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Kurzbericht zum Zustand der Bäume infolge der Hitze- und Trockenperioden in den Sommermonaten 2026.

Mitteilung
TypMitteilung
GemeindeGütersloh
Datum2026-09-21
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Der Bürgermeister öffentliche Mitteilungsvorlage Organisationseinheit Datum Drucksachen-Nr. Grünflächen 28.08.2026 330/2026  Beratungsfolge  Sitzungstermin Ausschuss für Umwelt und Klimaschutz 21.09.2026 Tagesordnungspunkt: Kurzbericht zum Zustand der Bäume infolge der Hitze- und Trockenperioden in den Sommermona- ten 2026. Personelle Auswirkungen Nein Ja A rt Im Zeitraum/ ab Zeitpunkt Anzahl der Stellen und Bewertungen Finanzielle Auswirkungen Nein Ja A rt Im Zeitraum/ ab Zeitpunkt Haushaltsbel astung Euro Veranschlagt unt er Produkt-Nr. u. -bezeichnung Beschlusskontrolle X Nein Ja Falls ja: Verantwortlicher Fachbereich: Umsetzung bis zum: Inhalt: Der Sommer 2026 war auch in Ostwestfalen durch länger anhaltende Hochdrucklagen geprägt, die zu überdurchschnittlich viel Sonnenschein und stabilen Wetterverhältnissen führten. Der Zeitraum von Juni bis Mitte August 2026 ist als außergewöhnlich warm und deutlich niederschlagsarm einzu- stufen. Wiederholt traten hochsommerliche Wetterlagen mit Temperaturen dauerhaft über 30 °C auf. In einzelnen Spitzen wurden Werte von über 35 °C bis nahe 40 °C erreicht. Die Temperaturabwei- chungen liegen deutlich über dem langjährigen Mittel, während die Niederschlagsmengen erheblich unterdurchschnittlich ausfielen. Diese Entwicklung entspricht dem Trend der vergangenen Jahre mit wiederkehrenden Hitze- und Trockenperioden (u. a. 2018 und 2022). Für eine Region mit üblicherweise ausgeglichenem und eher feuchtem Klima ist diese Kombination besonders relevant und führt zu ausgeprägten Tro- ckenstresssituationen in Böden und Vegetation. Eine nachhaltige Entspannung der Situation war bis Mitte August 2026 nicht erkennbar. Die beschriebenen klimatischen Bedingungen haben erhebliche Auswirkungen auf den städtischen Baumbestand und geben Anlass für den nachfolgenden Sachstand zum Zustand der Stadtbäume. Seite 1 von 3 Wenn ein Baum über längere Zeit nicht ausreichend mit Wasser versorgt wird, gerät sein gesamter Stoffwechsel aus dem Gleichgewicht. Zudem kann extreme Hitze aufgrund der hohen Strahlungsin- tensität zu direkten Verbrennungsschäden auf der Lauboberfläche führen. Der Prozess der Dege- neration läuft vereinfacht in mehreren Stufen ab: • Zunächst reagiert der Baum durch das Schließen der Spaltöffnungen (Stomata), um den Wasserverlust zu reduzieren. Dadurch wird gleichzeitig die Photosynthese stark einge- schränkt, sodass weniger Energie produziert wird. • Bei anhaltender Trockenheit stellt der Baum das Wachstum weitgehend ein. Blätter bleiben kleiner, welken oder werden vorzeitig abgeworfen. Der Baum zehrt zunehmend von seinen begrenzten Reservestoffen. • Im Leitgewebe (Xylem) kommt es infolge von Wassermangel zu Luftembolien, die den Was- sertransport unterbrechen können. Dadurch werden einzelne Kronenteile nicht mehr ausrei- chend versorgt und sterben ab. • Anhaltender Trockenstress führt zum Absterben feiner Wurzeln, die für die Wasseraufnahme entscheidend sind. Zusätzlich können Rinde und Holzstrukturen geschädigt werden. • Geschwächte Bäume sind deutlich anfälliger für Pilzbefall sowie sekundäre Schaderreger (z. B. Insekten). Diese sogenannten Sekundärschäden beschleunigen den Vitalitätsverlust er- heblich. • Bei anhaltend ausbleibender Wasserversorgung und erschöpften Reserven sterben zu- nächst einzelne Kronenteile ab, im weiteren Verlauf kann der gesamte Baum absterben. Während das Absterben einzelner Äste häufig als kurzfristige Reaktion innerhalb einer Vegetations- periode auftritt, stellt das vollständige Absterben eines Baumes in der Regel einen mehrjährigen Prozess dar. Unter extremen Bedingungen kann dieser Prozess jedoch deutlich beschleunigt wer- den. Aufgrund der in den vergangenen Jahren zunehmend häufiger auftretenden und andauernden Hitze- und Trockenperioden weisen viele Bäume bereits Vorschädigungen auf und konnten sich noch nicht vollständig erholen. Dadurch wird der beschriebene Absterbeprozess zusätzlich begünstigt und be- schleunigt. Die aktuellen Schäden sind daher auch als Folge der wiederholten Trocken- und Hitze- perioden seit 2018 zu betrachten. Der vorliegende Kurzbericht basiert nicht auf aktuellen Einzelbaumbewertungen, da der gesamte Stadtbaumbestand gemäß FLL-Baumkontrollrichtlinien in festgelegten Regelkontrollintervallen von durchschnittlich zwei Jahren überprüft wird. Auch wenn diesem Bericht somit keine flächendecken- den Einzelmessdaten zugrunde liegen, basiert die Einschätzung auf den langjährigen Beobachtun- gen und Erfahrungswerten des fachkundigen Personals aus Baumkontrolle und Baumpflege und kann daher als belastbare fachliche Einschätzung herangezogen werden. Demnach zeigen insbesondere Buchen, Birken und Kastanien ausgeprägte Trockenschäden. Buchen reagieren aufgrund ihres vergleichsweise hohen Wasserbedarfs besonders sensibel auf an- haltende Trockenheit. Vorbelastungen sowie eine bereits reduzierte Belaubung erhöhen zudem die Anfälligkeit für Sonnennekrosen. Birken gelten ebenfalls als trockenheitsempfindlich und sind bei länger andauernden Dürreperioden stark gefährdet. In einzelnen Straßenzügen und Anlagen sind bereits Ausfälle von bis zu 50 % fest- zustellen. Auch Kastanien reagieren empfindlich auf Trockenstress. Die geschwächten Bäume sind in der Folge anfälliger für Schadorganismen, insbesondere für die Kastanienminiermotte sowie bakterielle Erkrankungen wie Pseudomonas. Seite 2 von 3 Seite(n) Das tatsächliche Ausmaß der Schäden wird sich voraussichtlich erst im Frühjahr 2027 vollständig zeigen, wenn ein Teil der Bäume nicht oder nur eingeschränkt austreibt. Dennoch ist bereits jetzt bei vielen Bäumen und einzelnen Ästen trotz vorhandener Belaubung ein fortschreitendes Abster- ben erkennbar. Ein niederschlagsreicher Herbst und Winter sind entscheidend, um die Bodenwas- servorräte zu regenerieren. Gleichwohl ist im kommenden Frühjahr mit erheblichen Folgeschäden zu rechnen. Infolge der Dürreperioden ist überschlägig davon auszugehen, dass zusätzlich etwa 200 bis 300 Bäume gefällt werden müssen. Für den Fachbereich Grünflächen ergeben sich daraus insbesondere folgende Auswirkungen: • erhöhter Aufwand für Verkehrssicherungsmaßnahmen (z. B. Totholzentnahmen, Kronenein- kürzungen, Fällungen) • intensivere und engmaschigere Baumkontrollen • gesteigerter Bewässerungsbedarf, insbesondere bei Jungbäumen zur Sicherstellung der Etablierung Insbesondere im Straßenraum gewinnen Standortoptimierungen sowie die Verwendung klimaresili- enter Baumarten somit zunehmend an Bedeutung. Im Auftrag Albrecht Pförtner Anlagenliste: Zustand Stadtbäume, Bildanlagen Seite 3 von 3 Seite(n)

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