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Wie groß ist das Problem mit sogenannten „Elterntaxis“ in Bremen?
Beschlussvorlage
| Typ | Beschlussvorlage |
| Gemeinde | Bremen |
| Datum | 2026-09-22 |
| Quelle | Quelldokument herunterladen → |
Dokument
Extrahierter Text
Landtag der Freien Hansestadt Bremen
Haus der Bürgerschaft | Am Markt 20 | 28195 Bremen
Stadtbürgerschaft Drucksache 21/664 S
21. Wahlperiode
5. November 2025
Große Anfrage der Fraktion der FDP
Wie groß ist das Problem mit sogenannten „Elterntaxis“ in Bremen?
Laut Umfrage der ADAC-Stiftung aus dem Jahre 2024 wird jedes vierte Grundschulkind an
mehr als der Hälfte aller Tage zur Schule gefahren. Eltern, die ihre Kinder mit dem Auto
direkt vor der Schule absetzen, um sie möglichst schnell und bequem in den Unterricht zu
bringen, sogenannte „Elterntaxis“, meinen es oft nur gut. Teilweise kann das – etwa wegen
schlechter Verkehrsanbindungen – auch notwendig sein. Das Verhalten kann aber zu
Problemen führen. Wenn zu viele Eltern zeitgleich ihre Kinder per Auto zur Schule fahren,
führt das häufig zu langen Autokolonnen vor den Schulen und für die übrigen
Verkehrsteilnehmer riskanten Park- und Wendemanövern. Gleichzeitig kann es zu
gefährlichen Situationen insbesondere auch für Kinder führen, die sich zwischen den an-
und abfahrenden Autos zur Schule bewegen.
Abgesehen davon, dass „Elterntaxis“ zusätzliche Emissionen verursachen, sind diese
Fahrten zudem auch nicht immer für die Kinder förderlich, da es die Gefahr eines
Überbehütens birgt, wo Kinder selbständig zur Schule kommen könnten. Wenn Kinder nicht
selbst zu Fuß oder per Fahrrad zur Schule fahren, lernen sie sehr viel später sich
eigenständig, korrekt und sicher im Straßenverkehr zu bewegen. Untersuchungen haben
außerdem gezeigt, dass Kinder, die selbst zur Schule gehen oder radeln, konzentrierter
dem Unterricht folgen können, weil sie mehr an der frischen Luft sind und mehr Bewegung
haben. Es wäre daher aus verschiedenen Aspekten wünschenswert, wenn das Phänomen
„Elterntaxis“ reduziert würde.
Es gibt zahlreiche Vorschläge, die Situation zu entzerren, wie etwa der gemeinschaftliche
Weg zur Schule per „Laufbus“, Elternhaltestellen abseits vom unmittelbaren Zugang zur
Schule, Verkehrserziehung und Appelle an Eltern und Schüler, den Schulweg per Bus, Rad
oder zu Fuß zu absolvieren. Kürzlich hat die Bremer Beirätekonferenz die Forderung nach
einem Modellversuch mit zeitlich begrenzten Fahrverboten vor Schulen und die Einrichtung
von sogenannten „Schulstraßen“ aufgestellt. Diese Forderung wird allerdings nicht von allen
Beiräten gestellt. Das lässt die Vermutung zu, dass die Herausforderungen mit „Elterntaxis“
an den verschiedenen Bremer Schulen sehr unterschiedlich ist oder die Passgenauigkeit
einer solchen Maßnahme unterschiedlich bewertet wird.
Vor diesem Hintergrund fragen wir den Senat
1. Wie haben sich bislang die einzelnen Beiräte in der Stadt Bremen zum Thema
„Elterntaxis“ positioniert?
Drucksache Stadt - Drucksache 21/664 S 1 von 4
Landtag der Freien Hansestadt Bremen
Haus der Bürgerschaft | Am Markt 20 | 28195 Bremen
a. Welche Beiräte haben Beschlüsse für die Einführung von Schulstraßen
gefasst?
b. Welche Beiräte haben bislang kein entsprechendes Anliegen für
„Schulstraßen“ formuliert?
c. Welche Beiräte haben ein solches Anliegen für „Schulstraßen“ bislang
abgelehnt, weil sie es für nicht notwendig oder zielführend halten?
d. Welche weiteren Lösungsvorschläge liegen bislang aus den Reihen der
Beiräte vor?
2. Welche Probleme mit Elterntaxis bestehen an den einzelnen Schulen in Bremen?
a. Welche Schulen in den einzelnen Stadtteilen Ortsteilen haben bislang
Probleme mit „Elterntaxis“?
b. Welche Probleme werden jeweils genannt?
c. Inwieweit gab es in den letzten 5 Jahren jeweils schon Unfälle, an welchen
Schulen war das und wie häufig?
d. Welche konkreten Hauptursachen für das Phänomen sind den Schulen vor
Ort bekannt (z.B. „Fahrschüler“ aus dem Umland, Bequemlichkeit, Zweifel an
Sicherheit des Schulwegs)?
e. Welche Schulen haben bislang keine Probleme mit „Elterntaxis“ gemeldet?
(Bitte Vorliegen bzw. Nichtvorliegen der Sachverhalte und Erläuterungen der
einzelnen Schulen in einer tabellarischen Übersicht auflisten und Schulen wenn
möglich nach Stadtteilen clustern.)
3. Welche Einschätzung der Polizei gibt es hinsichtlich der Gefährdungslage durch
„Elterntaxis“ an den von Beiräten und Schulen benannten Standorten?
(Bitte Vorliegen bzw. Nichtvorliegen der Sachverhalte und Erläuterungen der
einzelnen Schulen in einer tabellarischen Übersicht auflisten und Schulen wenn
möglich nach Stadtteilen clustern.)
4. Wie haben sich bislang die einzelnen Schulen in den Bremer Stadtteilen der Stadt
Bremen zum Thema „Elterntaxis“ positioniert? Inwieweit gibt es bereits Beschlüsse
z.B. über die Schulkonferenz?
(Bitte Vorliegen bzw. Nichtvorliegen der Sachverhalte und Erläuterungen der
einzelnen Schulen in einer tabellarischen Übersicht auflisten und Schulen wenn
möglich nach Stadtteilen clustern.)
5. Welche Maßnahmen wurden an den Schulen, die Probleme mit Elterntaxis haben,
bislang ergriffen mit welchem Ergebnis?
(Bitte Vorliegen bzw. Nichtvorliegen der Sachverhalte und Erläuterungen der
einzelnen Schulen in einer tabellarischen Übersicht auflisten und Schulen wenn
möglich nach Stadtteilen clustern.)
6. An welchen Schulen besteht der Wunsch nach einer Einrichtung von Schulstraßen?
a. Was sind die Gründe dafür, dass alternative Maßnahmen bislang nicht
funktioniert haben?
b. Inwieweit gibt es bereits Beschlüsse z.B. über die Schulkonferenz?
Drucksache Stadt - Drucksache 21/664 S 2 von 4
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Haus der Bürgerschaft | Am Markt 20 | 28195 Bremen
c. Inwiefern gibt es dafür jeweils ausreichend räumlichen Gegebenheiten (z.B.
alternative Haltepunkte)? An welchen Schulen müssten diese
Gegebenheiten erst baulich geschaffen werden? Inwiefern ist ausreichend
Platz vorhanden?
d. An welchen dieser Schulen gibt es potenzielle Nutzungskonflikte, (z.B.
Liefer- und Anwohnerverkehr) die gelöst werden müssen?
e. An welchen Schulen wäre es baulich nicht möglich Schulstraßen
einzurichten (z.B. Schule liegt an Hauptverkehrsstraße)?
f. Welche Kontrollmöglichkeiten zur Durchsetzung des Schulstraßenkonzepts
werden vorgeschlagen?
(Bitte Vorliegen bzw. Nichtvorliegen der Sachverhalte und Erläuterungen der
einzelnen Schulen in einer tabellarischen Übersicht auflisten und Schulen wenn
möglich nach Stadtteilen clustern.)
7. Mit welchem Personalaufwand für Ordnungsdienst und Polizei ist zu rechnen für die
Überwachung von „Schulstraßen“
a. durchschnittlich pro Schulstandort,
b. im Zuge von Modellversuchen an wenigen Schulen,
c. bei Umsetzung des Konzeptes in der gesamten Stadt?
8. Welche Maßnahmen im Hinblick auf einen sicheren und eigenständigen Weg zur
Schule für Schülerinnen und Schüler sind durch die Stadt in den letzten 5 Jahren
durchgeführt worden?
a. Welche Maßnahmen im Hinblick auf einen sicheren und eigenständigen Weg
zur Schule für Schülerinnen und Schüler sind in den letzten 5 Jahren zentral
über die Verwaltung oder zusammen mit Verbänden, z.B. Bildungsressort,
ADAC, ADFC, Verkehrswacht, Polizei ergriffen worden
b. In welchem Umfang und welcher Form - über die einzelnen Schulen oder
zentral über die Verwaltung - werden diese genannten Maßnahmen
organisatorisch umgesetzt?
c. Wie bewertet der Senat die Wirksamkeit dieser Maßnahmen zur
Verbesserung der Sicherheit und Selbstständigkeit für Schülerinnen und
Schüler auf dem Schulweg geplant?
9. Welche weiteren Vorschläge hat die Stadt Bremen, um der Herausforderung von
„Elterntaxis“ zu begegnen und die Schulwege vor den Schulen sicherer zu
machen? Inwiefern ist ein Konzept erarbeitet worden?
10. Wie bewertet der Senat die aktuelle Rechtslage hinsichtlich der Möglichkeit,
Schulstraßen einzuführen? Inwieweit hält der Senat die bundes- und
landesrechtliche Rechtslage für ausreichend? Welche Voraussetzungen müssen
gegeben sein, um in Bremen eine Schulstraße einführen zu können?
11. Welchen Prozess für die Beantragung und Umsetzung der jeweiligen Schulstraßen
hält der Senat für zielführend bzgl. Antragsverfahren, Zuständigkeiten, Einbindung
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Träger öffentlicher Belange und Anlieger, bauliche Umsetzung, Bereitstellung
finanzieller Aufwendungen?
Beschlussempfehlung:
Fynn Voigt, Thore Schäck und die FDP-Fraktion
Anlage(n):
- keine
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