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Umbau des Hochwasserrückhaltebeckens Clemens-August-Straße in ein Regenklär- und rückhaltebecken
Notiz
| Typ | Notiz |
| Gemeinde | Stadt Brühl |
| Datum | 2026-09-24 |
| Quelle | Quelldokument herunterladen → |
Dokument
Extrahierter Text
Stadt Brühl
öffentliche
Vorlage
Der Bürgermeister
Dienststelle Sachbearbeiter/in Aktenzeichen Datum Vorlagen-Nr.
66 Messer 66.31.05 13.08.2026 277/2026
Betreff
Umbau des Hochwasserrückhaltebeckens Clemens-August-Straße in ein Regenklär- und
rückhaltebecken
Beratungsfolge
Ausschuss für Bauen, Umwelt und Klimaschutz
Finanzielle Auswirkungen X Ja Nein
Mittel stehen zur Verfügung
X Mittel stehen nicht zur Verfügung bei 7852110 (950610) / 53800134, sind aber im
Doppelhaushalt 26/27 vorgesehen
Über-/außerplanmäßige Aufwendungen/Auszahlungen
Sachkonto / Kostenstelle
BGM / BL Zust. Dez. Zust. Dienststelle Kämmerin Abt. 20/1
Dr. Prokop / Ritter i.V. Müller, R. Jülich Müller, D.
Plep Müller, R. / Herwig
Beschlussentwurf:
Der Ausschuss für Bauen, Umwelt und Klimaschutz beschließt vorbehaltlich der
Mittelbereitstellung den Umbau des Hochwasserrückhaltebeckens in der Clemens-August-
Straße in ein kombiniertes Regenklär- und rückhaltebecken.
Erläuterungen:
Veranlassung:
Die beschlossene Umverlegung des Donnerbaches in den Heider Bergsee (192/2026) hat
zur Folge, dass der verrohrte Abschnitt dann nicht mehr als Gewässer betrachtet wird. Die
Umverlegung des Donnerbaches wird voraussichtlich Ende 2027 umgesetzt. Die
entfallenen Einleitungen werden dann durch die gleiche Verrohrung – aber als städtischer
Regenwassersammler - gefasst. Es entsteht eine neue Einleitungsstelle in den
Mönchweiher. Gemäß den geltenden wasserrechtlichen Vorgaben bedürfen die im RW-
Kanal gefassten Niederschlagsabflüsse vor Einleitung in ein Gewässer (hier: Mönchweiher)
einer Behandlung. Hierfür wurde eine Machbarkeitsstudie aufgestellt. In dieser wird der
Umbau des bestehenden Hochwasserrückhaltebeckens (HRB) in der Clemens-August-
Straße zu einem kombinierten Regenrückhaltebecken (RRB) und Regenklärbecken (RKB)
empfohlen.
Bestand:
Das HRB Clemens-August-Straße wurde Mitte der 1990er Jahre als unterirdisches
Stahlbetonbecken mit drei Kammern geplant, wobei für die erste Kammer ein späterer
optionaler Regenklärbeckenbetrieb vorgesehen wurde. Das Gesamtvolumen liegt bei
V = 3.290 m³, wobei dann der Wasserstand bei ca. 3,8 m liegt. Hierbei weist die erste
Kammer ein Volumen von rund V = 540 m³ auf. Das Becken wird aktuell im Nebenschluss
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betrieben und wird über ein vorgeschaltetes Trennbauwerk mit einer Überlaufschwelle
beschickt. Nebenschluss bedeutet, dass der „normale“ Niederschlagsabfluss am Becken
vorbeigeführt, aber bei starken Niederschlägen und Überlastung des RW-Sammlers das
überschüssige Niederschlagwasser im Becken zwischengespeichert wird. Ein
Drosselschieber am Ende des Trennbauwerks stellt sicher, dass bei Abflüssen mit
Q > 700 l/s der Überfall in das HRB stattfindet. Dieses wird schließlich über vier
Entleerungspumpen nach dem Einstauereignis entleert. Die Entleerungsleitung endet in
einem nachgeschalteten Vereinigungsbauwerk/Ablaufschacht. Dieser leitet das Wasser
über die Bachverrohrung in den Mönchweiher ab.
Regenklär- und rückhaltebecken:
Die Machbarkeitsstudie beinhaltete eine Vorbemessung der geplanten
Regenwasserbehandlungsanlage. Darin wurde vorgeschlagen, die erste Kammer des
bestehenden HRB Clemens-August-Straße baulich abzutrennen und zukünftig als RKB zu
betreiben. Laut aktueller Planung wird das Becken künftig als Dauerstaubecken im
Hauptschluss betrieben. Das heißt das Niederschlagswasser wird normalerweise durch das
Becken geführt und nur bei Starkregen wird der nicht mehr klärpflichtige Teil des
Niederschlagswassers in einem Bypass am Becken vorbeigeführt. Die Schmutzfrachtbilanz
zeigt, dass aufgrund des hohen Anteils gering belasteter Flächen (BK I = nicht
behandlungsbedürftig: 84 %) im Einzugsgebiet ein vergleichsweise geringer
Gesamtwirkungsgrad von ηerf = 14 % erforderlich ist. Dieser wird durch das geplante RKB
mit einem Beckenwirkungsgrad von η ≈ 25 % bei gleichzeitiger Behandlung von 75–80 %
des Jahresregenwasserabflusses deutlich übertroffen. Durch die Abtrennung der RKB-
Kammer verringert sich das verbleibende Retentionsvolumen des RRB von 3.290 m³ auf
2.858 m³. Das Rückhaltevolumen bleibt aber in einem für den Hochwasserschutz weiterhin
ausreichenden Umfang erhalten. Insgesamt zeigt die Genehmigungsplanung, dass der
Umbau des bestehenden HRB zu einem RKB mit Dauerstau technisch realisierbar ist, die
einschlägigen Regelwerke einhält und die wasserwirtschaftliche Zielsetzung erfüllt. Im
Rahmen des Umbaus werden auch bestehende Mängel durch den Austausch der teils
defekten und veralteten Beleuchtung beseitigt. Die vorliegenden Unterlagen bilden die
Grundlage für die bereits vorabgestimmte Beantragung der Anlagengenehmigung bei der
Unteren Wasserbehörde des Rhein-Erft-Kreises. Planungsdetails können den angehängten
Planungsunterlagen entnommen werden. Mit dem Umbau soll im 1. Quartal 2027 begonnen
werden und er wird ca. 7 Monate andauern.
Finanzielle Auswirkungen:
Die Kosten werden auf 720.000 € geschätzt. Im Doppelhaushalt 26/27 sind im Jahr 2026
80.000 € eingeplant, für 2027 liegt eine Verpflichtungsermächtigung von 700.000 € vor.
2026 fallen nur Planungsleistungen an, die reine Baumaßnahme wird Anfang 2027
ausgeschrieben. Anliegerbeiträge fallen nicht an.
Die Anlagen werden aus Gründen der Ressourcenschonung nicht in Papierform zur
Verfügung gestellt. Alle Anlagen sind digital im Ratsinformationssystem abrufbar.
Anlage(n):
(1) RKB Gesamtkostenschätzung 28.08.2026
(2) RKB Baukostenberechnung
(3) RKB-E01_LP_HRB-Einzugsgebiet_Index_01
(4) RKB-E03_LP_Planung_Grundriss_M100
(5) RKB-E04_LS__Planung_Sedimentationskammer_M50
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(6) RKB-E05_LS_Planung_Beckenüberlauf
(7) RKB-E06_LS_Planung_Verteilbauwerk
(8) RRB-E02_Bestandsplan_Grundriss_M100_Luftbild
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