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Auflösung des Standortes Wiedenbrück der Moritz-Fontaine-Gesamtschule

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GemeindeStadt Rheda-Wiedenbrück
Datum2026-09-22
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Stadt Rheda-Wiedenbrück Vorlagen-Nr . V-243/2026 Der Bürgermeister öffentliche V O R L A G E Fachbereich/Abteilung: Fachbereich Bildung und Sport Erstellt durch: Herrn Huster Erstellt am: 03.09.2026 5  Beratungsfolge  Sitzungstermin Ausschuss für Bildung und Sport 22.09.2026 Rat der Stadt Rheda-Wiedenbrück 12.10.2026 10 Tagesordnungspunkt: Auflösung des Standortes Wiedenbrück der Moritz-Fontaine-Gesamtschule 15 1 Finanzielle Auswirkungen X Nein ￿ Ja, ￿ Mitzeichnung Käm­ dann auch: merer / FBL Finanzen erforderlich 20 Beschlussvorschlag: 1.) Der Teilstandort Wiedenbrück der Moritz-Fontaine-Gesamtschule wird ab dem 01.08.2027 auslaufend aufgelöst. Im Schuljahr 2027/2028 werden somit an diesem 25 Standort keine Eingangsklassen mehr gebildet. 2.) Der Teilstandort Wiedenbrück der Moritz-Fontaine-Gesamtschule wird zum 31.07.2028 endgültig aufgelöst. 30 3.) Die Verwaltung wird beauftragt, die erforderliche Genehmigung der Bezirksregierung einzuholen. 35 Seite 1 40 Sachverhalt: Ausgangshinweis 45 Die Fachverwaltung hat den Ausschuss für Bildung und Sport in der Sitzung am 08.06.2026 mit der Vorlage V-138/2026 über das geplante weitere Vorgehen am Standort Wiedenbrück der Moritz-Fontaine-Gesamtschule informiert. 50 Es ist geplant, in der heutigen Sitzung des Ausschusses sowie in der Sitzung des Rates am 12.10.2026 die notwendigen Beschlüsse zu fassen. Vor diesem Hintergrund möchte die Fachverwaltung den aktuellen Sachstand wie folgt zu­ sammenfassen: 55 Historie Die zum 01.08.2013 errichtete städtische Gesamtschule Rheda-Wiedenbrück, die heutige 60 Moritz-Fontaine-Gesamtschule, wurde als Schule mit zwei Standorten gegründet. Ihre Zügig­ keit ist wie folgt festgelegt worden: • Standort Rheda: 5 Züge • Standort Wiedenbrück: 3 Züge. 65 Ausgangssituation a) Aktuelle Schülerzahlen 70 Standort Rheda • Am Standort Rheda werden im laufenden Schuljahr 789 Schülerinnen und Schüler beschult, hiervon 688 in der Sekundarstufe I und 101 in der Sekundarstufe II. 75 • Der Standort beschult in der Sekundarstufe I 28 Klassen und ist somit im Durch­ schnitt 4,7-zügig. • Im Schuljahr 2026/27 wurden an diesem Standort 6 Eingangsklassen gebildet. Standort Wiedenbrück 80 • Am Standort Wiedenbrück werden im laufenden Schuljahr 296 Schülerinnen und Schüler in 12 Klassen beschult. Damit ist der Standort im Durchschnitt 2-zügig. • Im Schuljahr 2026/27 konnte an diesem Standort nur noch eine Eingangsklasse mit 27 Schüler*innen gebildet werden. 85 Rechtslage und Einschulungszahlen am Standort Wiedenbrück Gemäß § 83 Abs. 5 Schulgesetz müssen an dem Teilstandort einer Schule mindestens zwei 90 Parallelklassen pro Jahrgang geführt werden. Seite 2 Da die Mindestgröße pro Klasse 25 Schüler*innen beträgt, liegt die gesetzliche Mindestan­ meldezahl bei 50 Schüler*innen. 95 Diese wurde am Standort Wiedenbrück zuletzt im Schuljahr 2022/2023 (59 Schüler*innen) erreicht. In den folgenden 4 Jahren lag die Einschulungszahl in jedem Jahr, teils sehr deut­ lich, unter 50. 100 Bewertung der Bezirksregierung Detmold Die Bezirksregierung hat dem Schulträger in einem Schreiben im März 2026 mitgeteilt, dass die rechtlichen Voraussetzungen für einen Teilstandort aufgrund des mehrfachen Unter­ schreitens der Mindestanmeldezahl nicht mehr gegeben seien. 105 Sie hat deutlich gemacht, dass, sollte an ein Anmeldeverfahren für das Schuljahr 2027/28 durchgeführt werden, eine Klassenbildung am Standort Wiedenbrück nicht möglich sei, wenn die Mindestanmeldezahl 50 nicht erreicht werde. 110 Vorschlag von Schulleitung, fachlicher Schulaufsicht und Fachverwaltung zum weiteren Vorgehen: • Es soll kein Anmeldeverfahren für das Schuljahr 2027/28 durchgeführt werden. 115 • Der MFG-Standort Wiedenbrück wird ab dem 01.08.27 auslaufend aufgelöst. Es wird keine Eingangsklasse gebildet. Die übrigen Klassen werden weiter am Stand­ ort Wiedenbrück beschult. 120 • Im Schuljahr 2027/28 werden noch 10 Klassen (rd. 240 Schüler*innen) am Standort Wiedenbrück beschult. Die Zahl der Schüler*innen ist zu groß, um sie schon in die­ sem Schuljahr am Standort Rheda beschulen zu können. • Zum 31.07.2028 (Beginn des Schuljahres 2028/29) wird der Standort Wiedenbrück 125 endgültig aufgelöst. Die verbleibenden 7 Klassen (rd. 170 Schüler*innen) werden am Standort Rheda weiter beschult. Begründung: 130 Die Schulleitung, die Schulaufsicht für Gesamtschulen bei der Bezirksregierung und die Fachverwaltung sehen keine realistische Chance, die Mindestanmeldezahl im nächsten An­ meldeverfahren zu erreichen. 135 Die Schule hat in den vergangenen Jahren viel Energie investiert, um die Mindestanmelde­ zahl zu erreichen. Die Lehrerversorgung des Standortes Wiedenbrück stellt eine große Her­ ausforderung für das System der Moritz-Fontaine-Gesamtschule dar. Der Schulträger hat in den vergangenen Jahren erhebliche Ressourcen in den MFG-Standort Wiedenbrück inves­ tiert (Schulsozialarbeit, Schulbeistandschaft, Multiprofessionelles Team, Übergang Schule- 140 Beruf). Auch dies hat nicht zu einer Erhöhung der Anmeldezahlen geführt. Zudem benötigen aus der Sicht von Schulleitung, Schulaufsicht und Fachverwaltung alle Be- teiligten (Eltern, Schüler*innen, Lehrer*innen, Schulleitung, übriges Personal, das an der Schule beschäftigt ist) rechtzeitig vor dem nächsten Anmeldeverfahren eine klare Per­ 145 spektive und Planungssicherheit. Seite 3 Die Lehrerkonferenz und die Schulkonferenz der Moritz-Fontaine-Gesamtschule sind über die Planungen informiert. Die MFG-Schulkonferenz unterstützt die Pläne ausdrücklich. 150 Schulentwicklungsplanung Frau Dr. Anja Reinermann-Matatko als von der Fachverwaltung beauftragte externe Gutach­ terin stellt fest, es zeichne sich in den nächsten Jahren auch bei optimistischen Annahmen 155 nicht ab, dass der MFG-Standort Wiedenbrück die Mindestanmeldezahl erreichen wird. Frau Dr. Reinermann-Matatko teilt den Vorschlag von Schulleitung, fachlicher Schulaufsicht und Fachverwaltung. 160 Auswirkungen auf Schülerströme, Zügigkeit und Raumsituation Frau Dr. Reinermann-Matatko und die Fachverwaltung gehen davon aus, dass sich die Schüler*innen, die bisher am MFG-Standort Wiedenbrück angemeldet werden, weitgehend 165 auf den MFG-Standort Rheda und auf die Osterrath-Realschule verteilen werden. Da genaue Verteilungsquoten zum jetzigen Zeitpunkt nicht seriös berechnet werden können, sollte zunächst das Anmeldeverfahren 2027 abgewartet und dann auf Grundlage der Anmel­ dezahlen geprüft werden, ob und ggf. wie hierauf seitens des Schulträgers zu reagieren ist. 170 Diese Vorgehensweise entspricht auch einer ausdrücklichen Empfehlung der Bezirks- regierung. Sowohl an der Moritz-Fontaine-Gesamtschule als auch bei der Osterrath-Realschule beste­ 175 hen grundsätzlich räumliche Kapazitäten. • Standort Rheda der Moritz-Fontaine-Gesamtschule Der MFG-Standort Rheda ist baulich 5-zügig. Nach einer Analyse des von der Fachverwal­ 180 tung beauftragten Gutachters Guido Scharnhorst-Engel ist davon auszugehen, dass der Standort durchgehend 6-zügige Jahrgänge aufnehmen kann. Die Schule ist bereit, hierfür enger zusammenzurücken. Jedoch ergeben sich durch die zu erwartende Schülerzahlerhöhung am Standort Rheda bau­ 185 liche Bedarfe im Bereich der Fachräume. So empfiehlt Herr Scharnhorst-Engel die Errich­ tung eines zweiten Hauswirtschaftsraums. Geeignete Räumlichkeiten im Bestand wurden in Abstimmung mit der Schule bereits identifiziert. Darüber hinaus werden voraussichtlich klei­ nere Umbau- und Unterhaltungsmaßnahmen beispielsweise im Bereich der Technikräume notwendig sein. Punktuell wird auch eine Ergänzung der Ausstattung erforderlich sein. Die 190 genauen Bedarfe werden aktuell noch geprüft und sollen für den Haushaltsplan 2028 ange­ meldet werden. Im Bereich Sport wird die Verwaltung noch Abstimmungsgespräche mit den beteiligten Schulen zur Nutzung der vorhandenen Außensportanlagen führen. Die MFG Rheda ist derzeit 5-zügig festgelegt. Sollte es in den nächsten Jahren hohe Anmel­ 195 dezahlen geben, können im Einzelfall Mehrklassen gebildet werden. Sollte sich ein dauerhaf­ ter Bedarf für eine 6-Zügigkeit ergeben, könnte der Schulträger hierauf reagieren und formell eine 6-Zügigkeit beschließen. Seite 4 200 • Osterrath-Realschule Die Osterrath-Realschule ist baulich 4-zügig. Ab Sommer 2026 steht ihr der dem Schulge­ bäude gegenüber liegende, bisher von der Brüder-Grimm-Schule genutzte Holzständer-Pa­ villon zur Verfügung. Dieser wird auch benötigt, um Klassen während der in 2026 und 2027 205 geplanten Sanierungsmaßnahmen im Altbau der ORS auszulagern. Die ORS ist derzeit 4-zügig festgelegt. Sollte es in den nächsten Jahren hohe Anmeldezah­ len geben, können im Einzelfall Mehrklassen gebildet werden. Sollte sich ein dauerhafter Be­ darf für eine 5-Zügigkeit ergeben, könnte der Schulträger hierauf reagieren und formell eine 210 5-Zügigkeit beschließen. Weiterführende Gespräche mit den Schulleitungen der MFG und der ORS würde die Fach­ verwaltung führen, wenn der Schulausschuss und der Rat den Empfehlungen bezüglich ei­ ner auslaufenden Auflösung des MFG-Standortes Wiedenbrück folgen. 215 Anforderungen an die Schülerbeförderung Die Fachverwaltung steht mit der Abteilung Klima, Mobilität und Stadterneuerung im Aus­ 220 tausch, um zu identifizieren, welche Anforderungen es an das ÖPNV-Angebot in Rheda-Wie­ denbrück durch die vorgeschlagene Schließung des MFG-Standortes Wiedenbrück geben wird. Die Abteilung Klima, Mobilität und Stadterneuerung befindet sich hierzu bereits in Ge­ sprächen mit dem VerkehrsVerbund Ostwestfalen-Lippe (VVOWL). Die Fachverwaltung wird den Ausschuss zu diesem Thema auf dem Laufenden halten. 225 Fazit In der Gesamtbewertung schlägt die Fachverwaltung vor, den MFG-Standort Wiedenbrück ab dem 01.08.2027 auslaufend und zum 31.07.2028 endgültig zu schließen. Sowohl die Lei­ 230 tung der MFG als auch die fachliche Schulaufsicht für Gesamtschulen bei der Bezirksregie­ rung als auch die Fachverwaltung erwarten, dass die Mindestanmeldezahl 50 am MFG- Standort Wiedenbrück auch mit größten Anstrengungen nicht erreicht werden kann. Die Entscheidung über eine Schließung des Standortes noch in diesem Jahr würde der 235 MFG-Schulgemeinde und allen zukünftigen 5.-Klässlern rechtzeitig vor dem nächsten An­ meldeverfahren eine klare Perspektive und Planungssicherheit verschaffen. Das geplante Vorgehen ist mit der Bezirksregierung, die die Schließung des Standortes ge­ nehmigen muss, abgestimmt. 240 Die Fachverwaltung bedauert, dass der MFG-Standort Wiedenbrück aufgrund zu gerin- ger Anmeldezahlen geschlossen werden muss. Das Lehrerkollegium leistet dort eine sehr gute Arbeit, die Schüler*innen fühlen sich an der Schule wohl. 245 Gleichzeitig überwiegen die Vorteile eines größeren, gebündelten Standortes der MFG in Rheda - sowohl für die Schule selbst als auch für die gesamte Schülerschaft: • Die Moritz-Fontaine-Gesamtschule kann ihre personellen Kapazitäten an einem Standort gezielter und effizienter einsetzen, um die Schüler*innen bestmöglich zu för­ 250 dern. • Jeweils zwei weiterführende Schulen in beiden großen Stadtteilen sorgen für eine insgesamt stabile Schullandschaft ➢ Rheda: Einstein-Gymnasium und Moritz-Fontaine-Gesamtschule Seite 5 255 ➢ Wiedenbrück: Ratsgymnasium und Osterrath-Realschule. • Weiterhin können in beiden Stadtteilen Schüler*innen mit allen Schuleingangs-Emp­ fehlungen aufgenommen werden und alle Schulabschlüsse erreichen. 260 • Angebote der Jugendsozialarbeit (Schulsozialarbeit, multiprofessionelles Team, Übergang Schule-Beruf) können auf vier Schulstandorte konzentriert und dadurch wirksamer gestaltet werden. Die Leitung der Moritz-Fontaine-Gesamtschule steht im Falle von Rückfragen als sachkundi­ 265 ger Berichterstatter zur Verfügung. In Vertretung 270 Dr. Ina Epkenhans-Behr Beigeordnete Geschäftsbereich II 275 Seite 6

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