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Integriertes Klimaschutzkonzept der Stadt Gudensberg; hier: Beschlussfassung
Sonstiges
| Typ | Sonstiges |
| Gemeinde | Gudensberg |
| Datum | 2026-09-22 |
| Quelle | Quelldokument herunterladen → |
Dokument
Extrahierter Text
Der Magistrat der Stadt Gudensberg
Beschlussvorlage
Vorlagennummer: 2026/0366 Datum: 07.09.2026
Fachbereich: FB 3 - OB (Organisation und Bauen)
Aktenzeichen: L250714-10002
Beratungsfolge: Termin: Status:
Magistrat 17.09.2026 nichtöffentlich
Ausschuss für Bauen, Planen und 22.09.2026 öffentlich
Umwelt
Stadtverordnetenversammlung 24.09.2026 öffentlich
Betreff:
Integriertes Klimaschutzkonzept der Stadt Gudensberg; hier: Beschlussfassung
Sachverhalt:
Das integrierte Klimaschutzkonzept wurde von Oktober 2025 bis September 2026 in
Zusammenarbeit mit der „energielenker projects GmbH“ erarbeitet.
Ziel der Konzepterstellung ist es, einen fundierten und umsetzungsorientierten
Handlungsrahmen für den kommunalen Klimaschutz zu schaffen, der sowohl die
Treibhausgasreduktion als auch die Anpassung an den Klimawandel adressiert und
die Grundlage für künftige Klimaschutz-Aktivitäten und Fördermittelbeantragungen
bildet.
Gemäß Fördermittelbescheid vom 11.06.2025 ist das fertiggestellte integrierte
Klimaschutzkonzept spätestens bis zum 31.12.2026 bei der Zukunft – Umwelt –
Gesellschaft (ZUG) gGmbH als Fördermittelgeberin einzureichen. Um die
Einreichungsfrist einhalten zu können, ist eine zeitnahe Beschlussfassung erforderlich.
Im Anschluss kann noch eine abschließende Endredaktion erfolgen, in die
redaktionelle Hinweise aus der politischen Beratung eingearbeitet werden, ohne den
inhaltlichen Beschluss zu verändern. Dadurch wird eine vollständige und fristgerechte
Einreichung sichergestellt.
Bearbeitungsverlauf und Meilensteine
Datenerhebung und Bilanzierung (Oktober 2025-Februar 2026)
Im Oktober und November 2025 erfolgte die umfassende Sammlung der Energie-
und Wärmedaten der gesamten Stadt. Auf Basis dieser Daten wurden die Energie-
und Treibhausgasbilanz (THG-Bilanz) sowie darauf aufbauend die Potenzialanalyse
erstellt.
• THG-Bilanz: Die THG-Bilanz dient der quantitativen Erfassung aller
treibhausgasrelevanten Emissionen der Stadt und bildet die Basis zur
Identifikation der Hauptemissionsquellen sowie zur Ableitung von
Reduktionszielen.
• Potenzialanalyse: Die Potenzialanalyse zeigt auf, welche technischen und
strukturellen Möglichkeiten zur Energieeinsparung und zur Steigerung der
erneuerbaren Energieerzeugung in der Stadt bestehen.
Szenarienentwicklung
Auf Grundlage der Bilanz und der Potenzialanalyse wurden zwei
Entwicklungsszenarien erarbeitet:
• Klimaschutzszenario: Dieses Szenario beschreibt einen Pfad mit
ambitionierten Klimaschutzzielen und zeigt die notwendigen Maßnahmen zur
Erreichung der Klimaneutralität auf.
• „Weiter wie bisher"-Szenario: Dieses Szenario projiziert die Entwicklung der
Energieverbräuche und Emissionen unter Fortschreibung des aktuellen
Trends ohne zusätzliche Klimaschutzmaßnahmen.
Beide Szenarien verdeutlichen, wie sich die Energieverbräuche und Emissionen
jeweils entwickeln können und unterstreichen die Dringlichkeit aktiven Handelns.
Akteursbeteiligung (Februar-April 2026)
Von Februar bis April 2026 fand eine umfangreiche Akteursbeteiligung statt.
• Kurze Information der Vereine beim Vereinstreffen über das
Klimaschutzkonzept und Einladung zur Informations- und
Beteiligungsveranstaltung
• Teilnahme des Klimaschutzmanagement beim Netzwerktreffen für
Gewerbetreibende
• Informations- und Beteiligungsveranstaltung
• Online-Umfragen:
➢ allgemeine Bürgerschaft
➢ Kinder und Jugendliche
➢ Gewerbe, Handel, Dienstleistung und Industrie
Maßnahmenerstellung (Mai-Juni 2026)
Auf Grundlage der Ergebnisse aus der Akteursbeteiligung und der Potenzialanalyse
erfolgte von Mai bis Juni 2026 die Ausarbeitung der Maßnahmen. In diesem
Zeitraum wurden die Handlungsempfehlungen in umsetzungsorientierte
Maßnahmensteckbriefe überführt, die jeweils Angaben zu Zielen,
Umsetzungszeiträumen, verantwortlichen Akteuren, Abschätzungen der
Treibhausgaswirksamkeit sowie groben Kostenrahmen enthalten.
Die Maßnahmensteckbriefe konkretisieren die im Klimaschutzkonzept dargestellten
Handlungsmöglichkeiten. Sie dienen als Grundlage für die Priorisierung und
Umsetzung einzelner Maßnahmen sowie gegebenenfalls für die Beantragung von
Fördermitteln.
Abschlussbausteine des Konzeptes
Den Abschluss des Konzeptes bilden:
• ein Kommunikationskonzept zur kontinuierlichen Information und
Einbindung der gesamten Bürgerschaft,
• eine Verstetigungsstrategie zur dauerhaften Implementierung der
Klimaschutzarbeit in der Verwaltung und
• ein Controlling-Konzept zur Steuerung und regelmäßigen Überprüfung der
Zielerreichung und Maßnahmenwirksamkeit.
Information und Beteiligung der politischen Gremien
Die politischen Gremien wurden im Rahmen des Bearbeitungsprozesses frühzeitig
und kontinuierlich eingebunden:
• 29.01. / 03.02.2026: Information der Gremien über den aktuellen
Bearbeitungsstand mit der Informationsvorlage 2026-1/0645 im Ausschuss für
Bauen, Planen und Umwelt. Gleichzeitig erfolgte die Einladung zur
Informations- und Beteiligungsveranstaltung am 12.03.2026.
• 12.03.2026: Öffentliche Informations- und Beteiligungsveranstaltung. Dieser
Termin diente sowohl den politischen Vertreter:innen der Stadt als auch der
gesamten Bürgerschaft als Informationstermin über die bisher erarbeiteten
Projektbausteine (THG-Bilanz, Potenzialanalyse sowie Szenarien). Darüber
hinaus wurde auf die ergänzende Online-Umfrage aufmerksam gemacht. Im
zweiten Teil der Veranstaltung waren alle Teilnehmenden eingeladen,
Anmerkungen zu den Handlungsfeldern Bauen & Sanieren, Erneuerbare
Energien, Mobilität und Klimaanpassung einzubringen und in den Diskurs zu
treten.
• 11.06.2026: Mitteilung im Magistrat und in der Stadtverordnetenversammlung
(Mitteilungen 2026/0157) über die Ergebnisse der umfangreichen
Akteursbeteiligung.
• 14.07.2026: Vorstellung der Maßnahmensteckbriefe im Magistrat mit der
Informationsvorlage 2026/0227.
• 25.08.2026: Vorstellung der Maßnahmensteckbriefe aus dem
Klimaschutzkonzept-Entwurf im Ausschuss für Bauen, Planen und Umwelt
sowie den Ortsbeiräten und der allgemeinen Öffentlichkeit mit der
Informationsvorlage 2026/0248.
Das vorliegende Klimaschutzkonzept macht deutlich, dass sowohl im Klimaschutz als
auch in der Klimaanpassung Handlungsbedarf besteht. Es benennt konkrete Ziele
und zeigt auf, mit welchen Maßnahmen diese erreicht werden können. Mit der
heutigen Beschlussfassung wird das Konzept als verbindliche Grundlage für die
weitere Arbeit in beiden Bereichen festgeschrieben.
Beschlussvorschlag:
a) Das integrierte Klimaschutzkonzept wird als verbindlicher Handlungsrahmen
für die kommunale Klimaschutzarbeit beschlossen (in der als Anlage zur
Vorlage bereitgestellten Fassung).
b) Die Umsetzung der Maßnahmen erfolgt vorbehaltlich der Bereitstellung der
erforderlichen Haushaltsmittel im Rahmen der jährlichen Haushaltsplanung.
c) Das Klimaschutzmanagement wird beauftragt, gegebenenfalls erforderliche
redaktionelle Anpassungen vorzunehmen und das Konzept fristgerecht bis
spätestens zum 31.12.2026 bei der Zukunft – Umwelt – Gesellschaft (ZUG)
gGmbH einzureichen.
Text aus PDF extrahiert