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Hitzeschutz in Bochum
Sonstiges
| Typ | Sonstiges |
| Gemeinde | Stadt Bochum |
| Datum | 2026-10-15 |
| Quelle | Quelldokument herunterladen → |
Dokument
Extrahierter Text
Antwort der Verwaltung
Nr.: 20262322
Status: öffentlich
Datum: 01.09.2026
Verfasser/in: Kettling, Jonas
Fachbereich: Stabsstelle Klima & Nachhaltigkeit
Bezeichnung der Vorlage:
Hitzeschutz in Bochum
Bezug:
Anfrage zur 5. Sitzung des Ausschusses für Arbeit, Gesundheit und Soziales der Fraktion „Die Grü
nen im Rat“ am 14.07.2026, Vorlage-Nr. 20261724, TOP 6.1
Beratungsfolge:
Gremien: Sitzungstermin: Zuständigkeit:
Ausschuss für Arbeit, Gesundheit und Soziales 17.09.2026 Kenntnisnahme
Ausschuss für Planung und Grundstücke 13.10.2026 Kenntnisnahme
Ausschuss für Sicherheit, Umwelt und Nachhaltigkeit 15.10.2026 Kenntnisnahme
Wortlaut:
Die Fraktion „Die Grünen im Rat“ hat in der Sitzung des Ausschusses für Arbeit, Gesundheit und
Soziales am 14.07.2026 folgende Anfrage gestellt:
Sommerliche Hitze wird zunehmend zur gesundheitlichen Belastung. Mit steigenden Temperaturen
wächst der Wunsch nach Orten zum Abkühlen sowie die städtische Aufgabe Bochumer:innen
bestmöglich aufzuklären und präventiv zu schützen.
Vor diesem Hintergrund bitten die Grünen im Rat um Beantwortung nachfolgender Fragen:
Die Stadt Bochum hat ihr digitales Serviceangebot um die „Kühle Orte“-Karte erweitert. Sie zeigt
Standorte im gesamten Stadtgebiet, die an heißen Tagen ein angenehmes Klima, Schatten, Was-
ser oder Möglichkeiten zur Abkühlung bieten.
1. Es werden 2 Kirchen im Innenstadtbereich ausgewiesen. Gibt es Bestrebungen wei-
tere Kirchen für das Projekt zu gewinnen, flächendeckend über alle Stadtteile?
2. Auch der Aufenthalt in öffentlichen Bibliotheken und kostenfreien Museen mit Klima-
tisierung kann eine Abkühlungsmöglichkeit bieten. Können diese auf der Karte er-
gänzt werden?
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3. Wasserspielplätze bieten insbesondere Familien ohne Garten eine abkühlende und
kostenlose Freizeitmöglichkeit. Kann die digitale Karte um diese Orte ergänzt wer-
den?
Neben dem digitalen Angebot wie unserem städtischen Hitzeportal, ist es wichtig insbesondere
vulnerable Menschen an den Orten auf hilfreiches Verhalten bei Hitze aufmerksam zu machen, an
denen sie sich regelmäßig aufhalten. Mit der Initiative „Apotheken als Hitzeschutzinseln“ der Apo-
thekenkammer Nordrhein und Pharmacists for Future tragen Apotheken zum niederschwelligen
Gesundheitsschutz bei. Sie sind klimatisiert, bieten ein Glas Wasser und Sitzplatz an und geben
Hitzeinformationen in Form von Flyern und über Plakate weiter.
4. Ist es in diesem Zusammenhang vorstellbar, mit Apotheken zu korrespondieren und
sie der digitalen Karte der kühlen Orte hinzuzufügen?
5. Ist geplant die kühlen Orte der Stadt in die Bochum App aufzunehmen?
Das Wasserbecken der Blue Cloud auf dem Husemannplatz wird bei warmen bis heißen Tempera-
turen intensiv von Familien genutzt. Insbesondere (Klein-) Kinder spielen im Wasser, während ihre
Elternteile an der einzigen schattigen Stelle sitzen, die durch eine Stele der Anlage entsteht. Der
Sprühnebel ist augenscheinlich nicht in Betrieb.
6. Ist die Blue Cloud auf dem Husemannplatz weiterhin im Probebetrieb? Welche (Zwi-
schen)Ergebnisse gibt es zu der bisherigen Testphase?
7. Lässt sich der Sprühnebel von den Besuchenden selbst aktivieren oder welche Pro-
grammierung ist hinterlegt?
8. Welche Möglichkeiten gibt es die Blue Cloud (zumindest teilweise) kurzfristig zu be-
schatten und die immense Hitze abzumildern, denen spielende Kinder -als eine Risi-
kogruppe für hitzebedingte Gesundheitsprobleme- im dortigen Wasser ausgesetzt
sind?
Die mobilen Wasserspender der Stadtwerke Bochum verfügen über eine Möglichkeit Sprühnebel
zu aktivieren.
9. Aus welchen Gründen ist diese Option (zumindest gegenüber des Bochumer Haupt-
bahnhofs) abgedeckt und dadurch nicht nutzbar? In welchen Abständen werden
Wasserqualität und Funktionalität der mobilen Wasserspender überprüft?
10. Ab welchen Gegebenheiten findet der städtische Krisenstab zum Thema Hitze zu-
sammen, welche Akteur: innen werden dabei beteiligt und mit welchen wird im
Nachgang kooperiert?
Wir bitten darum die verschriftlichen Antworten ebenfalls dem Ausschuss für Planung und
Grundstücke und dem Ausschuss für Sicherheit, Umwelt und Nachhaltigkeit zur Verfügung
zu stellen.
Hierzu antwortet die Verwaltung wie folgt:
1. Es werden 2 Kirchen im Innenstadtbereich ausgewiesen. Gibt es Bestrebungen weitere Kir-
chen für das Projekt zu gewinnen, flächendeckend über alle Stadtteile?
Antwort der Verwaltung 20262322 Seite 2 von 5
Antwort:
Dafür sollten die Kirchen für die Bevölkerung ganztägig kostenfrei öffnen. Diese können
sich dann als Kühler Ort bei der Stadt Bochum melden. Die Ansprache der Kirchenverwal
tungen wird über den Stadtdechanten (Kath. Kirche) und den Superintendenten (Ev. Kir
che) forciert.
2. Auch der Aufenthalt in öffentlichen Bibliotheken und kostenfreien Museen mit Klimatisie-
rung kann eine Abkühlungsmöglichkeit bieten. Können diese auf der Karte ergänzt werden?
Antwort:
Orte mit Hilfe technischer Kühlung (mit Klimaanlagen) wurden bisher nicht für die Kühle-
Orte Karte vorgesehen. Es wird die Ergänzung von öffentlichen Bibliotheken und kosten
freien Museen der Stadt Bochum in die Kühle-Orte Karte geprüft. Das Stadtarchiv wurde
bereits als Kühler Ort aufgenommen.
3. Wasserspielplätze bieten insbesondere Familien ohne Garten eine abkühlende und kosten-
lose Freizeitmöglichkeit. Kann die digitale Karte um diese Orte ergänzt werden?
Antwort:
Wasserspielplätze sowie Wasserspiele werden ergänzt.
4. Ist es in diesem Zusammenhang vorstellbar, mit Apotheken zu korrespondieren und sie der
digitalen Karte der kühlen Orte hinzuzufügen?
Antwort:
Die Einbindung weiterer geeigneter Einrichtungen in die Karte der „Kühlen Orte“ wird fort
laufend geprüft. Hierzu können grundsätzlich auch privat betriebene Angebote gehören.
Vor diesem Hintergrund ist es denkbar, dass sich künftig beispielsweise auch Apotheken
als „Kühle Orte“ registrieren lassen. Entsprechende Gespräche werden bereits geführt bzw.
können künftig geführt werden.
Dabei ist jedoch jeweils im Einzelfall zu prüfen, ob ein Angebot die Voraussetzungen und
Zielsetzungen eines „Kühlen Ortes“ erfüllt. Apotheken können für viele Menschen eine
niedrigschwellige Möglichkeit darstellen, sich auf dem Weg kurz abzukühlen, etwas zu trin
ken oder Informationen zum Hitzeschutz zu erhalten. Gleichzeitig sind Apotheken in erster
Linie Orte der Gesundheitsversorgung und keine Aufenthaltsräume. Daher eignen sie sich
insbesondere für eine kurzzeitige Entlastung während des Aufenthalts im öffentlichen
Raum, weniger jedoch als längerfristige Rückzugsmöglichkeit während einer Hitzeperiode.
5. Ist geplant die kühlen Orte der Stadt in die Bochum App aufzunehmen?
Antwort:
Die Kühle Orte Karte ist in der Bochum App bereits abrufbar. Kühle Orte werden zusätzlich
in der Kategorie “Orte der Nachhaltigkeit” in der Bochum App angezeigt.
6. Ist die Blue Cloud auf dem Husemannplatz weiterhin im Probebetrieb? Welche (Zwi-
schen)Ergebnisse gibt es zu der bisherigen Testphase?
Antwort:
Die BlueCloud-Anlage läuft im Normalbetrieb.
7. Lässt sich der Sprühnebel von den Besuchenden selbst aktivieren oder welche Program-
mierung ist hinterlegt?
Antwort der Verwaltung 20262322 Seite 3 von 5
Antwort:
Es sind drei „Shows“ programmiert:
1. Mo-Fr und Sonntag 09:00 bis 23:00 Uhr: „Bochum Loop“ mit Licht, Ton und Nebel
(Start ab einer Person im Erfassungsradius)
2. Samstag 09:00 bis 23:00 Uhr: „VfL Loop“ mit Licht, Ton und Nebel (Start ab einer
Person im Erfassungsradius)
3. Automatischer Durchlauf alle 15 Minuten mit Licht, Ton und Nebel
Der Probebetrieb zeigte einige technische Defekte, wodurch die Anlage jeweils temporär
außer Betrieb ging. Die technischen Defekte wurden zeitnah vom Technischen Betrieb, der
WEG und der ausführenden Wassertechnikfirma behoben, so dass die Anlage stets so
schnell wie möglich wieder in Betrieb gehen konnte.
Zur Außerbetriebnahme vor dem Winter wird es nochmal einen gemeinsamen Termin zum
„Revue passieren lassen“ geben. Da sollen die Probleme aufgearbeitet und Strategien für
das nächste Jahr entwickelt werden.
8. Welche Möglichkeiten gibt es die Blue Cloud (zumindest teilweise) kurzfristig zu beschatten
und die immense Hitze abzumildern, denen spielende Kinder -als eine Risikogruppe für hit-
zebedingte Gesundheitsprobleme- im dortigen Wasser ausgesetzt sind?
Antwort:
Es wird geprüft, ob ein Segel zwischen den Masten gespannt werden kann.
9. Aus welchen Gründen ist diese Option (zumindest gegenüber des Bochumer Hauptbahn-
hofs) abgedeckt und dadurch nicht nutzbar? In welchen Abständen werden Wasserqualität
und Funktionalität der mobilen Wasserspender überprüft?
Antwort:
Die Sprühnebelfunktion ist derzeit nicht in Betrieb, da deren Nutzung einen zusätzlichen
technischen, hygienischen und betrieblichen Wartungsaufwand erfordert. Insbesondere
entstehen hierdurch erhöhte Anforderungen an Überwachung, Reinigung und Instandhal
tung der Nebeldüsen. Der Fokus liegt aktuell auf dem sicheren und zuverlässigen Betrieb
der Trinkwasserabgabe.
Die Überprüfung der Funktionalität sowie die Reinigung aller Trinkwasserbrunnen (festin
stalliert/ mobil) erfolgt gemäß des DVGW Regelwerks W 274 in einem zweiwöchigen Tur
nus durch Mitarbeiter der Stadtwerke Bochum.
Die Beprobung der Wasserqualität an den Trinkwasserbrunnen erfolgt in einem vierwöchi
gen Rhythmus, der in Abstimmung mit dem Gesundheitsamt der Stadt Bochum festgelegt
worden ist.
10. Ab welchen Gegebenheiten findet der städtische Krisenstab zum Thema Hitze zusammen,
welche Akteur: innen werden dabei beteiligt und mit welchen wird im Nachgang kooperiert?
Die Stadt muss bei der Bewertung von Hitzeereignissen insbesondere die amtlichen War-
nungen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) beachten. Besondere Aufmerksamkeit bei
Hitze gilt dabei den Hitzewarnungen der Stufe 2 („extreme Wärmebelastung“), längeren Hit-
zeperioden sowie der Kombination aus sehr hohen Tages- und Nachttemperaturen.
Antwort:
Bereits bei einem bekannt bevorstehenden Hitzeereignis der Stufe 2 nimmt das Referat für
Krisenmanagement und Bevölkerungsschutz erste Abstimmungen mit den relevanten Ak
teurinnen und Akteuren vor und erhebt verfügbare Lagedaten, um die Entwicklung kontinu
ierlich zu beobachten und eine aktuelle Bewertung der Situation sicherzustellen. Auf dieser
Antwort der Verwaltung 20262322 Seite 4 von 5
Grundlage können erforderliche Schutz- und Informationsmaßnahmen frühzeitig vorbereitet
und bei Bedarf ausgeweitet werden.
Sollte sich abzeichnen, dass ein Hitzeereignis erhebliche Auswirkungen auf die öffentliche
Sicherheit, Gesundheitsversorgung, dem Rettungsdienst oder kritischer Infrastrukturen ha
ben, werden die bestehenden gesamtstädtischen Krisenmanagementstrukturen der Stadt
Bochum, u. a. der Krisenstab, aktiviert.
Dabei sind, abhängig von der jeweiligen Lage, unterschiedliche Bereiche am Gesamtpro
zess beteiligt, insbesondere:
• Feuerwehr und Rettungsdienst,
• Gesundheitsamt,
• Sozialamt,
• Ordnungs- und Veterinäramt,
• anerkannte Hilfsorganisationen,
• Technischer Betrieb sowie
• Grünflächenamt.
Nach Rückführung in den Normalzustand erfolgt i. d. R. eine Nachbetrachtung durch das
Referat für Krisenmanagement und Bevölkerungsschutz mit allen Beteiligten.
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