ☐
Wie wirkt sich das Vorhaben auf den Bodenverbrauch und die Versiegelung von Flächen
☒ ☐ ☐ ☐
aus?
Wie wirkt sich das Vorhaben auf die Anpassung an mögliche Starkregen- und
☒ ☐ ☐ ☐
Überschwemmungsereignisse aus?
Wie wirkt sich das Vorhaben auf die Anpassung an zunehmend längere Trockenperioden
☒ ☐ ☐ ☐
aus?
Wie wirkt sich das Vorhaben auf die Aufenthaltsqualität und den Schutz der
☒ ☐ ☐ ☐
menschlichen Gesundheit insbesondere bei anhaltenden Hitzeperioden aus?
BEWUSSTSEIN FÜR DEN KLIMAWANDEL
vitisop lartuen vitagen
tnnakebnu
Wie wirkt sich das Vorhaben auf die Bewusstseinsbildung für den Klimawandel und
notwendige Klimaschutz- und Klimaanpassungsmaßnahmen in der Bevölkerung, der ☒ ☐ ☐ ☐
Verwaltung oder unter lokalen Akteuren aus?
Begründung:
Sachverhalt:
Im Jahr 2025 wurde im Rahmen des KoMoNa-Initialvorhabens (Kommunale Modellvorhaben zur
Umsetzung der ökologischen Nachhaltigkeitsziele in Strukturwandelregionen) mit dem Arboristen
und Ökologen Marius König die als Anlage beigefügte Potenzialanalyse zur Entsiegelung von
Baumscheiben erarbeitet.
Ziel der Untersuchung war es, besonders bedeutende Baumstandorte im Stadtgebiet zu
identifizieren, deren Erhalt aufgrund ihrer hohen Relevanz für das Stadtklima, die Aufenthaltsqualität
sowie die Lebensqualität der Bevölkerung von besonderem öffentlichem Interesse ist. Auf
Grundlage einer multikriteriellen Bewertung konnten dabei Standorte priorisiert werden, die zugleich
ein hohes Entsiegelungs- und Sanierungspotenzial aufweisen. Hervorzuheben sind hierbei
insbesondere die Linden am Stiftsplatz in Kerpen, die Platanenallee in der Hüttenstraße in Sindorf
sowie ein prägender Walnussbaum in der Bachstraße in Kerpen.
Für die priorisierten Standorte wurden vertiefende Untersuchungen durchgeführt. Diese umfassten
bodenkundliche Analysen, die Ermittlung der vorhandenen Versiegelungsgrade und
Restgehwegbreiten sowie eine detaillierte Bewertung der Wurzelraumsituation. Auf Basis der
gewonnenen Erkenntnisse konnten standortspezifische Maßnahmenkonzepte entwickelt werden,
die auf die nachhaltige Sicherung und Verbesserung der Lebensbedingungen der Bäume
ausgerichtet sind.
Für die Standorte Hüttenstraße, Bachstraße und Stiftsplatz liegen mit der Analyse konkrete
Entsiegelungs- und Sanierungskonzepte vor. Die vorgesehenen Maßnahmen schaffen die
Voraussetzungen für eine langfristige Stabilisierung der Baumvitalität und sichern zugleich die
vielfältigen Ökosystemleistungen der Bäume, insbesondere hinsichtlich Verschattung, Kühlung,
Luftreinhaltung und Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum.
Die vorgeschlagenen Maßnahmen besitzen dabei einen modellhaften Charakter und bilden einen
wichtigen Ausgangspunkt für die schrittweise Ausweitung von Entsiegelungsmaßnahmen im
gesamten Stadtgebiet. Vor dem Hintergrund zunehmender Hitze- und Trockenperioden sowie der
bereits heute erkennbaren Belastungen vieler innerstädtischer Baumstandorte besteht ein
dringender Handlungsbedarf, um bestehende Schäden zu begrenzen und die Anpassungsfähigkeit
des Stadtgrüns an die Folgen des Klimawandels nachhaltig zu stärken.
Kernelement der Sanierungsmaßnahmen ist die Entsiegelung der Baumumfelder in Verbindung mit
einem Substrataustausch. Gleichzeitig eröffnet die Entsiegelung zusätzliche Potenziale für eine
gestalterische und funktionale Aufwertung des öffentlichen Raums.
Durch die Umsetzung der entwickelten Maßnahmen werden die ausgewählten Baumstandorte
gezielt auf die Herausforderungen zukünftiger Klimaentwicklungen vorbereitet und ihre langfristige
Funktionsfähigkeit gesichert. Die kurzfristig realisierbaren Maßnahmen leisten dabei einen
wesentlichen Beitrag zur Reduzierung der negativen Auswirkungen von Bodenversiegelung auf
Baumgesundheit, Mikroklima und Aufenthaltsqualität. Zugleich zeigt die Potenzialanalyse auf, dass
durch gezielte Entsiegelungsmaßnahmen vergleichsweise schnell wirksame Verbesserungen für
Klimaresilienz, Stadtbild und Lebensqualität erzielt werden können.
Die Aktualität des Vorhabens wird durch die Ergebnisse des kürzlich veröffentlichten Hitze-Checks
der Deutschen Umwelthilfe (DUH) zusätzlich unterstrichen. Die bundesweite Auswertung von 190
Städten mit mehr als 50.000 Einwohnenden bewertet die Hitzebelastung anhand von
Oberflächentemperatur, Versiegelungsgrad, Grünvolumen und Bevölkerungsdichte. Kerpen erreicht
hierbei einen Hitzebetroffenheitsindex von 15,31 und liegt damit im Bereich einer durchschnittlichen
Hitzebetroffenheit. Nach den DUH-Auswertungen sind rund 40 % der Bevölkerung in Bereichen mit
hoher Hitzebelastung betroffen; zugleich weist Kerpen einen Versiegelungsgrad von über 45 % der
betrachteten Siedlungs- und Verkehrsflächen auf. Auch beim Grünvolumen erreicht Kerpen eine
unterdurchschnittliche Bewertung. Dies verdeutlicht, dass der vorhandene Baumbestand als
Beschlussvorlage 368.26 Seite 5
klimaausgleichendes Element eine besondere Bedeutung besitzt und in seiner Vitalität gezielt
gesichert sowie gestärkt werden muss.
Vor dem Hintergrund zunehmender Hitze- und Trockenperioden verdeutlichen diese Ergebnisse den
Handlungsbedarf zur Verbesserung der städtischen Klimaresilienz. Insbesondere in Städten mit
begrenzten Grünvolumenpotenzialen kommt dem Erhalt und der Entwicklung bestehender
Großbäume eine hohe Priorität zu, da deren Verlust kurz- bis mittelfristig nicht kompensiert werden
kann.
Empfohlene Entsiegelungsmaßnahmen:
Aufgrund des oben geschilderten Sachverhaltes empfiehlt die Verwaltung gemäß der
Potenzialanalyse im Rahmen des beantragten KoMoNa-Anschlussvorhabens folgende
Baumscheiben zu entsiegeln/sanieren:
Stiftsplatz
Am Stiftsplatz wurden 28 Linden untersucht, die aufgrund ihres ausgeprägten ortsbildprägenden
Charakters sowie der nachweislich eingeschränkten Standortbedingungen einen hohen
Handlungsbedarf aufweisen. Vor diesem Hintergrund wurde bei der Maßnahmenentwicklung ein
ganzheitlicher Ansatz für den gesamten Platz verfolgt, bei dem zwei unterschiedliche Varianten
(Plan A und Plan B) ausgearbeitet wurden.
Die Verwaltung empfiehlt die Maßnahmenumsetzung gemäß der Potenzialanalyse nach dem
Vorgehen wie in Entsiegelungsplan A ausgearbeitet. Bei dem Verfahren sieht Plan A die
Zusammenlegung zweier Baumscheiben vor, indem die dazwischenliegende Parkplatzfläche
entsiegelt und den Bäumen zur Verfügung gestellt wird. Diese Zusammenführungen sind zum einen
pragmatisch, da sie mit verhältnismäßig wenigen Nutzungskonflikten umsetzbar sind. Zum anderen
entstehen für die betroffenen Bäume deutlich größere und zusammenhängende Wurzelräume, die
eine verbesserte Wasseraufnahme, eine erhöhte Sauerstoffverfügbarkeit im Boden und insgesamt
ein günstigeres Standortklima gewährleisten. Dieses Vorgehen wird für die vier Baumscheiben
(S26/S27 sowie S10/S11) auf Höhe des Brunnens empfohlen, wodurch insgesamt ca. 50 m² Fläche
entsiegelt werden könnte, bei einem Verlust von 4 Parkplätzen.
Beschlussvorlage 368.26 Seite 6
Bachstraße
In der Bachstraße wurden im Zuge der Potenzialanalyse ausschließlich Maßnahmen zur
Entsiegelung im Bereich der Walnuss (B6) entwickelt. Vorgesehen ist die Entsiegelung einer Fläche
von insgesamt 65 m² wie in der Abbildung dargestellt.
Für die Walnuss sollen rund 65 m² Fläche entsiegelt und der darunter liegende verdichtete Boden
ausgetauscht werden, um die Wasser- und Luftversorgung im Wurzelraum zu verbessern. Dadurch
kann sich der Baum langfristig vital entwickeln und weiterhin als straßenbildprägendes Element
wirken. Die Maßnahme ist an diesem Standort ohne Konflikte mit Zufahrten, Gehwegen oder
Leitungen umsetzbar und führt zu einer deutlichen ökologischen Aufwertung bei minimalem Eingriff
in die bestehende Infrastruktur.
Hüttenstraße
Um langfristige Konflikte zwischen den Platanen und der straßenbaulichen Infrastruktur zu
vermeiden und den Bäumen eine dauerhaft gute Entwicklung zu ermöglichen, sollen die
Baumscheiben entsiegelt werden. Dieses führt zusätzlich zur Optimierung der Baumstandorte auch
zu klimatischen Vorteilen und zu einer ökologischen Aufwertung der Fläche. Für die Umsetzung
wurden die Baumscheiben H8 und H9 empfohlen, da sie im Vergleich zu anderen Standorten das
geringste Konfliktpotenzial aufweisen. Die Baumscheibe H8 ist eine deutlich unterdimensionierte
fast quadratische Baumscheibe. Durch den Rückbau eines davor liegenden und eines dahinter
liegenden Parkplatzes soll sie vergrößert werden. Zusätzlich wird der angrenzende Gehweg um
einen Meter verschmälert, sodass eine nutzbare Gehwegbreite von 2 m bestehen bleibt. Die
Baumscheibe H9 besteht derzeit aus zwei voneinander getrennten Teilflächen, die im Rahmen der
Maßnahme zu einer zusammenhängenden Baumscheibe verbunden und ebenfalls erweitert werden
sollen. Wie bei H8 werden hierfür zwei Parkplätze entlang der Fahrbahn aufgegeben und der
Gehweg um einen Meter reduziert.
Beschlussvorlage 368.26 Seite 7
Finanzierung und Zeitplan:
Zur Finanzierung der genannten Maßnahmen wird auf die beantragte und sich in Bewilligung
befindende KoMoNa-Förderung zurückgegriffen. Es ist mit einem Start des Vorhabens zum 01.07.26
auszugehen.
Die Kosten für die Entsiegelungs- und Sanierungsmaßnahmen sowie einer dendrologischen
Baubegleitung belaufen sich insgesamt auf 239.190 €. Bei einer Förderquote von ca. 90 % beträgt
der kommunale Eigenanteil somit 24.349,54 €.
Die Umsetzung der Maßnahme soll bereits im Jahr 2028 stattfinden.
Stellungnahme des Kämmerers:
Da es sich grundsätzlich aktuell um keine kommunale Pflichtaufgabe handelt, ist auch hier der
freiwillige kommunale Eigenanteil vor dem Hintergrund der Haushaltslage kritisch zu hinterfragen.
Thomas Schaaf
Beschlussvorlage 368.26 Seite 8
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