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Sachstand Umsetzung Klimaschutzkonzept
Mitteilung
| Typ | Mitteilung |
| Gemeinde | Gütersloh |
| Datum | 2026-09-21 |
| Quelle | Quelldokument herunterladen → |
Dokument
Extrahierter Text
Der Bürgermeister
öffentliche
Mitteilungsvorlage
Organisationseinheit Datum Drucksachen-Nr.
Umweltschutz 13.08.2026 301/2026
Beratungsfolge Sitzungstermin
Ausschuss für Umwelt und Klimaschutz 21.09.2026
Tagesordnungspunkt:
Sachstand Umsetzung Klimaschutzkonzept
Personelle Auswirkungen X Nein Ja
A rt Im Zeitraum/ ab Zeitpunkt Anzahl der Stellen und Bewertungen
Finanzielle Auswirkungen X Nein Ja
A rt Im Zeitraum/ ab Zeitpunkt Haushaltsbel astung Euro Veranschlagt unt er Produkt-Nr. u.
-bezeichnung
Beschlusskontrolle X Nein Ja
Falls ja:
Verantwortlicher Fachbereich: Umsetzung bis zum:
Inhalt:
Sachverhalt
Nachdem die Verwaltung den Ausschuss im Mai dieses Jahres über den aktuellen Sachstand der
Kommunalen Wärmeplanung informiert hat (DS 169/2026), soll in dieser Vorlage das weitere Vor-
gehen zur Umsetzung des Klimaschutzkonzeptes erläutert werden. Grundsätzlich zielt die Strategie
der Verwaltung darauf ab, die Umsetzung des Klimaschutzkonzeptes und der entsprechenden Maß-
nahmen so zu gestalten, dass sie sich in den Gesamtzusammenhang weiterer strategischer Planun-
gen und Vorgaben, insbesondere der Kommunalen Wärmeplanung, einfügen. Daraus ergeben sich
folgende Aufgabenschwerpunkte:
Strategie für eine klimafreundliche Stadtverwaltung
Mit der Treibhausgasbilanzierung für die Stadtverwaltung (siehe DS 168/2026) liegt eine wichtige
Grundlage für die Umsetzung der im Klimaschutzkonzept beschriebenen Maßnahme 3.2.1.1 „Ent-
wicklung und Umsetzung einer Strategie für eine klimafreundliche Stadtverwaltung“ vor.
Zur Umsetzung wurden Fördermittel aus dem Förderprogramm „Fokusberatungen Klimaschutz“ des
Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) bean-
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tragt. Im Rahmen des Förderprogramms werden bis zu 70 Prozent der förderfähigen Gesamtaus-
gaben übernommen und somit die Entwicklung einer strategischen Grundlage für die weitere Um-
setzung kommunaler Klimaschutzmaßnahmen unterstützt.
Ziel der Strategie ist die Erarbeitung eines umsetzungsorientierten und langfristig angelegten Maß-
nahmenplans, der den Weg der Stadtverwaltung hin zu einer treibhausgasneutralen Verwaltung
strukturiert beschreibt. Hierzu sollen alle relevanten Fachbereiche sowie weitere betroffene Organi-
sationseinheiten frühzeitig und kontinuierlich in den Erarbeitungsprozess eingebunden werden.
Durch diesen verwaltungsweiten Beteiligungsprozess sollen sowohl bestehende Potenziale identifi-
ziert als auch praxisnahe und realistisch umsetzbare Maßnahmen entwickelt werden, die von den
jeweiligen Fachbereichen mitgetragen werden.
Im Rahmen der Strategie werden die bestehenden Emissionsquellen der Verwaltung analysiert,
Handlungsfelder definiert sowie konkrete Maßnahmen zur Minderung der Treibhausgasemissionen
entwickelt. Darüber hinaus erfolgt eine Priorisierung der erarbeiteten Maßnahmen unter Berücksich-
tigung ihrer Klimawirkung, Wirtschaftlichkeit, Umsetzbarkeit sowie des erforderlichen Personal- und
Finanzaufwandes. Ziel ist es, unmittelbar nach Abschluss der Strategie mit der Umsetzung prioritärer
Maßnahmen beginnen zu können.
Die Ergebnisse des Strategieprozesses sollen dem Ausschuss für Umweltschutz vorgestellt werden.
Neben der Darstellung der wesentlichen Erkenntnisse umfasst dies insbesondere einen priorisierten
Maßnahmenkatalog sowie Empfehlungen für das weitere Vorgehen der Verwaltung.
Die Erreichung einer treibhausgasneutralen Stadtverwaltung stellt einen wichtigen Baustein zur Um-
setzung der kommunalen Klimaschutzziele dar. Neben der direkten Reduzierung der verwaltungs-
internen Treibhausgasemissionen übernimmt die Stadt Gütersloh damit eine wichtige Vorbildfunk-
tion gegenüber Bürgerinnen und Bürgern, Unternehmen sowie weiteren lokalen Akteuren. Gleich-
zeitig können die im Rahmen der Umsetzung gewonnenen Erfahrungen und Erkenntnisse genutzt
werden, um Transformationsprozesse im gesamten Stadtgebiet zu unterstützen und weitere Akteure
auf dem Weg zur Treibhausgasneutralität zu begleiten. Der Umsetzungspfad der Verwaltung trägt
somit sowohl zur Optimierung interner Strukturen und Prozesse als auch zur Stärkung der kommu-
nalen Vorbildfunktion im Klimaschutz bei.
Aufsuchende Quartiersberatung
Um die Klimaziele im Gebäudesektor zu erreichen, ist eine deutliche Steigerung der Sanierungsrate
sowie der Umstieg auf klimafreundliche Heizsysteme erforderlich. Der beschlossene kommunale
Wärmeplan der Stadt Gütersloh zeigt, dass insbesondere in Gebieten mit einem hohen Anteil an
Ein- und Zweifamilienhäusern dezentrale Wärmelösungen künftig eine wichtige Rolle spielen wer-
den. Neben technischen Lösungen ist daher eine gezielte Information und Beratung der Eigentüme-
rinnen und Eigentümer von besonderer Bedeutung.
Auf Grundlage der Ergebnisse des Wärmeplans plant der Fachbereich Umweltschutz gemeinsam
mit der Energieberatung der Verbraucherzentrale NRW sowie weiteren qualifizierten Energiebera-
terinnen und Energieberatern ein quartiersbezogenes Beratungsangebot im Stadtteil Sundern. Das
Quartier wurde im Wärmeplan als Fokusgebiet für dezentrale Wärmeversorgung und begleitende
Beratungskampagnen identifiziert. Nach erfolgreicher Umsetzung des Pilotquartiers, soll dieses An-
gebot auch auf andere Quartiere ausgeweitet werden.
Ziel des aufsuchenden Beratungsangebots ist es, Eigentümerinnen und Eigentümer individuell über
sinnvolle Sanierungsmaßnahmen, den Einsatz klimafreundlicher Heizsysteme, Möglichkeiten zur
Steigerung der Energieeffizienz sowie bestehende Förderprogramme zu informieren. Durch die per-
sönliche Vor-Ort-Beratung sollen Hemmnisse abgebaut, Investitionsentscheidungen erleichtert und
ein Beitrag zur Umsetzung der Wärmewende im Gebäudebestand geleistet werden.
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Diese Maßnahme lässt sich in dieser Form nicht exakt im Klimaschutzkonzept wiederfinden. Inhalt-
lich bestehen jedoch Überschneidungen mit der dort beschriebenen Maßnahme „Quartiersbezogene
und zielgruppenspezifische Beratungs- und Unterstützungsangebote für Eigentümer von selbstge-
nutzten und privat vermieteten Wohngebäuden“ (1.3.1.1). Die Umsetzung in der gewählten Form
bietet jedoch eine deutlich kosteneffizientere Lösung, die weniger Vorlauf benötigt und darüber hin-
aus die Kommunale Wärmeplanung berücksichtigt.
Energieberatung für Unternehmen
Eine weitere Maßnahme aus dem Klimaschutzkonzept ist ein „Informations- und Beratungsangebot
zur Energie- und Ressourceneffizienz in einzelnen Unternehmen“ (Maßnahme 3.3.1.1.). Ziel ist es,
insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) bei der Identifikation und Umsetzung
von Energieeffizienzmaßnahmen zu unterstützen und dadurch Energiekosten sowie CO₂-Emissio-
nen zu reduzieren.
Zur Umsetzung dieser Maßnahme ist die Einführung eines niedrigschwelligen Energieberatungsan-
gebots vorgesehen. Geplant sind zunächst 10 bis 15 kostenlose Vor-Ort-Beratungen für Unterneh-
men im Stadtgebiet, durch externe Energieberater. Im Rahmen der Beratungen werden die Betriebe
hinsichtlich ihres Strom- und Wärmeverbrauchs sowie weiterer relevanter Energieverbräuche ana-
lysiert. Anschließend erhalten die Unternehmen einen Kurzbericht mit konkreten Handlungsempfeh-
lungen, einer Priorisierung der Maßnahmen sowie Informationen zu geeigneten Förderprogrammen.
Ergänzend werden Möglichkeiten zur Nutzung von Photovoltaik, einer effizienten Wärmeerzeugung
und eines optimierten Energiemanagements aufgezeigt.
Neben den direkten Energie- und Kosteneinsparungen soll das Angebot die Unternehmen für die
Themen Energieeffizienz und Klimaschutz sensibilisieren, auf größere Investitionen vorbereiten und
einen niedrigschwelligen ersten Einstieg in das Thema geben sowie als Vorstufe zu dem schon
bestehenden Angebot ÖKOPROFIT darstellen. Die Maßnahme wird in Kooperation mit der pro Wirt-
schaft Gt und der Concept Gt umgesetzt, um die Unternehmen gezielt anzusprechen und beste-
hende Unterstützungsstrukturen zu nutzen. Damit leistet die Maßnahme einen wichtigen Beitrag zur
Umsetzung der Klimaschutzziele der Stadt Gütersloh und stärkt gleichzeitig die Wettbewerbsfähig-
keit der lokalen Wirtschaft.
Klima-Forum als neues Austauschformat zwischen Politik, Bürgern und Verwaltung
Mit dem Klima-Forum soll ein neues Beteiligungs- und Austauschformat (siehe DS-Nr.: 166/2026)
geschaffen werden, das den regelmäßigen Dialog zwischen Politik, Bürgerschaft, Verwaltung sowie
weiteren relevanten Akteuren im Bereich Klimaschutz stärkt. Ziel des Formats ist es, gemeinsam
praxisnahe und auf die örtlichen Gegebenheiten der Stadt Gütersloh abgestimmte Lösungsansätze
für aktuelle Herausforderungen des kommunalen Klimaschutzes zu entwickeln sowie die Vernet-
zung und Zusammenarbeit der verschiedenen Akteursgruppen nachhaltig zu fördern.
Die erste Veranstaltung ist für den 03. November vorgesehen und orientiert sich inhaltlich an der
Maßnahme 6.5.3.1 „Bürgerenergiegenossenschaften als (Co-)Betreiber von erneuerbaren Strom-
und Wärmeerzeugungsanlagen und Wärmenetzen“ aus dem Klimaschutzkonzept. Im Mittelpunkt
der Veranstaltung stehen Praxisbeispiele bereits erfolgreich umgesetzter Projekte lokaler Bürgere-
nergiegenossenschaften aus dem Kreis Gütersloh. Durch Erfahrungsberichte und fachliche Impulse
sollen sowohl die organisatorischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen als auch die Poten-
ziale und Chancen von Bürgerenergiegenossenschaften für die kommunale Energiewende aufge-
zeigt werden.
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Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Frage, wie der Ausbau erneuerbarer Strom- und Wärme-
erzeugungsanlagen im Stadtgebiet Gütersloh durch bürgerschaftliches Engagement unterstützt wer-
den kann. Dafür sollen ausgewählte interessierte Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit gegeben
werden, ihre Vorstellungen und Fragen zu dem Thema einzubringen und so den Austausch durch
eine weitere essentielle Perspektive zu bereichern. Dadurch sollen Hemmnisse für eine Beteiligung
abgebaut, das Interesse an Bürgerenergieprojekten gestärkt und die Gründung beziehungsweise
das Wachstum bestehender Bürgerenergiegenossenschaften unterstützt werden.
Langfristig soll sich das Klima-Forum als regelmäßiges Veranstaltungsformat etablieren und unter-
schiedliche Themenfelder des kommunalen Klimaschutzes aufgreifen. Hierdurch soll ein kontinuier-
licher Austausch zwischen Politik, Verwaltung, Fachakteuren und Bürgerschaft ermöglicht sowie die
gemeinsame Entwicklung und Umsetzung lokaler Klimaschutzmaßnahmen gefördert werden.
Umweltbildung
Im Bereich der Umweltbildung ist die Entwicklung neuer Bildungsangebote mit dem Schwerpunkt
Klimaschutz und erneuerbare Energien vorgesehen. Für die Naturschule werden derzeit entspre-
chende Kurskonzepte vom Fachbereich Umweltschutz in Zusammenarbeit mit externen Partnern
konzeptioniert. Die Durchführung der neuen Kursangebote ist für die Saison im Sommer 2027 ge-
plant. Die Bildungsangebote sollen altersgerecht gestaltet werden und theoretische Grundlagen mit
praktischen Elementen verbinden.
Darüber hinaus wurde die neue Übersichtsseite zum Themenbereich Umweltbildung auf der Inter-
netseite der Stadt Gütersloh erweitert. Hier wurden zusätzliche Angebote mit einem besonderen
Schwerpunkt auf den Themen Klimaschutz, Nachhaltigkeit und Umweltbildung aufgenommen, um
interessierten Bürgerinnen und Bürgern einen besseren Überblick über bestehende Bildungs- und
Mitmachangebote zu ermöglichen.
Perspektivisch soll das Angebot kontinuierlich ausgebaut und um weitere Veranstaltungen, Bil-
dungsformate sowie Kooperationsangebote mit lokalen Einrichtungen ergänzt werden. Ziel ist es,
die Umweltbildung als wichtigen Bestandteil der kommunalen Klimaschutzarbeit dauerhaft zu stär-
ken und unterschiedliche Zielgruppen für Klimaschutz und nachhaltiges Handeln zu sensibilisieren.
Im Auftrag
Albrecht Pförtner
Anlagenliste:
(keine)
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