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Beschluss zur Vorentwurfsplanung für die Straße Marienplatz zwischen dem Haus der Musik und dem Anneliese Brost Musikforum Ruhr

Beschlussvorlage
TypBeschlussvorlage
GemeindeStadt Bochum
Datum2026-10-13
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Beschlussvorlage der Verwaltung Nr.: 20262032 Status: öffentlich Datum: 31.07.2026 Verfasser/in: 61 4 (25 20) Fachbereich: Amt für Stadtplanung und Wohnen Bezeichnung der Vorlage: Beschluss zur Vorentwurfsplanung für die Straße Marienplatz zwischen dem Haus der Musik und dem Anneliese Brost Musikforum Ruhr Beschlussvorschriften: Beratungsfolge: Gremien: Sitzungstermin: Zuständigkeit: Bezirksvertretung Bochum-Mitte 17.09.2026 Anhörung Ausschuss für Kultur und Tourismus 18.09.2026 Vorberatung Ausschuss für Mobilität, Digitalisierung und Infrastruk- 08.10.2026 Vorberatung tur Ausschuss für Planung und Grundstücke 13.10.2026 Entscheidung Kurzübersicht: Das Haus der Musik (HdM) wird Mitte 2028 am Marienplatz eröffnen und eng mit dem benachbarten Anneliese Brost Musikforum (Musikforum) zusammenarbeiten. Heute erfahren das Haus der Musik und das Musikforum mit der Straße Marienplatz eine deutliche städtebauliche Zäsur voneinander im öffentlichen Raum. Es entsteht keine Verbindung oder Platzsituation zwischen den beiden Kultur- einrichtungen. Heute stellt sich der Marienplatz als Straße mit zwei Fahrtrichtungen und Parkstreifen ohne Aufenthalts- sowie Grünqualität dar. Deshalb hat die Verwaltung eine grundlegende Umgestal- tung für die Straße Marienplatz auf den Weg gebracht. Hierzu hat die Verwaltung das Bochumer Büro wbp Landschaftsarchitekten mit der Erarbeitung einer Vorentwurfsplanung betraut. Die verkehrsplanerischen Restriktionen sehen vor, dass die Straße Ma- rienplatz nicht gänzlich eingezogen werden und vom MIV befreit werden kann, da eine Fahrtrichtung für den Verkehrsfluss erhalten bleiben muss sowie, dass die Parkstreifen entfallen können und der Radwegeverbindung zwischen Humboldt- und Viktoriastraße zu stärken ist. Der nun vorliegende freiraumplanerische Vorentwurf unter der Entwurfsidee „Kirschblütenstraße“ von wbp Landschaftsarchitekten sieht die Umgestaltung des Marienplatzes zu einem grünen Stra- ßenraum mit viel Aufenthaltsqualität in Form einer Einbahnstraße in Fahrtrichtung Ost-West als ver- kehrsberuhigten Geschäftsbereich (Tempo 20 Zone) und Stärkung der Radwege vor. Seite 1 von 4 Mit der hier vorliegenden Beschlussfassung zum Vorentwurf soll die Grundlage für die weiteren Pla- nungsschritte geschaffen werden. Aufgrund der aktuellen Haushaltslage stehen allerdings sämtliche weiteren Planungsschritte sowie die Realisierung unter dem Vorbehalt der Finanzierbarkeit. Förder- mittel stehen für das Projekt derzeit nicht zur Verfügung. Vor diesem Hintergrund ist die Umgestal- tung zur „Kirschblütenstraße“ im Zuge der Fertigstellung des Hauses der Musik im Jahr 2028 derzeit nicht umsetzbar. Die Verwaltung hat die Intention, mit dem Vorentwurfsbeschluss für mögliche För- derprogramme vorbereitet zu sein. Beschlussvorschlag: Der Ausschuss für Mobilität, Digitalisierung und Infrastruktur der Stadt Bochum beschließt auf Grundlage des freiraumplanerischen Vorentwurfs „Kirschblütenstraße“ des Büros wbp Landschafts- architekten aus Bochum die Umgestaltung der Straße Marienplatz zu einem qualitätsvollen und ver- bindenden Stadtraum zwischen dem Haus der Musik und dem Anneliese Brost Musikforum Ruhr. Die Verwaltung wird beauftragt, auf Grundlage des Vorentwurfsbeschlusses Fördermöglichkeiten zu prüfen und die weiteren Planungsschritte einzuleiten, sobald eine Finanzierung sichergestellt wer- den kann. Begründung: Mit der Eröffnung des Anneliese Brost Musikforums Ruhr im Jahr 2016 wurde ein kultureller Anker- punkt mit überregionaler Strahlkraft geschaffen. Durch den Umbau des ehemaligen Landesbehör- denhauses und den Umzug der Musikschule / Eröffnung des Hauses der Musik am Marienplatz Mitte 2028 wird diese Entwicklung konsequent fortgeführt und um einen weiteren zentralen Baustein er- gänzt. Die unmittelbare räumliche Nähe beider Einrichtungen eröffnet vielfältige Synergien in den Berei- chen kulturelle Bildung, kulturelle Produktion sowie öffentliche Nutzung. Der Straßenraum Marien- platz übernimmt hierbei eine zentrale Verbindungsfunktion, entspricht in seiner heutigen Ausgestal- tung jedoch nicht den Anforderungen an einen qualitätsvollen urbanen Freiraum. Die Verwaltung hat vor diesem Hintergrund im Jahr 2025 das Büro wbp Landschaftsarchitekten aus Bochum, welches bereits die Freiraumgestaltung des Hauses der Musik geplant hat, mit der Ent- wicklung eines freiraumplanerischen Vorentwurfs für den Marienplatz beauftragt. Ziel war eine zeit- gemäße und zukunftsfähige Umgestaltung des Straßenraums zur Eröffnung des Hauses der Musik. Der nun vorliegende freiraumplanerische Vorentwurf verfolgt mit der Entwurfsidee „Kirschblüten- straße“ die Umgestaltung des Marienplatzes zu einer Einbahnstraße in Fahrtrichtung Ost-West als verkehrsberuhigten Geschäftsbereich (Tempo 20 Zone) und nimmt die prägnanten Gestaltungsele- mente der Kirschbaumreihen auf der Westseite des Musikforums auf und führt sie in den Straßen- raum Marienplatz fort. Der Vorentwurf sieht zudem vor, den Radverkehr in beide Fahrtrichtungen auszubilden. Durch die Einbahnrichtung und den Radverkehr wird das Verkehrsaufkommen deutlich reduziert und beruhigt. Gleichzeitig entstehen sichere und barrierearme Wegebeziehungen für Passanten sowie für Rad- fahrende. Die Fahrbahn wird auf die südliche Seite reduziert, um auf der nördlichen Straßenseite, entlang des Hauses der Musik einen rein fußläufigen Bereich mit großzügigen Grün- und Baumbee- ten in freien Formen und mit integrierten Bänken zu erhalten. Die freien Formen ermöglichen Auf- weitungen insbesondere in den Laufzonen. Die Grünbeete entstehen auf der Nordseite des Marien- platzes auch vor dem Hintergrund, da zahlreichen Leitungstrassen auf der südlichen Straßenseite verortet und durch erste Schürfe bestätigt wurden, so dass hier eine Bepflanzung nicht möglich ist. Beschlussvorlage der Verwaltung 20262032 Seite 2 von 4 Die Entwurfsidee „Kirschblütenstraße“ sieht die Ergänzung der doppelten Kirschbaumreihen am Mu- sikforum entlang der Humboldtstraße vor, welche auf dem Marienplatz einreihig und punktuell fort- geführt werden. Die neuen Bäume sollen zusätzlich zur Verschattung der Südseite des Hauses der Musik dienen. Entlang der überwiegend geschlossenen Nordfassade des Musikforums ist ein schmaler Grünstreifen vorgesehen. Die bislang vorhandenen Parkmöglichkeiten entfallen zugunsten der neuen Freiraumqualität. Eine Haltezone für die Musikschule (Kiss & Ride) ist im Bereich der Humboldtstraße vorgesehen. Im Zuge der Umgestaltung des Marienplatzes wird zudem auch der Kreuzungsbereich an der Humboldtstraße bis zur Maximilian-Kolbe-Straße überplant, um eine si- chere Querung für die Fußgänger und Fußgängerinnen zu schaffen. Durch die zusätzlichen Grün- flächen mit der Versickerungsmöglichkeit und den 17 neuen Baumstandorten sowie der Entsiege- lung von Asphaltflächen, bei gleichzeitiger Schaffung von Retentionsflächen, soll das Mikroklima spürbar verbessert werden. Mit dem Vorentwurf „Kirschblütenstraße“ werden insbesondere folgende Zielsetzungen verfolgt: o Erhöhung der Aufenthaltsqualität durch attraktive Gestaltungselemente o Schaffung multifunktionaler Flächen für Aufenthalt, Spiel und Kultur o Stärkung der städtebaulichen Verbindung zwischen Haus der Musik und Musikforum o Erhöhung der Wahrnehmbarkeit / Sichtbarkeit beider Kultureinrichtungen durch eine gemein- same Adressbildung o Belebung des öffentlichen Stadtraums durch temporäre Veranstaltungen o Beruhigung des motorisierten Individualverkehrs durch Einführung einer Einbahnregelung o Erhöhung der Verkehrssicherheit für Fußgängerinnen und Fußgänger sowie Radfahrende o Förderung eines barrierearmen Stadtraums durch Verbesserung der Wegeverbindungen o Entsiegelung von Verkehrsflächen zugunsten von Grünflächen und Baumstandorten o Verbesserung des Mikroklimas durch Verschattung, Verdunstungsflächen sowie Rückhalte- und Retentionsmöglichkeiten für Niederschlagswasser Zu Beginn des Planungsprozesses wurde gemeinsam mit den zuständigen Fachämtern und dem Planungsbüro untersucht, ob auf den motorisierten Individualverkehr in der Straße Marienplatz voll- ständig verzichtet werden kann, um somit eine großflächige Aufenthalts- und Veranstaltungsfläche ohne Durchgangsverkehr zu ermöglichen. Die verkehrstechnischen Untersuchungen haben jedoch ergeben, dass die Straße weiterhin eine wichtige Erschließungsfunktion von der Innenstadt aus in Richtung Griesenbruch erfüllen muss. Vorstellung im Beirat für Gestaltung und Baukultur im Juni 2026 Der Vorentwurf „Umgestaltung des Marienplatzes zur Kirschblütenstraße“ wurde Ende Juni im Beirat für Gestaltung und Baukultur vorgestellt und beraten. Der Beirat würdigte die Entwurfsidee als eine überzeugende und solide Planung. Der Beiratsvorsitzende Heiner Farwick lobte den stringent und sauber ausgearbeiteten Vorentwurf. Der Beirat erkennt in der Umgestaltung des Marienplatzes ei- nen integralen Bestandteil für die Entwicklung des Musikquartiers, welche zur Stärkung der funktio- nalen Zusammenhänge zwischen den beiden Kultureinrichtungen und zu einer deutlichen Verbes- serung der städtebaulichen Qualitäten mit einem hochwertigen, multifunktionalen urbanen Raum für Aufenthalt, Bewegung und Veranstaltungen führen wird. Darüber hinaus hebt der Beirat die Bedeu- tung der klimaverbessernden Planung mit dem hohen Grünanteil und den zusätzlichen 17 Baum- standorten sowie mit den Rigolen für das Schwammstadtprinzip hervor. Darüber hinaus wurde von Beginn an der Entwurfsprozess von Vertretern der Bochumer Sympho- nikern und der Musikschule begleitet und der Vorentwurf abgestimmt. Weitere Planungsschritte unter dem Vorbehalt der Haushaltssicherung Mit der hier vorliegenden Beschlussfassung zum Vorentwurf soll die Grundlage für die weiteren Pla- nungsschritte geschaffen werden. Aufgrund der aktuellen Haushaltslage stehen allerdings sämtliche Beschlussvorlage der Verwaltung 20262032 Seite 3 von 4 weiteren Planungsschritte sowie die Realisierung unter dem Vorbehalt der Finanzierbarkeit. Förder- mittel stehen für das Projekt derzeit nicht zur Verfügung. Mit dem Beschluss zum Vorentwurf kann die Verwaltung vorbehaltlich der haushälterischen Situa- tion zur gegebenen Zeit die weiteren Leistungsphasen angehen, geeignete Beteiligungsformate durchführen sowie Fördermöglichkeiten prüfen. Darüber hinaus schafft der Vorentwurf die Voraus- setzungen, die Maßnahme bei der Priorisierung von Straßenbaumaßnahmen des Tiefbauamtes zu berücksichtigen. Er dient dabei nicht nur als Grundlage für die Prüfung und Inanspruchnahme mög- licher Förderprogramme, sondern auch als planerische Voraussetzung für eine spätere Umsetzung des Projektes aus kommunalen Eigenmitteln. Ziel ist es, einen Ausbaubeschluss inkl. Kostenberechnung zur Umsetzung der „Kirschblütenstraße Marienplatz“ den dafür zuständigen politischen Gremien sobald und soweit vorzulegen zu können, wenn die finanziellen Vorbehalte entfallen und die weiteren Planungsschritte angegangen werden können. So lange wird die heutige Situation des Marienplatzes unverändert bleiben. Eine Umgestal- tung des Marienplatzes im Zuge der Fertigstellung des Hauses der Musik zeichnet sich derzeit aus Gründen der Haushaltssicherung nicht ab. Die Verwaltung hat die Intention mit dem Vorentwurfsbe- schluss für potenzielle Förderungen vorbreitet zu sein. Finanzielle Auswirkungen: Mittelbedarf für die Durchführung der Maßnahmen: Jährliche Folgelasten: Klimarelevante Auswirkungen: Mit der Umgestaltung der Straße Marienplatz soll die Aufenthaltsqualität des öffentlichen Raumes bei künftigen Hitzesommern verbessert und durch klimaresiliente Strukturen aufgewertet werden. Großzügige Grün- und Baumbeete, Entsiegelungsmaßnahmen, neue Versickerungs- und Retenti- onsflächen sowie die ergänzenden Kirschbäume wirken sich positiv auf das Klima aus. Anlage(n): 1. Vorentwurfsplanung "Kirschblütenstraße" von wbp Landschaftsarchitekten, Juni 2026 Beschlussvorlage der Verwaltung 20262032 Seite 4 von 4

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